Mit Optimismus durch die Krise
„Ich spüre mehr denn je, dass ich eine wichtige Schnittstelle bin.“ Liane Otto, Assistentin der Leiterin des Vorstandsstabs des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin.

Mit Optimismus durch die Krise

Corona stellt die Arbeitswelt auf den Kopf. Viele Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice, nur wenige halten im Office die Stellung. Liane Otto ist eine von ihnen. Wie es ihr damit geht, berichtet die Assistentin von Silke Holzhause, Leiterin des Vorstandsstabs des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin.

Still ist es auf dem Gang, ungewohnt still. Auf der Vorstandsetage im achten Stock, wo sonst rund ein Dutzend Menschen arbeiten, telefonieren, zu Besprechungen zusammenkommen und strategische Entscheidungen treffen, sind heute nur drei Mitarbeiter vor Ort. Jeder in einem eigenen Büro, und falls ein Austausch nötig ist, mit mindestens anderthalb Metern Abstand zueinander. Gemeinsam mit dem Vorstand hält Liane Otto, die Assistentin von Silke Holzhause, Leiterin des Vorstandsstabs, die Stellung.

„Ich kümmere mich hier um Dinge, die von den Kollegen draußen nicht geregelt werden können“, erzählt sie mir per Skype und lacht. Liane Otto packt die Dinge pragmatisch an und versucht, ihre gute Laune zu behalten. Selbst wenn der Potsdamer Platz, an dem sich ihr Arbeitsplatz befindet, ohne Touristen wie ausgestorben wirkt, und die Regale im Supermarkt, in dem die Assistentin ihr Mittagessen holt, wie geplündert aussehen.

SCHWERPUNKT HOMEOFFICE

Es ist Freitag, Tag 5 der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus. Seit vier Tagen sind in der Hauptstadt sämtliche Schulen und Kindertagesstätten geschlossen. Das Land Brandenburg zog einen Tag später nach. Alle, die es möglich machen können, so die Order der Politik, sollen zu Hause bleiben, im Homeoffice arbeiten und sich um ihre Kinder kümmern. Das ist nicht in allen Unternehmen in gleichem Maße möglich.

Bei Liane Ottos Arbeitgeber, dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR), bei dem das Thema Familienfreundlichkeit von jeher eine große Rolle spielt, arbeiten derzeit 80 bis 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zu Hause aus. Auch die Tatsache, dass man sich beim Verband bereits auf das Thema Mobiles Arbeiten vorbereitet hatte, hat die rasche Anpassung an die aktuelle Situation erleichtert, sagt Liane Otto: „Die Kollegen aus der IT haben auf Hochtouren gearbeitet und schnell alle, die noch keines hatten, mit einem Notebook und sicheren VPN-Verbindungen ausgestattet. Außerdem haben sie kurzfristig noch weitere Lizenzen für Webkonferenzen besorgt.“

FREIWILLIG VOR ORT

Der interne Krisenstab des BVR hatte die Entwicklung von Corona schon länger im Blick. Als sich Anfang März die Pläne für die Schließung von Schulen und Kitas abzeichneten, gab er das Thema in die einzelnen Abteilungen. Das Vorstandsstabsteam wurde aufgefordert, gemeinsam Lösungen für das Arbeiten in Zeiten von Corona zu finden. Wer sich angeboten hat, weiterhin ins Büro zu kommen, sollte auf jeden Fall vom Doppel- in ein Einzelbüro ziehen.

Liane Otto fand es naheliegend, sich für das Vorstandsstabsteam zu melden, weil sie ein eigenes Büro hat und zu Fuß von der Arbeit nach Hause gehen kann. „Ich wohne in der Nähe vom Anhalter Bahnhof, bin in zehn Minuten daheim.“ Dafür können ihre Chefin, die Kollegen und Kolleginnen mobil – also in der Regel von zu Hause – arbeiten, die Assistentinnen der drei Vorstände zumindest tageweise. Ähnlich sieht es in den anderen Abteilungen des Bundesverbands aus.

ALS SCHNITTSTELLE WICHTIGER DENN JE

Liane Otto war überrascht, wie viele Kolleginnen und Kollegen sich in den ersten Tagen per Mail oder Telefon bei ihr meldeten. Das zeigt, wie wichtig in Krisenzeiten ein Ansprechpartner im Backoffice ist: „Manche erkundigen sich, ob es neue Entwicklungen im Verband gibt oder fragen, wie es mir so allein im Büro geht, andere benötigen Unterstützung. Manchmal muss ja doch etwas für einen der Vorstände ausgedruckt oder schnell eine Telko oder Videokonferenz auf die Beine gestellt werden.“ Was derzeit nicht immer ganz reibungslos funktioniert, weil inzwischen viele Firmen auf virtuelle Besprechungen setzen, die Kommunikationsnetze folglich aus- oder überlastet sind.

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