New Work, Co-Work – Network!
Rund um die Welt netzwerken, das ist heute kein Problem mehr. Die Herausforderung dabei: Echte Verbindungen schaffen, Vertrauen bilden - und das braucht nach wie vor Persönlichkeit.

New Work, Co-Work – Network!

Mit der Digitalisierung entstehen nicht nur neue Arbeitsmodelle, sondern völlig neue Organisationsformen.

Starke Netzwerke werden dabei immer wichtiger. Was man beim Aufbau und der Pflege eines Netzwerkes in der digitalen Transformation beachten sollte.

 

Mit der Einsicht, dass Netzwerke nicht nur „denen da oben“ – in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – dienen, sondern schlicht und einfach allen Menschen, ist der Begriff Networking vor einigen Jahrzehnten geradezu explosionsartig zum Dauerthema geworden. Hinzu kam die überfällige Erkenntnis, dass starke Verbindungen nicht nur Männersache sind. Frauennetzwerke entstanden zu Tausenden und haben sich bis heute zum Teil grandios entwickelt. Sie sind jung, das ist ein Vorteil, denn den meisten fällt es deshalb leichter, die sozialen Medien mit ihren noch viel weiter gefassten Kontaktmöglichkeiten in das eigentliche Networking einzubeziehen. Dabei ist es wiederum eine Frage der eigenen Persönlichkeit und wohl auch Erfahrung, wie intensiv man welchen Typus von Netzwerk nutzt.

Lernen aus vielen Ländern

Für Nicole Stigler, Office-Managerin in der Finanzbranche, ist es die Begegnung, der persönliche Kontakt, das Gruppenerlebnis, vor allem aber die Internationalität, die sie an „ihrem“ Netzwerk liebt. 2016 war sie zum ersten Mal bei einem großen Netzwerk-Event von damals noch EUMA in Stockholm dabei (European Management Assistants). Heute nennt sich das in mittlerweile 25 Ländern vertretene Netzwerk IMA – International Management Assistants.

„Das war genau die Art von Netzwerken, die ich gesucht hatte“, schildert die Office-Managerin ihr Schlüsselerlebnis auf der damaligen Veranstaltung: „Rund 150 Kolleginnen und Kollegen, von denen ich niemanden kannte, ich habe so viele Leute kennengelernt dort! Ich fühlte mich sofort angenommen.“ Seitdem ist sie aktiv dabei, mittlerweile als Chairman IMA Germany, und schwärmt von der Effizienz und zugleich Wärme der regionalen, nationalen und internationalen Zusammenkünfte. „Ich kann meine beruflichen Themen platzieren, ich bekomme kompetente Auskunft, ich habe Freundschaften geknüpft, die auch in das Private hineinreichen, und das Netzwerk bildet natürlich auch weiter. Ich persönlich lerne wahnsinnig viel. Das Thema Digitalisierung habe ich über IMA deutlich schneller erfasst, als wenn ich nicht im Netzwerk organisiert wäre, auch durch die vielen Kontakte. Wie läuft das in den anderen Ländern, zum Beispiel bei den Finninnen, da habe ich sehr interessante Gespräche führen können.“

Netzwerksprache auf internationalen Treffen ist Englisch, für die Berufsgruppe Assistentinnen und Assistenten kein Problem. Heute ist das Netzwerk – gegründet 1974 von der Engländerin Sonja Vanular als The European Association of Professional Secretaries (EAPS) – in beiden Welten, real und virtuell, zu Hause. Die Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr in Genf konnte von den Mitgliedern auch online verfolgt werden. „Das wurde sehr gut angenommen“, erzählt Germany-Chairman Nicole Stigler. „Deshalb ermöglichen wir das im kommenden Jahr auch.“ Dennoch ist für sie immer noch der persönliche Kontakt entscheidend. „Aber vertiefen und aufrechterhalten, das geht bestens über social-media-Kanäle. Business-Themen beispielsweise über LinkedIn und Xing, und wenn aus den Kontakten mehr wird, eine berufliche oder gar private Freundschaft, dann tauscht man sich eben auch auf Facebook aus.“

Digitale Kontakte bleiben flüchtiger

Doch die Virtualität geht nicht ganz ohne Verluste einher, stellen zumindest jene fest, die die persönliche Begegnung viele Jahre mit gestaltet und genossen haben. Nicole Stigler hat bei IMA nachgefragt und dabei auch Stimmen eingefangen, die Veränderungen nicht ausschließlich positiv erleben. Karen Nanninga, früher Management-Assistentin, mittlerweile selbstständig als Coach, war jahrelang als International Executive Chairman im Netzwerk engagiert. Ihr geht es vor allem nach wie vor darum, miteinander wirken und füreinander da sein zu wollen, als echte Netzwerkerinnen.

Selbstverständlich gehört auch für sie die virtuelle Ebene dazu, jedoch: „Der persönliche Austausch, die guten Gespräche, das Zugehörigkeitsgefühl, das war früher deutlicher spürbarer. Allerdings musste man früher auch deutlich mehr miteinander telefonieren oder gar Briefe schreiben. So einfach wie heute war es damals nicht, Kontakte zu halten. Die Zeit, die man miteinander verbrachte, hat man dann allerdings auch voll genutzt. Heute sind die Kontakte zwar kontinuierlicher, aber auch flüchtiger.“

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office.