Kommasetzung, wann ein Komma setzen, Kommaregeln, Regeln der Kommasetzung, wann wird das Komma gesetzt
Endlich wissen, wann und wo ein Komma in der Korrespondenz gesetzt wird © Dean Drobot - Shutterstock

Kommasetzung und Kommaregeln: Typische Fehler und ihre Lösungen

Nicht nur über die Rechtschreibung und Grammatik der deutschen Sprache hat sich schon so mancher den Kopf zerbrochen, auch die korrekte Zeichensetzung, insbesondere die Kommasetzung, will gelernt sein. Während ein Punkt einen Satz beendet, dient das Komma dessen Gliederung - und hat es in sich: Wird das Komma vergessen oder falsch angewendet, kann es den Sinn eines Satzes möglicherweise völlig verändern.

Es ist also gerade als Sekretärin, Assistent oder Office-Professional wichtig, die Grundregeln der Kommasetzung zu kennen und richtig anwenden zu können. Dazu braucht es allerdings auch Kenntnis über verschiedene Satzarten, insbesondere den Hauptsatz und den Nebensatz.

In einigen Fällen, zum Beispiel bei Aufzählungen, liegt die Sache schnell auf der Hand, in anderen ist guter Rat gefragt.

Kommaregeln sind von großer Bedeutung

Kommas oder Kommata setzen (von der Rechtschreibung her ist beides möglich): Im Bürowesen ist die Kenntnis jeder dieser mehr oder weniger komplexen Regeln nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern auch von großer Bedeutung.

Schon bei den Anreden innerhalb geschäftlicher Korrespondenz beginnt das Dilemma. Auch am Ende eines Schreibens steht häufig die Frage im Raum, wie die Grußformel denn nun geschrieben wird: Mit oder ohne Komma?

Darüber hinaus gibt es immer wieder Fälle, bei denen sich der korrekte Gebrauch eines Kommas auch im Verlauf des Textes nicht sofort erschließt. Und nicht immer ist es leicht, sofort einen Hauptsatz zu definieren oder einen Nebensatz. Das ist häufig deshalb der Fall, weil durch die Rechtschreibreform, die die Kommasetzung miteinschließt, ebenfalls neue Regeln aufgestellt worden sind.

Viele Sekretärinnen, Office Manager und Chefsekretäre tun sich schwer, die Neuerungen zu verinnerlichen. Im Duden sind sämtliche neuen Regeln, die für die Kommasetzung gelten, aufgelistet. Allerdings ist es viel Arbeit, im Zweifel jedes Mal die Regel für das jeweilige Komma nachschlagen zu müssen.

Wer weiß es: Kommt vor sondern ein Komma?

Es gibt zahlreiche klassische Formulierungen, die zum Büroalltag dazugehören und dennoch ist die korrekte Kommasetzung unklar. Ob "Nicht nur(,) sondern auch" "Wie vereinbart(,)" oder "Wie bereits besprochen(,)", sind einige Grammatikregeln unklar.

Wichtig: Hier greift das Toleranzprinzip, d.h. Sie können, Sie müssen aber nicht zwingend ein Komma setzen.


Kleine Veränderungen führen zu Kommafehlern

Deshalb ist es sinnvoll, die Regel für die jeweilige Kommasetzung nicht nur auswendig zu lernen und sämtliche Erklärungen durchzuarbeiten, sondern diese auch, so gut es geht, zu verinnerlichen.

Obwohl sich die Inhalte der geschäftlichen Korrespondenz häufig gleichen, führen bei ein und demselben Satz möglicherweise auch nur kleine Veränderungen dazu, dass auf einmal ein Komma gesetzt werden muss. Überhaupt gibt es – bedingt durch die durch die Rechtschreibreform - viele Fälle, in denen den Verfassern freigestellt ist, Kommas bzw. Kommata zu verwenden oder es zu lassen. 

Ein gängiges Beispiel aus dem Alltag von Büroangestellten

Heißt es:  

„Wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen…“, 

oder „wir freuen uns Ihnen mitzuteilen….“? 

Laut Duden, der einen ähnlichen Satz mit gleicher Struktur als Exempel nennt („Ich freue mich schon darauf, dich wiederzusehen“) müsste in unserem Beispiel demnach ein Komma gesetzt werden. Hier handelt es sich um eine Infinitivgruppe (Infinitiv: Grundform eines Verbs) in Verbindung mit dem Wörtchen „zu“ („mitzuteilen“).

