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Aalaf und Helau im Office: Regelungen für Arbeitnehmer

Dass die fünfte Jahreszeit vielerorts einen Ausnahmezustand darstellt, steht außer Frage. Und doch gibt es offizielle Regelungen für das närrische Treiben im Büro. Wie es sich rechtlich rund um Verkleidung und Krawatte abschneiden am Arbeitsplatz verhält, weiß Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice).

Ein traditioneller Spaß: Krawatte abschneiden. Doch Vorsicht vor rechtlichen Konsequenzen

Aalaf und Helau im Office

Indianer und Squaw im Büro? Ob Krankenschwester, Engelchen oder Teufel: In der närrischen Zeit kann es passieren, dass plötzlich anstatt der Kollegen verkleidete und geschminkte Narren mit im Büro sitzen. „Grundsätzlich gibt keine rechtliche Regelung für die Bekleidung am Arbeitsplatz“, sagt Michaela Rassat. „Eins ist aber unumstößlich: Arbeitnehmer müssen sich an die Arbeitsschutz- und Hygienevorgaben halten müssen, da bildet Karneval keine Ausnahme. Wer mit Lebensmitteln arbeitet, sollte kein Pailletten- oder Federkleid tragen. Auch muss natürlich die vorgeschriebene Schutzkleidung jederzeit und ohne Ausnahme getragen werden.“

Weisungsrecht des Arbeitgebers

Basierend auf seinem Weisungsrecht (§ 106 Gewerbeordnung) darf der Arbeitgeber in gewissen Grenzen über das Erscheinungsbild und somit auch über die Kleidung seiner Mitarbeiter bestimmen. Das heißt, in einem Unternehmen mit Kundenkontakt, wie beispielsweise in einer Bank, darf seriöse Business-Kleidung oder auch ein einheitliches Auftreten der Mitarbeiter gefordert sein. Hingegen dürfen in einer Bäckerei, die die Kunden mit Berlinern oder Krapfen versorgt, die Angestellten sicher eher verkleidet hinterm Tresen stehen. Ob Mitarbeiter nur eine rote Clowns-Nase tragen oder sich komplett verkleiden, sollten sie mit ihrem Vorgesetzten absprechen. Das gilt natürlich auch für die Verkleidung von Büroangestellten.

Achtung Sachbeschädigung: Krawatte abschneiden

An Weiberfastnacht, dem Donnerstag vor Rosenmontag, übernehmen traditionell die Frauen die Macht im Karneval. Die meisten Männer wissen mittlerweile, dass sie an diesem Tag, besonders in den Metropolen Köln, Düsseldorf oder Mainz, lieber auf die Krawatte ganz verzichten oder eine tragen, die so wie so schon lange ausrangiert werden sollte. Die D.A.S. Expertin rät Närrinnen jedoch, nicht jeden Schlips ungefragt abzuschneiden, denn: „Wenn der Krawattenträger mit dem Abschneiden nicht einverstanden ist, liegt rein rechtlich gesehen eine Eigentumsverletzung durch vorsätzliche Sachbeschädigung vor. Er kann dann sogar Schadenersatz fordern.“ 

Rosenmontag und Faschingsdienstag sind KEINE Feiertage

Rosenmontag und Faschingsdienstag sind reguläre Arbeitstage. Wer feiern möchte, muss Urlaub beantragen. „Einen Rechtsanspruch gibt es allerdings nicht“, ergänzt Rassat. Die Arbeit geht vor: Stehen gerade in der Karnevalszeit wichtige Projekte an oder drohen Personalengpässe, kann der Chef unter Umständen darum bitten, den Urlaub zu verschieben oder ihn sogar ablehnen. ABER: Hat das Unternehmen seinen Mitarbeitern bisher mehrere Jahre lang in einer Art betrieblichem Gewohnheitsrecht ohne Vorbehalte beispielsweise den Rosenmontag als bezahlten freien Tag gewährt, ist eine sogenannte betriebliche Übung entstanden. Mitarbeiter können daraus den Schluss ziehen, dass dies nun auch wieder gilt und haben in diesem Fall sogar einen Anspruch darauf. Im Nachhinein lässt sich eine solche betriebliche Übung nur schwer wieder abschaffen.

Aber Vorsicht: Hat der Chef die Freistellung immer nur unter Vorbehalt und für das jeweilige Jahr gewährt, entsteht keine betriebliche Übung und damit auch kein Anspruch auf einen freien Tag (Bundesarbeitsgericht, Az. 9 AZR 672/92). In einigen Unternehmen gibt es Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge, nach denen die Arbeitnehmer an einem der klassischen Karnevalstage frei haben. Arbeitnehmer sollten auf keinen Fall der Arbeit einfach fernbleiben, später kommen oder früher gehen.

Der Arbeitgeber kann diese Handlung als Arbeitsverweigerung auslegen und das wäre sogar ein Kündigungsgrund. Wenn Sie an Weiberfastnacht, Rosenmontag oder Faschingsdienstag feiern möchten, sprechen Sie am besten rechtzeitig mit Vorgesetzten und Kollegen und informieren Sie sich über die betrieblichen Regelungen in Ihrem Unternehmen.  

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