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Festschrift: So gelingt Ihnen das Schreiben für offizielle Anlässe

Ihr Chef soll ein Grußwort für die Mitarbeiterzeitung oder eine Festschrift schreiben – und beauftragt Sie damit, den Text zu verfassen? Kein Problem: Hier erfahren Sie, worauf es beim Verfassen ankommt.

Hier erfahren Sie, worauf es beim Verfassen von Grußworten ankommt.

Festschrift: So gelingt Ihnen das Schreiben für offizielle Anlässe

Grußworte findet man überall. Als mündlich gehaltene Reden zum Beispiel, bei der Eröffnung von Tagungen oder Preisverleihungen; aber auch in schriftlicher Form, in Mitarbeiterzeitschriften, Festschriften, Newsletter oder auf Websites.

Die Grußworte, die wir über die Medien kennen, stammen meist von bekannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens: Ministerinnen und Präsidenten, Schauspieler und Musikerinnen. Doch Sie brauchen kein Redenprofi zu sein, um für Ihren Chef ein gutes Grußwort zu verfassen.

Mit den folgenden Tipps schreiben auch Sie Grußworte, die Eindruck machen. Die Grundsätze sind dabei die gleichen, ob das Grußwort nun schriftlich formuliert oder vorgetragen werden soll.

Extra-Tipp:

Behandeln Sie auch ein schriftliches Grußwort wie eine kleine Rede.

Grußwort: Die richtige Länge

„Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende – und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen.“ Dieser Ausspruch von Mark Twain gilt umso mehr für Grußworte: Kurz sollten sie sein! Einige wenige Absätze (oder wenige Minuten bei mündlichen Grußworten) sind genug, sofern der Anlass oder die Veranstalter nicht mehr verlangen.

Das bedeutet vor allem: Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Chef ein klar begrenztes Thema für das Grußwort fest, das sich in dieser Kürze gut bewältigen lässt.

Damit Sie nicht lange nach einer floskelfreien Formulierung suchen müssen, habe wir für Sie die 132 besten Einstiegs- und Schlusssätze bereits zusammengestellt. Sie sind modern und expertengeprüft. Damit zaubern Sie jederzeit perfekte E-Mails und Briefe aus dem Ärmel.

Grußwort: Die passende Anrede

Die Anrede fällt in der Regel recht einfach aus: Man begrüßt diejenigen, an die sich das Grußwort richtet, zum Beispiel: „Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ oder „Liebe Patientinnen und Patienten“.

Bei großen, festlichen Veranstaltungen kann die Begrüßung auch länger ausfallen. Dabei gelten diese Regeln für die Reihenfolge der Begrüßung:

  • gewählte vor ernannten Personen
  • amtierende vor ehemaligen Amts- oder Würdenträgern
  • geistliche vor weltlichen Würdenträgern
  • Bundes- vor Landespolitikern 
  • Personen mit erworbenen Titeln vor denen mit verliehenen Titeln

Grußwort: Der gelungene Einstieg

Neugierig machen und Aufmerksamkeit wecken: Das ist das Ziel des Beginns einer jeden Rede und damit auch eines Grußwortes. Dieses Ziel können Sie auf verschiedenen Wegen erreichen.

Hier einige Beispiele:

humorvoll: „Ich habe einen Kurs im Schnelllesen gemacht und bin in der Lage, ‚Krieg und Frieden‘ in zwanzig Minuten durchzulesen. Es handelt von Russland.“ (Zitat von Woody Allen; beispielsweise für eine Tagung zur Leseförderung oder zu PISA).

provokativ: „Krankenhaus, ein schon von der Herkunft des Wortes negativ belegter Begriff!“ (Aus einem Grußwort auf der Homepage www.bundeswehrkrankenhaus.de)

Wir-Gefühl: „Eine gemeinsame Geschichte hat Lettland mit Deutschland schon lange verbunden.“ (Aus einem Grußwort auf www.botschaft-lettland.de)

historisch: „Vor 36 Jahren betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Und auch wir betraten Neuland mit der Gründung unseres …“ (Wenn Sie passende Daten suchen: Jahrestage-Chroniken gibt es als Buch, auf CD und auch im Internet).

aktuell: „Ob man sich nun vor dem internationalen Terrorismus fürchtet oder einfach unter Flugangst leidet – eine Reise in die Ferne ist nicht jedermanns Sache. Aber warum auch so weit reisen wenn sich praktisch vor der eigenen Haustür die schönsten Feriengebiete auftun.“ (Aus dem Grußwort des saarländischen Ministerpräsidenten für den Saarland-Service)

persönlich: „Dass Präsidenten hin und wieder Grußworte schreiben dürfen oder müssen, wissen Sie alle. Nach einigen Jahren lernt man die Szene kennen und findet hoffentlich die richtigen Worte für die jeweilige Veranstaltung. Meist gibt es nachher sogar einige Dankesworte – Routine halt. Doch diesmal ist alles anders (und dass ich das vorab bekenne, hängt mit einer jahrelangen Freundschaft mit Prof. Neugebauer zusammen […]. Also: Dieser Professor bittet mich, für das Grußwort ‚ein paar schöne provokante Worte zu finden‘.“ (Aus einem Grußwort von Prof. Dr. Lehmann zum Schmerzsymposium 2001 in Köln).

