Volle Kraft voraus!
„Es ist nicht wichtig, wie groß der erste Schritt ist, sondern in welche Richtung er geht“, sagt Business-Coach Dr. Claudia Sorg-Barth.

Volle Kraft voraus!

Assistenzkräfte gelten als Generalisten. In Projekten, für die sie brennen, entwickeln sie sich zu wahren Expertinnen und Experten. Oftmals ergibt sich daraus ein glücklicher Aufstieg. Doch wie kann eine maßgeschneiderte Karriereplanung gelingen, zusammen mit dem Vorgesetzten oder der Personalabteilung?

Organisationstalent, Kommunikations- und Teamfähigkeit bringen Assistenzkräfte ohnehin meist mit, gepaart mit vorausschauendem Denken und einer hohen Stressresistenz. Kommen noch Neugierde, Mut und Eigeninitiative hinzu, stehen viele Wege offen. Erst Assistentin, dann Office-Managerin? Oder im nächsten Schritt Personal Assistant, Projektmanagement oder selbstständig? Häufig haben Fach- und Führungskräfte ihre Karriere als Assistenten angefangen – und ihre Fähigkeiten entdeckt und weiterentwickelt. Glücklich schätzen kann sich, wer mit seinem Status und Umfeld zufrieden ist.

„Eine zufriedene Karriere zu haben, ist ein wichtiges Grundmotiv von Menschen“, sagt Personalentwicklerin Dr. Claudia Sorg-Barth, selbstständige Trainerin und systemischer Business-Coach, und betont: „Bei Ihrer Karriere als Office-Professionals geht es nicht nur darum, mehr zu verdienen und aufzusteigen, sondern einen Job zu haben, der zu den eigenen Kompetenzen, Zielen und Werten passt und der Sie als Mensch in der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung fördert.“

Aber mal Hand aufs Herz: Ist das bei Ihnen so? Selbst wenn nicht, ist die Starnberger Business-Trainerin davon überzeugt, dass sich eine zufriedene Karriere im Office auch daran zeigt, im Laufe des Berufslebens vielfältige und auch neue herausfordernde Aufgaben zu bewältigen. „Gerade bei Office-Professionals habe ich viele Frauen getroffen, die nicht nur Dreh- und Angelpunkt von Teams und Führungskräften sind, sondern auch fachlich vielen anderen leicht das Wasser reichen können.“

„Wenn Sie etwas leisten und dafür positives Feedback erhalten, dann träumen Sie nicht nur von einem Karriereschritt ins Business!“, rät Sorg-Barth. „Warten Sie nicht darauf, dass Ihre Führungskraft auf Sie zukommt und Ihnen Ihren Karriereweg plant! Sprechen Sie über Ihre eigenen Ziele und ihre Erfolge!“ Eine gute Basis für das nächste Mitarbeitergespräch mit Personalverantwortlichen oder Führungskräften ist eine Kompetenz- und Projektliste, in der fortlaufend die eigenen Leistungen und Erfolge konkret aufgeführt sind.

Zeit für Veränderungen

Mit neuen Trends, Tools und Technologien wandeln sich die Anforderungen an Berufe und Arbeitswelt. So könnten laut "Job-Futuromat" des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (https://job-futuromat.iab.de/) 71 Prozent der typischen Tätigkeiten einer Sekretärin bereits heute automatisch erledigt werden; bei einer Fachwirtin – Büro- und Projektorganisation sind es dagegen nur 50 Prozent und bei einer Managementassistentin nur 14 Prozent.

Auch wenn klassische Strukturen und automatisierbare Sekretariatsaufgaben zukünftig wegfallen, sind und bleiben Assistenten in Unternehmen ein zentrales Bindeglied zwischen Management, Abteilungen und Mitarbeitern. Sie treffen immer mehr Entscheidungen, wirken immer häufiger an Projekten mit – wenn sie dürfen, wollen und können. Die Anforderungen steigen: Viele Assistenzkräfte haben studiert oder bringen eine kaufmännische Ausbildung mit diversen Zusatzqualifikationen mit, nebst sehr guter Allgemeinbildung und Umgangsformen, sie sprechen perfekt Englisch und weitere Fremdsprachen.

Eine, die den großen Wandel des Assistenzberufes miterlebt hat und die damit einhergehenden Chancen nutzt, ist Projektmanagerin Margaret Vendl. Über viele Jahre hat die Kommunikationswissenschaftlerin als persönliche Assistentin administrative Projekte begleitet und ihre Vorgesetzten und deren Arbeitsweise genau beobachtet: „Bewusste Entscheidungen treffen, statt ausgetretenen Pfaden zu folgen, führt auf den Weg zum Erfolg. In Zeiten, in denen sich Routineaufgaben in zunehmendem Maß automatisieren lassen, wird das verantwortliche Handeln zum Markenkern des Profils einer modernen Assistentin – selbstbewusst eigene Ergebnisse erzielen, die vom Vorgesetzten aufgegriffen und verwendet werden können“, sagt sie.

„Bevor die Frage ‚wo will ich hin?‘ gestellt wird, muss man sich die Frage ‚wo komme ich her?‘ durch eine Analyse der Ausgangslage beantworten. Diese Arbeitsweise hat mich schon während meiner Tätigkeit als Assistentin begeistert, sodass ich auf dieser Basis erfolgreich den Schritt zur eigenverantwortlichen Projektarbeit wagte.“ Entscheidend ist, offen und vorausschauend zu sein und sich – nicht nur – technische Kenntnisse anzueignen sowie Verantwortung im Unternehmen zu übernehmen. „Veränderungen wie Vorgesetztenwechsel, Firmenwechsel oder Reorganisationen sind ein Geschenk, keine Drohung. Sie helfen, aus Mustern auszubrechen und neue Perspektiven zu entdecken!“, unterstreicht sie.    

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office.