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Arbeit auf Zeit – doch für welchen Lohn?

Die Zeitarbeitsbranche boomt. Was die Vergütung betrifft, herrscht jedoch nach wie vor große Unsicherheit. Eine als Zeitarbeitnehmerin arbeitende Sekretärin hat jüngst geklagt, um dasselbe Gehalt wie die festangestellten Kolleginnen zu bekommen.

Die Zeitarbeitsbranche boomt. Viele Firmen setzen heute neben Festangestellten auf sogenannte Leih- oder Zeitarbeitnehmer.


Vorteile, Chancen und Unsicherheiten

Der Vorteil: Unternehmen können flexibler auf Marktveränderungen, Schwankungen der Auftragslage und Personalengpässe reagieren. Flexibilität kann auch für Arbeitnehmer einen Vorteil darstellen, wichtiger dürfte allerdings die Chance sein, über die Zeitarbeit eine Festanstellung zu ergattern. Unsicherheit herrscht allerdings bei der Vergütung.


Bundesarbeitsgericht gab Zeitarbeiterin Recht

Je nach Gestaltung des Arbeitsvertrages können Leiharbeitnehmer das gleiche Gehalt wie Festangestellte oder aber weniger bekommen. Dies sorgt für Verwirrung und führt häufig zu Auseinandersetzungen. Jüngst hat das Bundesarbeitsgericht (Az.: 4 AZR 656/06) einer als Zeitarbeitnehmerin angestellten Sekretärin einen Anspruch auf gleiche Bezahlung wie eine vergleichbare Festangestellte im Kundenunternehmen zugesprochen.


Was ist Zeitarbeit?

Als Zeitarbeit oder sogenannte Arbeitnehmerüberlassung gilt, wenn ein Arbeitgeber (Verleiher) bei ihm angestellte Arbeitskräfte (Leiharbeitnehmer) einem anderen Unternehmen (Entleiher) zur Verfügung stellt, der diese wie eigene Mitarbeiter einsetzt. Der Arbeitsvertrag der Leiharbeitnehmer besteht aber mit dem Zeitarbeitsunternehmen. Leiharbeitnehmer erhalten häufig weniger Gehalt als die im Unternehmen fest angestellten Mitarbeiter.


Equal Pay auch auf Zeit

Das seit Anfang 2003 geltende Diskriminierungsverbot (sog. Equal-Pay-Gebot) sollte dieser Praxis einen Riegel vorschieben. Es verpflichtet Zeitarbeitsunternehmen dazu, den bei ihnen angestellten Leiharbeitnehmern für die Dauer ihres Einsatzes beim Kunden dieselbe Vergütung wie den vergleichbaren regulären Angestellten des Entleiherbetriebes zu zahlen.


Ausnahme: Tarifverträge

Eine wichtige Ausnahme von diesem Gebot gilt allerdings nach dem Gesetz dann, wenn auf den Arbeitsvertrag zwischen Zeitarbeitsunternehmen und Leiharbeitnehmer ein Tarifvertrag Anwendung findet. Um die Folgen des Equal-Pay-Gebots zu umgehen, wurden in der Zeitarbeitsbranche nach 2003 zahlreiche Tarifverträge geschlossen. Seitdem kommt es immer wieder zu der Frage, ob Zeitarbeitnehmer nun nach Tarifvertrag oder nach Equal-Pay-Gebot bezahlt werden müssen.


Risikopotential Arbeitsverträge vor 2003

Ann-Charlotte Ebener, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Partnerin bei Schmalz Rechtsanwälte, stellt klar: "Vor Einführung des Equal-Pay-Gebots geschlossene Arbeitsverträge (sog. Altfälle) enthalten häufig keinen Verweis auf einen Tarifvertrag. Eine nachträgliche Ergänzung des Arbeitsvertrages um einen solchen Verweis, um damit das Diskriminierungsgebot zu umgehen, können die Zeitarbeitgeber meist nicht erzwingen. Das Bundesarbeitsgericht hat klar gestellt, dass eine Änderungskündigung mit diesem Ziel regelmäßig unwirksam ist."


Weitere Informationen unter www.schmalzlegal.com.

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