Krisenmanagement: Richtig reagieren, wenn was passiert
In Deutschland gilt eine gesetzliche Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter, die ein erprobtes Risikomanagement erfordert.

Krisenmanagement: Richtig reagieren, wenn was passiert

Eine so allumfassende Herausforderung wie die Corona-Krise ist bislang einmalig. Krisen generell sind heute aber eher nicht mehr selten. Das Management kritischer Situationen sollte deshalb zur Regel werden: Was tun zum Beispiel, wenn Mitarbeiter im Ausland festsitzen? Ein Aktionsplan nicht nur für Travel-Manager.

Ob Naturkatastrophen, extreme Wetterlagen, politische Unruhen oder medizinische Notfälle: Die Anlässe, auf Geschäftsreise im Ausland zu stranden, sind vielfältig. Dass das entsendende Unternehmen in diesem Fall unterstützend eingreifen muss, hat nicht nur mit persönlichem Mitgefühl zu tun. In Deutschland gilt eine gesetzliche Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter, die ein erprobtes Risikomanagement erfordert. Doch nur etwas mehr als die Hälfte aller Unternehmen kann laut der Studie „Chefsache Business Travel 2019“ im Auftrag des Deutschen Reiseverbandes (DRV) ein entsprechendes Szenario vorweisen.

Bloß kein Buchungs-Chaos

Einer der wichtigsten Aspekte im Krisenfall ist die Lokalisierung der Mitarbeiter: „Nur wer den genauen Aufenthaltsort der Mitarbeiter kennt, kann feststellen, ob sie betroffen sind“, erklärt Andrea Zimmermann. Sie ist Unternehmensberaterin für Travel-Management und berät auch kleine Unternehmen im Rahmen von Workshops und Kurzanalysen. Mitunter ist die Lokalisierung jedoch gar nicht so einfach. Zwar arbeiten laut „Chefsache Business Travel 2019“ immerhin 70 Prozent aller Geschäftsreisenden mit Geschäftsreisebüros zusammen, doch 83 Prozent buchen Teile der Reisen selbst. Oft sind das Hotelbuchungen und einfache Flugverbindungen, die sich bequem über Internetportale erledigen lassen. Im Krisenfall kann das problematisch sein, denn nicht immer sind diese Buchungen sofort griffbereit.

„Falls alle Buchungen über ein Reisebüro laufen, kann dieses bei der Lokalisierung mithilfe von Partnern unterstützen. Das ist vielfach der Weg für mittelständische Unternehmen“, erklärt Zimmermann. Alternativ lassen sich externe Buchungen auch über eine Schnittstelle oder automatische Weiterleitung zum Beispiel der Hotelbuchungsplattform herausfinden, was jedoch mit Kosten verbunden sein kann.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen mit geringerem Buchungsvolumen erledigen die Reiseorganisation oft in Eigenregie. Auch – oder gerade – in diesem Fall lautet die Grundregel „Wenn Buchungen über andere Buchungskanäle laufen, ist ein vorgegebener Prozess für den Buchungsweg und die konsequente Weiterleitung der Daten an eine zentrale Stelle essenziell, um die Lokalisierung aller Mitarbeiter und deren Unterstützung im Fall der Fälle zu sichern“, erklärt Zimmermann.