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Recht auf Urlaub

Wer hat Anspruch auf Urlaub, in welcher Länge und was passiert zum Beispiel bei Erkrankung? Sonja Prothmann, Rechtsanwältin für Arbeitsrecht in Frankfurt, weiß Rat.

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf den im Bundesurlaubsgesetz geregelten Mindesturlaub, der bei einer Fünftagewoche 20 Arbeitstage beträgt und der sich bei einer höheren oder geringeren Arbeitstagewoche entsprechend verkürzt oder verlängert. In Arbeitsverträgen sowie Tarifverträgen kann zudem ein über den Mindesturlaub hinausgehender Urlaubsanspruch vereinbart werden. Schwerbehinderte haben außerdem einen Anspruch auf fünf zusätzliche Urlaubstage.


Neu im Job

In einem neuen Arbeitsverhältnis entsteht der Urlaub erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten, die in den meisten Fällen auch der Probezeit entspricht. Nach Ablauf der Wartezeit entsteht dann jedoch der gesamte Jahresurlaubsanspruch. Scheidet der Arbeitnehmer schon innerhalb der ersten sechs Monate wieder aus dem Arbeitsverhältnis aus, hat er allerdings Anspruch auf Teilurlaub für jeden voll gearbeiteten Monat.


Während des Urlaubs ist der Arbeitgeber verpflichtet, das Gehalt des Arbeitnehmers fortzuzahlen, wobei sich die Höhe nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn errechnet.


Anspruch auf Urlaub

Einmal vom Arbeitgeber gewährter Urlaub kann von diesem nicht ohne weiteres widerrufen werden. Auch ist der Arbeitnehmer nicht verpflichtet, während des Urlaubs E-Mails zu lesen oder erreichbar zu sein.


Krankheit und Urlaub schließen sich zudem aus. Wird der Arbeitnehmer innerhalb seines Urlaubes krank, muss er die Erkrankung dem Arbeitgeber anzeigen, fristgerecht eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen und kann dann seinen Urlaub zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.


Resturlaub mit ins neue Jahr

Grundsätzlich verfällt nicht genommener Urlaub am Ende eines Kalenderjahres automatisch. Nur für den Fall, dass der Urlaub aus betrieblichen Gründen oder aus in der Person des Arbeitnehmers liegenden Gründen, wie beispielsweise Erkrankung, nicht im laufenden Jahr genommen werden kann, wird er bis spätestens zum 31.03 auf das darauffolgende Jahr übertragen. Spätestens zum 31.03 verfällt er dann jedoch.


Eine Ausnahme besteht nur, wenn der Arbeitnehmer dauerhaft erkrankt ist. Wird der Arbeitnehmer zwischendurch wieder gesund, muss er den Urlaub nehmen, damit er nicht verfällt.
Wird der Arbeitnehmer gekündigt oder endet das Arbeitsverhältnis aus einem anderen Grund, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung, wenn der bis dahin bestehende Urlaubsanspruch noch nicht oder nicht vollständig erfüllt ist. Gleiches gilt auch, wenn der Arbeitnehmer dauerhaft bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses erkrankt war. Während des laufenden Arbeitsverhältnisses ist eine Abgeltung des Urlaubsanspruches in Geld jedoch ausgeschlossen.


Über die Expertin

In der Kanzlei Schmidt & Kollegen Rechtsanwälte Notarin berät Rechtsanwältin Sonja Prothmann als erfahrene Anwältin im Arbeitsrecht die Mandanten zu allen arbeitsrechtlichen Fragestellungen, wie Kündigung und Kündigungsschutz, Abmahnung, Abfindung, Urlaub, Teilzeit, Beratung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie Gestaltung von Arbeitsverträgen. 


Weitere Informationen unter ##link0##.

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