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Umschalten auf Gelassenheit

STRESSREDUKTION Wer im Büro gefordert ist, nimmt die Arbeit oft mit nach Hause – vor allem in Gedanken. Achtsamkeitsübungen helfen dabei, aus dem Kopfkarussell auszusteigen. Und schenken mehr Lebensqualität!

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist eine innere Haltung, die uns dabei hilft, mit Stress anders umzugehen.

Der Begriff Achtsamkeit begegnet uns ständig und das immer öfter auch im Arbeitskontext. Firmen wie Google und SAP haben schon lange eigene Achtsamkeitsprogramme für Führungskräfte und Mitarbeiter entwickelt: Das Training „Search Inside Yourself“ von Google gibt es bereits seit 2007.

Achtsamkeit wurde vor drei Jahren vom Zukunftsinstitut um den Trendforscher Matthias Horx sogar als Megatrend bezeichnet. Beim letzten Kongress „Meditation & Wissenschaft“ in Berlin stellten die Europäische Zentralbank sowie die Unternehmen Beiersdorf, Lufthansa, Ottonova und Upstalsboom eigene Konzepte vor, wie sie Achtsamkeit im Arbeitsalltag und in der Unternehmenskultur verankern.

Doch Achtsamkeit ist mehr als ein verordnetes Konzept, das uns zu noch mehr Selbstoptimierung und produktiverem Arbeiten anhält. Es ist eine innere Haltung, die uns dabei helfen kann, mit Stress anders umzugehen und so den fordernden Büroalltag erleichtert.

Beobachten ist Königsdisziplin

„Achtsamkeit bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein und die Gegenwart wahrzunehmen und zu beobachten – ohne sie zu bewerten oder etwas verändern zu wollen“, sagt Maren Helmbold. Sie ist zertifizierte Achtsamkeitstrainerin und war rund zehn Jahre Vorstandsassistentin, zuletzt beim WWF, wo sie jetzt als Referentin des Vorstands arbeitet.

Die 39-Jährige kam zum Thema Achtsamkeit in der Zeit einer beruflichen und privaten Krise. Sie litt unter Schlafstörungen und Unruhezuständen und war auf der Suche nach etwas, womit es ihr besser ging. Von Achtsamkeit und MBSR (englisch für Mindfulness-Based Stress Reduction) hatte sie bereits gehört.

MBSR ist ein achtwöchiges, wissenschaftlich fundiertes Übungsprogramm für die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Es wurde Ende der 1970er-Jahre vom Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn entwickelt. Hier lernen die Teilnehmenden verschiedene Formen der Achtsamkeitsmeditation kennen: den Bodyscan, die Atembeobachtung sowie Sitz- und Gehmeditation und achtsames Yoga. Die Übungen werden einmal wöchentlich in der Gruppe sowie täglich zuhause selbstständig praktiziert.

Da sie eher kopfgesteuert und leistungsorientiert geprägt war, war Maren Helmbold skeptisch, wie das „bloße Herumsitzen“ ihr helfen sollte. Doch die vielen Studien, die es bereits zur Wirksamkeit von Achtsamkeit auf das Gehirn gibt, brachten sie dazu, die Methode selbst auszuprobieren.

Den Stress anders wahrnehmen

Die Teilnehmenden eines MBSR-Kurses erlernen durch die Wahrnehmungsübungen, sich mit den eigenen Denk- und Verhaltensmustern auseinanderzusetzen. Außerdem hat der Kurs eine theoretische Komponente: Wie entsteht Stress? Wie wirkt er sich auf den Körper und das Handeln aus? Welche Stressfaktoren gibt es? Durch eine achtsame Haltung wird der Bürostress nicht weniger, doch die Wahrnehmung verändert sich. Das heißt, wir lernen in einer stressigen Situation nicht sofort und automatisch zu reagieren. Stattdessen schaffen wir inneren Raum, sodass der Körper den Stress nicht sofort als Bedrohung interpretiert.

