Diese Etikette-Updates sind für Ihr Auftreten entscheidend
„Auch bei Online-Konferenzen entscheiden Sie mit Ihrem Auftreten, wie Sie von Ihren Kunden, Kollegen und Vorgesetzten gesehen werden.“ Gabriela Meyer, Etikette-Expertin

Diese Etikette-Updates sind für Ihr Auftreten entscheidend

Arbeitswelt 4.0: Benimmregeln sind keineswegs verstaubt. Wer sie neu interpretiert, wird auch im digitalen Arbeitsumfeld als professionell und souverän wahrgenommen. Wie Sie modern und mit Stil punkten, verrät eine Knigge-Expertin.

Herzliche Begrüßungen sind derzeit einfach nicht möglich, denken viele. Schließlich ist das Händeschütteln tabu und die Maske verbirgt jedes noch so freundliche Lächeln. „Das ist ein Irrtum“, sagt Gabriela Meyer, Etikette-Trainerin und Inhaberin von Modern Life Seminars. „Es gibt einige charmante Alternativen zum klassischen Willkommensgruß, die den Hygiene-Regeln gerecht werden und trotzdem Freundlichkeit vermitteln.“ Denn Knigge-Regeln sind keineswegs statisch. Sie entwickeln sich vielmehr dynamisch und reagieren auf Veränderungen im gesellschaftlichen Miteinander, wie beispielsweise jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie.

Und so sieht man sie immer öfter, die indische Namaste-Geste, bei der die Handinnenflächen vor der Brust aneinander gelegt werden. Oder eine knappe Verbeugung im japanischen Stil. Und nicht zuletzt die Hand auf dem Herzen, verbunden mit einem leichten Nicken des Kopfes. Jede dieser drei kontaktlosen Begrüßungs- Varianten ist ein passender und businesstauglicher Ersatz für den früher üblichen Händedruck. Hinzu kommt die Mimik, sie wirkt trotz Maske. Denn ein echtes Lächeln lässt die Augen strahlen und kommt beim Gegenüber an. Am besten natürlich, wenn es von einer deutlich hörbaren, angenehmen Stimme und passenden Gesten begleitet wird. So lässt sich eine positive Grundhaltung ausdrücken und es kann, trotz räumlicher Distanz, Sympathie und gefühlte Nähe aufkommen.

DRESSDOWN IM HOMEOFFICE

Das zeitgemäße Begrüßungsritual ist aber nur ein Beispiel für die Etikette-Neuerungen im Jobumfeld, wenn auch ein besonders auffälliges. Sichtbar werden Veränderungen auch beim Thema Homeoffice. In Unternehmen lässt sich der Trend zum Dressdown schon länger beobachten, selbst Vorstände verzichten bei offiziellen Anlässen mittlerweile oft auf die Krawatte. Das Arbeiten von zu Hause aus, der neue Standard in Pandemiezeiten, hat diese Tendenz noch verstärkt. Es hat sich eine moderne Lässigkeit entwickelt.

Zwar bleiben der Pyjama und ein ungepflegtes Äußeres bei der morgendlichen Videokonferenz weiterhin tabu. Aber legere, bequeme Kleidung ist kein Stilbruch. „Denken Sie jedoch daran, dass Sie auch bei Online-Konferenzen mit Ihrem Auftreten darüber entscheiden, wie Sie von Ihren Kunden, Kollegen und Vorgesetzten wahrgenommen werden“, erinnert Gabriela Meyer. Denn Kleidung gibt Selbstsicherheit. Sie kann Kompetenz und Professionalität ausdrücken oder eben auch nicht.

EINE AUTHENTISCHE INSZENIERUNG

Zur überzeugenden und sympathischen Selbstpräsentation gehört es auch, die technischen Besonderheiten des Kommunikationsmediums zu berücksichtigen. Das gelingt, wenn Sie einige einfache Regeln befolgen. Dann lässt Sie auch die schlechteste Laptop-Kamera gut aussehen. „Achten Sie unbedingt darauf, genügend ausgeleuchtet zu sein. Es ist sehr ungünstig für die Kommunikation, wenn Gesprächspartner im Dunkeln sitzen und kaum erkennbar sind“, sagt Gabriela Meyer. Wichtig ist auch der Winkel, in dem die Kamera Sie aufnimmt. Eine Ausrichtung auf Augenhöhe ist optimal, so kommt es nicht zu seltsam wirkenden Perspektiven.

Angenehm fallen Sie auf, wenn Sie durch Ihre Kleidung oder Accessoires Farbakzente ins Spiel bringen. Das kann ein Oberteil in einer leuchtenden Farbe oder auch einfach eine bunte Modeschmuckkette sein. Die Wahl des Hintergrundes ist ebenso von Bedeutung. Er sollte einen authentischen Ausschnitt Ihres Lebens zeigen, aber eben nicht einen unattraktiven wie eine unaufgeräumte Küche, in der sich das schmutzige Geschirr stapelt. Auch hier bestimmen Sie selbst, welchen Eindruck Sie hinterlassen wollen. Ein Bücherregal, eine dezente Wanddekoration oder auch frische Blumen im Bildausschnitt zeigen Stilempfinden ohne steril zu wirken. Von computergenerierten Hintergründen rät Gabriela Meyer ab, da sie oft künstlich und unpersönlich erscheinen. Generell gilt: Weniger ist beim Hintergrund mehr. Am besten ist es, wenn Sie vor einem Online-Auftritt Ihre Wirkung auf Gesprächspartner durch einen Probelauf mit einer Freundin oder Kollegin testen.

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