Das inhaltliche Konzept

Nach Anrede und Einstieg können Sie verschiedene Wege gehen: Sie können vom Allgemeinen auf das Besondere kommen (und dann eventuell wieder zum Allgemeinen gehen), oder Sie beginnen mit dem Besonderen, gehen dann über zum Allgemeinen und danach wieder zum Besonderen.

Was heißt das? Ein gekürztes Beispiel für den Weg vom Allgemeinen (gesellschaftliche Situation und Einordnung) zum Konkreten (spezielle Erfahrungen und Leistungen der Angesprochenen):

„Kulturarbeit im Krankenhaus ist eine humanitäre Aufgabe, die in enger und konsequenter Zusammenarbeit in einem breiten Spektrum Gleichgesinnter weiterentwickelt werden muss. […] An dem 1988 von der UNESCO begonnenen Projekt arbeiten mittlerweile mehr als zwanzig europäische Nationalkommissionen mit. […] Die Entscheidung der Krankenpflegeschule […], das Pflegepersonal regelmäßig in ‚Kreativworkshops‘ zeichnen und malen zu lassen, schafft wichtige Erfahrungen […]. In diesem Sinne wünsche ich dem Freiburger Beispiel viele Nachahmer und Erfolg in der Umsetzung der neuen Erfahrungen in der pflegerischen Tätigkeit.“ (Aus: „am Puls“ 2/95, Mitarbeiterzeitung des Universitätsklinikums Freiburg, Grußwort des Internationalen Koordinators des UNESCO-Projekts „Kunst im Krankenhaus“.)

Wichtig ist, dass Sie auf die konkrete Situation eingehen, die Zielgruppe direkt ansprechen, einen Dank und/oder Glückwünsche formulieren und je nach Anlass das bisher Erreichte oder Ziele für die Zukunft ansprechen.

Für den Schluss eines Grußwortes bietet sich ein positiver Ausblick an

Einige Beispiele:

„Ich wünsche allen Bewerberinnen und Bewerbern um den Förderpreis Ökologischer Landbau 2006 viel Erfolg!“ (Aus einem Grußwort der Bundesministerin Renate Künast.)

„Reiseauskunft Deutschland geht beispielhaft voran, um dem derzeitigen Rückgang im Reisegeschäft entgegenzuwirken. Der Saarland-Service stärkt darüber hinaus den Tourismus und damit auch die Standortqualität unseres Landes. Da kann man nur sagen, weiter so und weiterhin viel Erfolg!“ (Aus dem Grußwort des saarländischen Ministerpräsidenten für den Saarland-Service)

„Es wäre schön, wenn Ansätze wie dieser Schule machen würden und Medizin wieder zu ihrer ursprünglichen Bedeutung als ‚Heil-Kunst‘ zurückfände.“ (Aus dem Grußwort der Leiterin des Instituts für Bildung und Kultur zu einem Workshop für Pflegepersonal).

Zitate geben die richtige Würze

Viele Grußworte, ob geschrieben oder als Rede gehalten, arbeiten mit Zitaten. Aus gutem Grund: Ein Zitat kann gerade am Beginn eines Grußwortes mit wenigen Worten viel bewirken. Sie können damit zum Beispiel einen humorvollen, besinnlichen oder provokanten Ton anschlagen, können Ihre Ausführungen in einen größeren Zusammenhang stellen oder einfach einen prägnanten Einstieg ins Thema geben.

Einige Beispiele aus der Praxis:

„Nicht sehen können trennt von Dingen, nicht hören können trennt von Menschen.“ (Immanuel Kant; zitiert von der Ministerin Birgit Fischer anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Vereins der Schwerhörigen und Ertaubten Bonn und Rhein-Sieg-Kreis e.V., 2003.)

„Solange Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.“ (Johann Wolfgang von Goethe; zitiert von der Bundesfamilienministerin Renate Schmidt anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Deutschen Liga für das Kind, 2002.)

„Der wirtschaftliche Aufschwung wird ein rasches Ende nehmen, wenn uns die qualifizierten Nachwuchskräfte fehlen, ohne die im technischen Zeitalter kein Produktionssystem etwas leisten kann. Bildungsnotstand heißt immer auch wirtschaftlicher Notstand.“ (George Picht; zitiert von Bundesminister Wolfgang Clement zur Tagung „Qualifikation – Wettbewerbsfaktor für Unternehmen und Gesellschaft“, 2004.)

Auch als Schluss eines Grußwortes kann ein Zitat ideal sein.

Sie können damit

  • den Schlusspunkt der Argumentation prägnant darstellen
  • eine provokante Äußerung machen, die eine Diskussion anregt
  • die Leser oder Zuhörer mit einem Schmunzeln entlassen
  • Ihr Grußwort in einen größeren Zusammenhang stellen.
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