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Kein Schadenersatz im Nebel

Annulliert eine Fluggesellschaft einen Flug, weil am Flughafen dichter Nebel herrscht, haben die Passagiere laut Bundesgerichtshof keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Warum die Airlines den Passagier dennoch schnellstmöglich befördern muss ...

Fluggäste können nach der EU-Fluggastrechteverordnung verschiedene Ansprüche geltend machen, wenn es zu Überbuchungen, Annullierungen oder größeren Verspätungen kommt.


Annulierung oder Flugausfall

Bei einer Annullierung können eine Ausgleichszahlung und wahlweise die Rückerstattung des Ticketpreises (bei Verzicht auf Beförderung) oder die schnellstmögliche Weiterbeförderung verlangt werden. Bei Flugausfällen besteht auch Anspruch auf Betreuungsleistungen wie Verpflegung und Übernachtung.


Keine Ausgleichszahlungen bei Schneesturm

Ticket-Rückerstattung, anderweitige Beförderung und Ausgleichszahlung können nicht verlangt werden, wenn die Annullierung auf Umstände zurückgeht, die die Fluggesellschaft trotz größter Sorgfalt nicht vermeiden konnte – z. B. einen Schneesturm oder eine Terrordrohung.


Der Fall

Ein Ehepaar wollte von Spanien nach Deutschland fliegen. Der für zehn Uhr geplante Flug fiel wegen dichten Nebels aus. Wann sich dieser auflösen würde, war nicht abzusehen. Den Passagieren wurde ein Ersatzflug zwei Tage später angeboten. Das Paar lehnte ab und flog am selben Tag mit einer anderen Airline nach Hause. Von der ersten Gesellschaft verlangten sie Ausgleichszahlungen von je 400 Euro sowie den Ersatz der Kosten für den Ersatzflug.


Das Urteil

Der Bundesgerichtshof entschied, dass die Fluggäste keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung hätten. Die Fluggesellschaft sei für den Nebel nicht verantwortlich. Auch an der Entscheidung, den Flug zu annullieren, sei nichts auszusetzen. Mit Rücksicht auf den weiteren Flugplan könne mit einer solchen Entscheidung nicht längere Zeit darauf gewartet werden, ob sich der Nebel auflöse. Wie die D.A.S. Rechtsschutzversicherung mitteilte, entschied der BGH nicht abschließend über die Kosten für den Ersatzflug. Ein Anspruch könne bestehen, wenn die Fluggesellschaft eine Beförderung erst zwei Tage später angeboten habe, obwohl schnellere Varianten möglich gewesen seien. Diese Frage muss nun die Vorinstanz klären (Bundesgerichtshof, Urteil vom 25.03.2010, Az. Xa ZR 96/09).


Weitere Informationen zu rechtlichen Fragen finden Sie unter www.das-rechtsportal.de.

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