Im Grunde jedoch zielt die neue Regel darauf ab, bei Infinitivgruppen auf Kommata weitestgehend verzichten zu dürfen (aber nicht zu müssen).

Dazu noch ein Beispiel: 

„Wir freuen uns, euch mal wieder zu sehen“. 

„Wir freuen uns euch mal wieder zu sehen“. (vgl.:Studis online)

Wegen der Vielzahl der Ausnahmen sind Büroangestellte auf der sicheren Seite, wenn sie die entsprechenden Satzteile durch ein Komma abtrennen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, die einmal getroffene Entscheidung für oder gegen ein Komma vor Infinitivgruppen über den gesamten Text beizubehalten.

Beispiele für Einschübe

„Wir haben so lange darauf gewartet, den Kunden zurückzugewinnen, dass wir ihn am Ende einfach angeschrieben haben.“

Das Unternehmen muss sich, um ein endgültiges Urteil fällen zu können, nochmals mit der Thematik befassen.“

Ein Großteil der Unternehmen ist im Übrigen bei der alten Schreibweise geblieben und setzt diese konsequent um. Doch es gibt auch jede Menge Firmen, die sich gegen das Komma bei Infinitivgruppen ausgesprochen haben.

Bei Unklarheiten empfiehlt es sich für Sekretärinnen oder Assistenten, in einem Gespräch mit dem Vorgesetzten eine grundsätzliche Entscheidung über die künftige Vorgehensweise zu treffen.

Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel

Auf ein Komma wird verzichtet, wenn der Infinitiv des jeweiligen Verbs mit den drei Hilfsverbensein, werden, haben ein Prädikat (mehrteilig) bildet. Beispiele sind etwa: 

„Dieses Gerücht ist nicht kleinzukriegen.“

„Er hat mir den Verdienstausfall zu erstatten.“

„Das wird ihr zu denken geben.“

Analog der Rechtschreibregeln wird auch dann auf ein Komma verzichtet, wenn die Infinitivgruppe mit den Worten pflegen, brauchen, scheinen in Verbindung stehen. 

Auch dazu Beispiele:

„Der Kunde braucht sich darüber keine Gedanken zu machen.“

„Die Firmenbilanz scheint in diesem Jahr besser zu sein.“

Weitere Ausnahmen besagen auch, dass Infinitivgruppen in folgenden Fällen durch ein Komma vom Rest des Satzes getrennt werden: 

  • Einleitung der Infinitivgruppe durch die Worte um, außer, als, (an)statt, ohne
  • Abhängigkeit der Infinitivgruppe von einem Substantiv, das durch sie verdeutlicht wird
  • Ankündigung der Infinitivgruppe durch ein hinweisendes Wort wie damit, es, daran
  • Voranstellung der Infinitivgruppe in Verbindung mit einem hinweisenden Wort (z.B. das), welches auf sie Bezug nimmt

Wann aber werden entsprechend der Grundregeln Kommata gesetzt?

  • nach der wörtlichen Rede, nach Ausrufen und Anreden

„Ich habe dem Kunden schon geschrieben“, sagte der Chef. 

Ja, ich weiß. (Ausruf)

Sehr geehrter Herr Mustermann, vielen Dank für Ihr Schreiben.

  • zwischen zwei Sätze und zwischen Aufzählungen

Ich schreibe ihnen heute, weil ich morgen in Urlaub fahre.

Wir liefern ihre Bestellung – Milch, Mehl, Mais und Zitrusfrüchte – morgen aus. (Aufzählung)

  • vor Konjunktionen (zum Beispiel allein, doch, aber, jedoch, sondern)

Wir können Ihnen leider nicht helfen, jedoch können wir Ihnen folgendes Angebot machen.

Geliefert wird nicht morgen, sondern Dienstag. 

  • vor einem Nebensatz (Beisatz) und nach diesem

Als wir uns die Rechnung noch einmal angesehen haben, weil Sie diese ja beanstandet hatten, ist uns aufgefallen, dass Sie Recht haben. 