„Es geht erst einmal darum, den Körper, die Gedanken und die Gefühle wahrzunehmen und freundlich und mitfühlend zu registrieren, was passiert“, sagt Maren Helmbold. Während des MBSR-Kurses war sie zunächst sehr streng mit sich und machte akribisch die Übungen zu Hause. Sie fand es schwierig, das ständige Bewerten sein zu lassen. Erst als sie nach der Hälfte des Kurses zu einem freundlicheren inneren Umgang mit sich gefunden hatte, nahm sie die positive Wirkung wahr. Sie konnte besser schlafen und war konzentrierter bei der Arbeit, registrierte ihre Grenzen und merkte schneller, wann sie eine Pause brauchte.

Achtsamkeit bringt jedoch nicht nur persönliche Vorteile, sondern kann auch die Beziehungsebene verbessern: „Mir wurde von anderen gesagt, dass ich viel aufmerksamer zuhörte“, erzählt Maren Helmbold.

Von der Assistentin zur Achtsamkeitstrainerin

Von den Achtsamkeitsübungen war Maren Helmbold so angetan, dass sie sie nicht nur weiterhin regelmäßig praktizierte. Sie ließ sich zur MBSR-Lehrerin ausbilden und leitet heute in Berlin Kurse für gestresste Großstädter. Gerade Assistentinnen empfiehlt sie einen Achtsamkeitskurs, weil sie ständig neu priorisieren müssen und eine Flut von Anfragen und Aufgaben zu bewältigen haben.

MBSR kann dabei helfen, sich gegen die unterschiedlichsten Reize und Stimmungen im Team oder der Führungskraft zu wappnen. Ein Acht-Wochen-Kurs ist ein leichter Einstieg, da in der Gruppe gemeinsam geübt wird und dieser Zeitraum es dem Gehirn ermöglicht, neue Gewohnheiten zu etablieren.

Natürlich ist Achtsamkeit auch selbstständig mit Büchern oder Apps erlernbar. Doch der Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten unterstützt und motiviert. Zudem ist MBSR gerade als Präventionsmaßnahme empfehlenswert, denn im akuten Burnout helfen erst einmal nur medizinische und therapeutische Unterstützung. Doch leider sei es oft so, dass Menschen sich erst Hilfe suchten, wenn es zu spät ist, weiß Maren Helmbold.

Nach einem Achtsamkeitskurs ist die tägliche Meditation nicht unbedingt zwingend. Die Teilnehmenden picken sich die Übungen heraus, die für sie funktionieren. Achtsames Essen oder achtsames Gehen auf dem Weg zur Arbeit sind genauso wertvoll. Wichtig ist vor allem die innere Haltung. Maren Helmbold praktiziert weiterhin fast jeden Tag mindestens eine halbe Stunde Meditation oder achtsames Yoga, manchmal abends nach einem stressigen Tag, doch am liebsten gleich morgens: „Ich kann gelassener in den Tag starten und baue gar nicht erst soviel Stress auf.“ Sie kann sich ein Leben ohne Meditation nicht mehr vorstellen.

Dieser Text stammt aus working@office. Jetzt gratis testen!

Ein täglicher guter Plan

Der so genannte ganzheitliche Terminkalender „Ein guter Plan“ vereint Achtsamkeit und praktische Lebensbeobachtung und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Wöchentlich gibt es Tipps zu Achtsamkeit, mentaler Gesundheit und Selbstmitgefühl - mal humorvoll, mal ernst, aber immer praxisorientiert. Zudem finden sich angeleitete Reflexionen jeweils am Monatsende. Mithilfe der Achtsamkeitsampel können Gewohnheiten täglich nachverfolgt und überprüft werden. Am Anfang steht ein 30-seitiger Coachingteil mit Fragen zu Lebensplanung, Zufriedenheit und Stresslevel. „Ein guter Plan“ ist in vielen Farben erhältlich und wurde bereits mit dem Red-Dot-Design-Award ausgezeichnet.

Mehr auf: einguterplan.de

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