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Privates Engagement als Plus für den Job

Jeder Dritte ist laut Studie des Bundesfamilienministeriums abends oder am Wochenende für Vereine, beim Umwelt- und Tierschutz oder in sozialen Einrichtungen aktiv. Dieses Engagement lohnt sich für die Gesellschaft - und für die Arbeitswelt.

Privates Engagement als Plus für den Job

Die Deutschen leisten 4,6 Milliarden Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Jahr. Jeder Dritte ist laut Studie des Bundesfamilienministeriums abends oder am Wochenende für Vereine, beim Umwelt- und Tierschutz oder in sozialen Einrichtungen aktiv. Dieses Engagement lohnt sich für die Gesellschaft. Viele Freizeitaktivitäten wären ohne das Ehrenamt schlicht nicht möglich. Einen positiven Nebeneffekt gibt es auch für die Arbeitswelt: Wer sich in seiner freien Zeit um andere Menschen kümmert, stärkt seine Sozialkompetenz, was einem im Job zu Gute kommt", wie Personal-Guru Jörg Knoblauch beobachtet hat.


Auch Edeltraud Pflüger engagiert sich ehrenamtlich. Die 59-Jährige arbeitet seit 37 Jahren in der Göppinger Schwarz-Gruppe, einem Logistik- und Entsorgungsdienstleister. Als Mitarbeiterin von Gesellschafter Günter Schwarz ist sie als seine Assistentin in der Chefetage angekommen. "In diesem Job muss man couragiert zur Sache gehen", sagt sie. Etwa bei der Informationsbeschaffung für ihren Chef bei Kollegen nicht locker lassen oder mit Lieferanten verhandeln, um eine Veranstaltung zu organisieren. Das sind Dinge, die sie im Ehrenamt gelernt hat.


Pflüger engagiert sich für die Kirchengemeinde, in der sie lebt, managt dort Feste, Ausfahrten oder besucht Gemeindemitglieder im Pflegeheim. Es seien aber nicht nur die praktischen Fähigkeiten, die sie im Job anwende. Vielmehr sauge sie im Ehrenamt bei guten Gesprächen Wertschätzung auf und tanke so Energie. Die Folge: Im Arbeitsalltag kann sie nichts mehr so leicht erschüttern. "Ich lerne Demut und Dankbarkeit und schätze die kleinen Freuden des Alltags", ist ihre Bilanz.


Ehrenamt als Plus im Job

Jörg Knoblauch weiß, dass "die besten Mitarbeiter in ihrer Freizeit nicht nur konsumieren, sondern ihr Leben aktiv gestalten wollen". Deshalb würde etwa Edeltraud Pflüger auch im Job engagiert zu Werke gehen. Dass dem so ist, bestätigt Beate Schwarz. Die Tochter des Senior-Chefs ist Geschäftsführerin mehrerer Unternehmen innerhalb der Schwarz-Gruppe. Sie hat erkannt, inwiefern sich ehrenamtliche Tätigkeiten positiv auf die Arbeitsweise auswirken und schaut deshalb bei Bewerbungen genau hin.


"Ich achte immer im Lebenslauf auf die Hobbys", erklärt die 45-jährige Betriebswirtin. Stünden dort Leiterin einer Jugend- oder Sportgruppe oder Mitarbeit in einer politischen Organisation oder dem Umweltschutz, bekämen die Bewerber ein dickes Plus. Schwarz schätzt als regional verwurzelte Familienunternehmerin vor allem das ehrenamtliche Netzwerk ihrer Mitarbeiter. Oft nutze sie den direkten Draht zu Feuerwehrmitgliedern oder zu Stadt- und Gemeinderäten, die in ihrem Betrieb arbeiten. "So erfahre ich, wer in bestimmten Institutionen der richtige Ansprechpartner für uns ist", erklärt Beate Schwarz.


Sozialkompetenz fördern

Gute Erfahrungen hat auch Christine Albrecht gesammelt. Sie übernimmt ab und an den Wochenenden-Bereitschaftsdienst im Frauenhaus Nordschwaben. Soziale Kompetenzen wie zuhören können und Verantwortung für Dritte übernehmen, die sich in einer Notlage befinden, helfe ihr im Job, meint die Assistentin der Tempus GmbH. "Statt Ellenbogen einzusetzen, sind diese Mitarbeiter echte Teamplayer", verdeutlicht Knoblauch, der als Chef von Christine Albrecht ihre Arbeit und ihr soziales Engagement seit Jahren schätzt. "Oftmals handelt es sich um Menschen, die über ein bestimmtes Leistungsethos verfügen, sprich im Beruf erfolgreich sind. Dieses Pflichtbewusstsein setzt sich auch außerhalb des Arbeitsplatzes fort."


Knoblauch geht noch weiter und sagt: "Diese Leute zu finden, entscheidet in Zukunft über Gewinn und Verlust einer Firma." Er rät Unternehmern, eine Kultur des Ehrenamts im eigenen Betrieb zu thematisieren und zu fördern. Etwa, indem bei einer Betriebsversammlung Kollegen ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten vorstellen dürfen. Der Personalexperte ist sich sicher, dass der Austausch die Gemeinschaft in der Firma stärkt. Nach dem Motto "Gleich und gleich gesellt sich gern" sorge es dafür, dass diese Kultur Menschen anzieht, die ebenfalls so denken.


Gutes Zeitmanagement ist gefragt

Für Assistentinnen bedeutet ein Ehrenamt neben den persönlichen, positiven Effekten, die es mit sich bringt, vor allem ein gutes Zeitmanagement. Teilzeitkräfte können leichter eine Stunde pro Tag für ein karitatives Projekt investieren. Wer jedoch Vollzeit arbeitet und womöglich Überstunden leistet, muss exakt kalkulieren, wann er welches Zeitbudget setzt.


Beate Schwarz als Chefin von 170 Beschäftigten weiß, dass dafür eine hohe Flexibilität von Seiten des Arbeitgebers nötig ist, weil "die Leute manchmal früher gehen wollen oder Sonderurlaub beantragen", sagt sie. Um Konflikte zu vermeiden, empfiehlt sie, frühzeitig mit dem Chef zu reden und zu erklären, weshalb das Ehrenamt es erfordere, den Arbeitsplatz früher zu verlassen.

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