Agil im Kopf: 5 Faktoren, die Sie geistig beweglich machen
„Wer sich seine Neugier bewahrt und immer wieder etwas Unbekanntes ausprobiert, bleibt auch im hohen Alter geistig flexibel“, sagt Marco von Münchhausen, Keynote Speaker, Coach und Autor.

Agil im Kopf: 5 Faktoren, die Sie geistig beweglich machen

Auch in Krisenzeiten neuen Herausforderungen gewachsen zu sein, erfordert geistige Flexibilität. Die zu erreichen ist schwierig, aber machbar. Ein Experte erklärt, wie es geht.

„Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“. Diesen Ausspruch des französischen Schriftstellers Francis Picabia kennen viele. Nur ist es leider gar nicht so einfach, der Aufforderung zur geistigen Beweglichkeit nachzukommen. Gerade während des Lockdowns hätten wir uns mehr davon gewünscht. Denn plötzlich haben alte Gewissheiten nicht mehr gegolten, neue Regeln waren notwendig. Wäre es nicht gut gewesen, den Herausforderungen mit mehr Selbstsicherheit, Gelassenheit und positiven Gefühlen zu begegnen?

Ja, natürlich. Die Voraussetzung dafür ist Agilität im Kopf. Denn nur wer geistig flexibel ist, kommt mit Neuem zurecht und reagiert nicht mit Unbehagen oder sogar Angst auf Unbekanntes. Mit mentaler Elastizität lässt sich die Schockstarre, in die viele gefallen sind, überwinden. „Und es gelingt, Wege aus der Krise zu finden“, weiß Keynote Speaker, Autor und Coach Marco von Münchhausen.

ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT

Doch das flexible Denken fällt vielen schwer. Wer bisher nur auf alten Gedankenbahnen unterwegs ist, muss jedoch nicht hadern. Geistige Beweglichkeit lässt sich lernen. Fünf Faktoren fördern sie. Da ist zum einen der gedankliche Perspektivenwechsel, zum anderen das Infragestellen alter Regeln sowie die Neugier, die Lust aufs Lernen und der Wille zur Kreativität. Bleiben wir zunächst beim Perspektivenwechsel. Dank ihm kann eine Situation neu bewertet werden. Ein veränderter Blickwinkel macht die Sicht frei auf bisher nicht wahrgenommene Lösungen.

Bestimmt haben Sie diese Erfahrung auch schon einmal gemacht. Wenn Sie sich beispielsweise bei einem Gespräch mit einem Kunden oder Kollegen in den Gesprächspartner hineinversetzten und gemerkt haben, wie viel besser die Kommunikation danach läuft. Der gedankliche Perspektivenwechsel lässt sich auch bezogen auf die eigene Situation üben. Marco von Münchhausen empfiehlt hierfür die Methode der antizipierten Retrospektive, die von Matthias Horx sogenannte „Regnose“. So funktioniert sie: Stellen Sie sich einen Zeitpunkt in der Zukunft vor, an dem die Corona-Krise überwunden ist. Führen Sie sich bildhaft vor Augen, wie Ihre persönlichen Lebensumstände dann aussehen und wie Sie die schwierige Phase davor gut überstanden haben.

Der Zweck: Durch den Wechsel der Perspektive – Sie blicken aus der Zukunft zurück in eine Vergangenheit, die bisher nur in Ihrer Phantasie existiert – lassen Sie sich nicht von Ängsten und Bedenken leiten, sondern legen den Schwerpunkt auf positive Aspekte. Dieses Gedankenspiel zeigt mögliche Handlungsoptionen auf, ohne dass diese sofort negativ bewertet oder als nicht machbar verworfen werden. 

REGELN REGELMÄSSIG ÜBERDENKEN

Kommen wir zum nächsten Punkt, dem Infragestellen von Regeln. Die Corona-Krise hat Vorgaben obsolet werden lassen, die früher zweckmäßig waren. So mussten beispielsweise viele Abstimmungsprozesse aufgrund des räumlich getrennten Arbeitens neu organisiert werden. Das war ein erster Denkanstoß: Durch die mit einem Schlag veränderten Arbeitsbedingungen wurde uns bewusst, dass einige Strukturen im Job veraltet sind.

Auch in normalen Zeiten sollten Regeln, ob im Job oder privat, immer wieder überprüft werden. Denn nicht alles, was einmal sinnvoll war, bleibt es auch, unterliegt doch unser (Berufs-)Leben einem fortwährenden Wandel. Am besten gelingt die Neubewertung alter Regeln, wenn sie mit Abstand und von außen betrachtet werden, sagt Marco von Münchhausen. Oft hilft schon eine räumliche Entfernung, also beispielsweise ein Workshop außerhalb des Büros. Auch ein Gespräch mit einem Coach oder einer Freundin schafft die nötige Distanz.

LEERE SCHAFFT FÜLLE

Zusätzlich gilt es, das flexible Denken durch mehr Kreativität zu fördern. Vielleicht macht es Ihnen ja bereits jetzt Spaß, an Brainstorming-Meetings teilzunehmen und sich Aufgaben auszusuchen, die viel Fantasie erfordern. Diese Schulung Ihrer Fähigkeiten können Sie noch optimieren. Damit die Ideen sprudeln, sollte die Umgebung gut gewählt werden. „Die Voraussetzung dafür, dass sich kreative Gedanken einstellen, sind Zeit, Raum, Leere und Schönheit“, sagt Marco von Münchhausen.

Er empfiehlt, sich viel Zeit zu nehmen und sich in einen separaten Raum zurückzuziehen. Leere Wände und ein freier Schreibtisch geben der Kreativität genügend Platz, sich zu entfalten. Außerdem sollte das Umfeld angenehm sein, beispielsweise einen schönen Ausblick gewähren oder mit kleinen Details wie Blumen ein Wohlfühlklima erzeugen. Ganz wichtig ist es, das kreative Denken möglichst täglich zu üben.

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