Reden verbindet
Miteinander im Gespräch zu bleiben helfe in Krisenzeiten, „ein verbindendes Momentum aufrechtzuerhalten“, schreiben Simone Burel und Noah Fleischer von der Linguistische Unternehmensberatung LUB GmbH.

Reden verbindet

Die Pandemie und ihre Folgen werden Unternehmen und Verbraucher noch lange begleiten. Das ist ein Ausnahmezustand, der auch eine besondere Form der Kommunikation erfordert, intern wie extern. Was Profis empfehlen – und welche Rolle die Assistenz dabei spielen kann.

Bereits „normale“ Krisen verlangen Unternehmen eine Menge Feingefühl, Präsenz und kommunikative Kompetenz ab. Eine Pandemie wie vom Corona-Virus ausgelöst ist eine noch nie dagewesene Situation – und eine existenzielle Bedrohung für alle. „Plötzlich potenziell todbringende Katastrophen von außen machen uns alle erst einmal sprachlos“, schreibt die Linguistin Dr. Simone Burel: „Wir haben Angst vor dem Ungewissen, Unbekannten, Unkontrollierbaren, Nicht-Einschätzbaren – beim Fall von Corona kommt auch die unsichtbare Bedrohung hinzu.“

Die 34-jährige Sprachwissenschaftlerin leitet in Mannheim die Linguistische Unternehmensberatung LUB GmbH. Zusammen mit ihrem LUB-Kollegen Noah Fleischer, Organisationsberater und Scrum-Master, veröffentlichte sie im Mai ein E-Book mit Kommunikationshilfen für die Corona-Zeit: „In Krisenzeiten ist unser Handeln häufig getrieben von auf uns einprasselnde Kommunikation und Kommunikationsnachfrage. Erst, wenn wir diese erfolgreich managen, können wir die Kontrolle über unser Handeln zurückgewinnen. Erst, wenn wir unsere Sprache wiederfinden, können wir die Situation bewältigen.“

NEUE INFORMATIONSKANÄLE EINRICHTEN

Die erste Schockwelle ist vorüber, wir sollten unsere Sprache wiedergefunden haben – und sie gezielt, überlegt und flexibel der jeweiligen Situation anpassen. Miteinander im Gespräch zu bleiben helfe in Krisenzeiten, „ein verbindendes Momentum aufrechtzuerhalten“, schreiben Simone Burel und Noah Fleischer: „Wer es schafft, die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eine Krise zu führen und sie angemessen kommunikativ zu ‚pampern‘, wird es anschließend gedankt bekommen: durch höhere Motivation, besseren Zusammenhalt, wahres Commitment – die Employer Brand gewinnt an Wert.“

Die beiden LUB-Kommunikationsexperten empfehlen zum Beispiel:

  • Für die Organisation relevante Informationen müssen stündlich oder täglich ausgewertet und verbreitet werden.
  • Es sollte auf mehreren Kanälen zugleich kommuniziert werden (E-Mail, Intranet ...), neue Kanäle müssen eingerichtet werden (z. B. Notfall-Hotlines, Kontakte zu Behörden etc.).
  • Nur relevante Informationen sollen verbreitet werden, Gerüchte überprüft, Falschmeldungen gestoppt werden.
  • Fachinformationen (zum Beispiel zum Infektionsschutz oder arbeitsrechtliche Regelungen) müssen aus der Fachsprache in eine „Vermittlungssprache“ übersetzt werden.
  • Im Falle einer Infektion oder eines anderen kritischen Ereignisses müssen Kommunikationsmaßnahmen vorhanden sein, um den Betrieb einzustellen oder zu evakuieren – und auch Informationen, die der Beruhigung und Aufmunterung dienen, sollten vorbereitet sein.

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