  • Zeitangaben, Literaturangaben und ähnliche Hinweise (jedoch nicht bei Appositionen wie etwa „Karl der Große) verlangen nach Kommata

Berlin, 2. August 2019

@ Die Regeln der Kommasetzung, erschienen im Mustermann-Verlag

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 2. August (,) statt. (Nach der Rechtschreibreform ist das Komma hinter dem Datum unnötig)

In erster Linie ist es die Aufgabe von Kommata, Aufzählungen und Sätze voneinander zu trennen. Das können zwei, aber auch mehrere sein.  Sie müssen nicht unbedingt durch eine Konjunktion eingeleitet werden – es können auch Hauptsätze sein oder Satzgefüge, die aus Haupt- und eingeleiteten Nebensätzen (zum Beispiel einem Relativsatz) bestehen und – jeder für sich – einen Teilsatz bilden. 

Der Hauptsatz besteht normalerweise aus mindestens einem Subjekt und einem gebeugten Verb. Er ist ein selbstständiger Satz – kann also für sich alleine stehen. 

Ein Beispiel: 

„Die Ware ist auf dem Weg“. (Subjekt „Die Ware“, konjugiertes Verb „ist“, Objekt „auf dem Weg“).

Ein Nebensatz kann nicht alleine stehen. Er ist von anderen Sätzen, meistens dem Hauptsatz abhängig und bildet mit ihm ein Satzgefüge. 

Ein Beispiel: 

„Die Ware ist auf dem Weg, nachdem sie auf den Lkw geladen wurde.“ 

Beispiel für zwei Hauptsätze:

„Der Kollege ist heute krank, er muss deshalb zu Hause bleiben.“

Beispiel für Haupt- und Nebensatz:

„Der Kollege geht heute nach Hause, weil er sich krank fühlt.“

Wenn jedoch kein kompletter Nebensatz vorliegt, wird kein Komma gesetzt: 

„Der Betrieb ist älter als ich.“

Kommata werden grundsätzlich – so die Regel - auch bei Aufzählungen gesetzt, wie an folgendem Beispiel zu erkennen ist: 

„Der Kunde kaufte Kaffee, Tee, Milch.“

Wenn aneinandergereihte Worte allerdings durch die Verwendung von Bindewörtern (Konjunktionen) wie und, weder-noch, sowohl-als auch, oder, sowie verbunden sind, wird kein Komma gesetzt: 

„Herr Meier und die Sekretärin sowie die Empfangsdame sind krank.“

Zu beachten ist außerdem, dass kein Komma bei Sätzen gesetzt wird, in denen zwei Adjektive hintereinander stehen, die nicht gleichrangig sind und sich darüber hinaus auch eines auf das andere bezieht: 

„Die Kunden lieben die schönen bunten Verpackungen.“

Dass Adjektive nicht gleichrangig sind, lässt sich daran erkennen, dass zwischen diese sinngemäß kein „und“ gesetzt werden kann. Zum Vergleich: Anders ist es bei „Die Kunden lieben die schönen und preiswerten Verpackungen.“ Hier sind die Adjektive gleichrangig, also werden die Worte voneinander abgetrennt, wenn das „und“ weggelassen wird.  

Partizip: Komma kann, muss aber nicht

Hinzu kommen auch verschiedene Wortgruppen, die einer Gliederung durch Kommata bedürfen. Darunter fallen unter anderem Partizipgruppen, die in vielen gängigen Sätzen ein Satzglied bilden.

In diesem Fall sind die Kommaregeln großzügig: Ein Partizip wie „singend“ mit dem Zusatz einer näheren Bestimmung „aus voller Kehle“ bilden eine sogenannte Partizipgruppe, bei der es dem Verfasser überlassen ist, ein Komma zu setzen oder auch nicht.

Die Ausnahme hier: Bildet ein Partizip keine Wortgruppe, darf kein Komma stehen. 

„Singend kam er ins Büro.“

Wird allerdings durch ein hinweisendes Fürwort eine Partizipgruppe eingeleitet, muss ein Komma gesetzt werden:

„Aus voller Kehle singend, so kam er ins Büro.“

Fazit zur umstrittenen Kommasetzung

Um die Kommasetzung bis ins Detail zu ergründen, braucht es sicherlich einen intensiven Ausflug in die Welt der deutschen Grammatik und Rechtschreibung. Es reicht jedoch fürs Erste schon aus, sich die wichtigsten Regeln zu verinnerlichen, um ein Komma korrekt zu setzen.

Die Kenntnis dieser Faustregeln erleichtert den Arbeitsalltag für die Korrespondenz im Büro und trägt dazu bei, Unsicherheiten im Haupt- und Nebensatz zu reduzieren.

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