Stress lass nach: Mir wird das alles zu viel!
Dauerstress ist eine höchst individuelle Angelegenheit: Was den einen Menschen an den Rand des Wahnsinns treibt, stellt für den nächsten überhaupt kein Problem dar.

Stress lass nach: Mir wird das alles zu viel!

Stress ist nicht grundsätzlich schlecht, sagen Psychologen und unterscheiden in guten und schlechten Stress. Was die Unterschiede sind und wie man sich selber aus der Gefahrenzone bringt.

Der Schreibtisch verschwindet fast unter den Aufgaben, die unbedingt heute noch erledigt werden müssen, zwischendrin klingelt das Telefon, immer wieder schaut ein Kollege mit einer Frage vorbei und der nächste Termin wartet schon: So sieht ein stressiger Tag aus. Doch macht er auch krank?

Für Tim Hagemann, Professor für Arbeits-, Organisations- und Gesundheitspsychologie an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld, ist „Stress grundsätzlich etwas Positives“. „Es handelt sich dabei um eine durch eine Bedrohung hervorgerufene psychische und körperliche Anpassungsreaktion. Er erhöht unsere Leistungskraft, lässt uns schneller und fokussierter reagieren.“ Das alles klingt erst einmal tatsächlich positiv. Für den Menschen war es einst wichtig, in Gefahrensituationen schnell zu reagieren oder zu fliehen. Heute jedoch lauert die Bedrohung nicht mehr als Säbelzahntiger hinterm nächsten Baum, sondern als besonders schwieriges Excel-Sheet auf dem Schreibtisch, als unangenehmer Termin oder vielleicht als Vortrag, den man sich nicht wirklich zutraut. Vorzugsweise all dies auf einmal und bis gestern.

Fliehen ist da leider keine sinnvolle Option mehr. Trotzdem hilft Stress auch im modernen Arbeitsleben, Herausforderungen zu begegnen. Sind sie gemeistert, folgt oft ein positives Gefühl: Zufriedenheit, Belohnung, Bestätigung in Form von positivem Feedback und meist auch automatisch eine Erholungsphase. Aus der Glücksforschung weiß man: Gerade die Bewältigung schwieriger Situationen löst Glücksgefühle aus, weitaus mehr übrigens als rein erholsame Tätigkeiten und vorausgesetzt, man hat die Freiheit, sie selbstbestimmt anzugehen.

„Negativ wird Stress erst, wenn man ihn nach Feierabend mit nach Hause nimmt, gestresst einschläft und auch in der Nacht weiter Stresshormone ausgeschüttet werden“, erklärt Hagemann. Auch die körperlichen Folgen von Stress sind per se nicht gefährlich, erklärt der Experte: „Im Körper werden Adrenalin, Noradrenalin und Kortikoide ausgeschüttet. Dadurch steigen Herzfrequenz und Durchblutung, die Magendarmtätigkeit wird eingeschränkt und die Blutgerinnung beschleunigt. Zudem fährt das Immunsystem herunter, um Energie zu sparen. Wenn das ein paar Mal am Tag passiert, macht das nichts. Problematisch wird es erst, wenn es zum Dauerzustand wird.“

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