Wie das Leben so tanzt
Linda Christin Düsedau ist „schon ein bisschen stolz“ auf ihren Job beim Schifffahrtsunternehmen Hapag-Lloyd. Die Seefahrt ist für viele Hanseaten eine Herzensangelegenheit – „ich bekomme oft Bilder von Kolleginnen und Kollegen, die irgendwo auf der Welt einen Container von uns sehen.“ © Thies Raetzke

Wie das Leben so tanzt

Dass die gebürtige Hamburgerin einmal bei einem so traditionsreichen Schifffahrtsunternehmen wie der Hapag-Lloyd AG „an Bord“ gehen würde, war eigentlich nicht geplant. Eine Karriere auf der Bühne war der Traum, heute ist sie Assistentin des COO – und fühlt sich so wohl wie ein Schiff im Wasser.

Es wäre sicher naheliegend, diesen Text mit AHOI zu beginnen. Passender ist allerdings OHA!, denn was die gebürtige Hamburgerin beruflich vorzuweisen hat, bringt einen wirklich zum Staunen. Linda Christin Düsedau hat Gesang, Tanz und Schauspiel studiert, bevor sie eine, sagen wir „bürgerliche“ Laufbahn einschlug, zunächst als Veranstaltungskauffrau und schließlich als Assistentin für verschiedene namhafte Hamburger Unternehmen.

Zum Beispiel bei „Optiker Bode“, in der Hansestadt an der Alster seit Jahrzehnten eine Institution rund um Brille & Co., gut vier Jahre lang war sie dort Sekretärin der Geschäftsleitung. Im Januar 2016 wechselte sie zu ihrem heutigen Arbeitgeber, der Hapag-Lloyd AG. Nicht nur für Hamburger hat der Name dieser traditionsreichen Reederei einen ganz besonderen Klang. Es komme tatsächlich fast immer eine freudige Reaktion, wenn sie die Frage nach ihrem Job beantwortet, erzählt Linda Düsedau, und wer in der Hansestadt aufgewachsen ist, reagiere oft geradezu gerührt.

„Schließlich sind wir alle groß geworden mit Hapag-Lloyd, das Geschäftshaus liegt mitten in der Stadt, direkt an der Alster am Ballindamm, da habe ich auch meinen Arbeitsvertrag unterschrieben.“ Seit fünf Jahren gehört sie nun zur rund 800-köpfigen Belegschaft am Ballindamm, weltweit sind es mehr als 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in knapp 130 Ländern.

Angefangen hat sie als Teamassistentin im Bereich Corporate Insurance Risk Management. Mit Fortbildungen war sie gerade dabei, sich weiterzuqualifizieren, als mitten in der Corona-Krise, im Mai 2020, eine aufregende Anfrage kam: Die Stelle als Assistentin für den COO war zu besetzen. „Das hat mich echt umgehauen. Schließlich hatte ich ziemlich feste Pläne, was meine berufliche Zukunft betraf.“

EINE KARRIERE-CHANCE ZUR RECHTEN ZEIT

Die Zertifizierung zum Scrum Master hatte sie in der Tasche, als Nächstes wollte sie den Agile Coach anpeilen, was irgendwann den Abschied aus dem Assistenzbereich bedeutet hätte. „Und dann dieses Angebot!“ Sie bat sich Bedenkzeit aus und dachte zugleich, womöglich ist das jetzt ein Riesenfehler, nicht sofort zuzusagen. Doch die Zeit zum Überlegen habe sie einfach gebraucht, sagt sie rückblickend, schließlich sei ein Aufstieg in eine solche Position eine durchaus folgenreiche Entscheidung.

„Die Taktung ist eine ganz andere da oben, es ist zeitintensiver, die Aufgaben haben eine andere Dimension, die Zusammenarbeit ist eine andere.“ Sie entscheidet sich schließlich für den Schritt „nach oben“ und wird Senior Assistant von Chief Operating Officer Dr. Maximilian Rothkopf. „Ich konnte mir einfach gut vorstellen, mit Max zusammenzuarbeiten“, sagt sie. „Das war durchaus ausschlaggebend für meine Entscheidung.“ Seit Juni 2020 sind die beiden nun ein Team auf operativer Management-Ebene. Einerseits bedeute das für sie klassisches Backoffice, beschreibt Linda Düsedau ihren „Alltag“, den es genau genommen gar nicht gibt.

„Typisch gibt es bei uns nicht so“ – andererseits eröffne ihr das ganz neue Freiräume für ihre berufliche Entfaltung. „Ich darf hier einfach machen“, sagt sie, „mein Chef fördert Selbstständigkeit und Kreativität. Ideen und Impulse sind ihm wichtig, ebenso wie Prozesse hinterfragen, proaktiv arbeiten, mutig sein, mitdenken, vorausdenken. Das ist genau das, was ich für mich und meine Arbeit brauche.“

Eine ihrer Lieblingsaufgaben ist die Digitalisierung von Prozessen, erzählt sie, „analoge Strukturen in digitale umwandeln, Schritt für Schritt, das macht mir einfach Spaß.“ Dass so ein „Dickschiff“ wie Hapag-Lloyd, dessen Wurzeln bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen, sich konzernbedingt bedächtig entwickelt, liegt nahe. Doch die Notwendigkeit, sich mit dem Wandel im Transportgeschäft immer wieder neu zu erfinden, ist natürlich längst erkannt. Das öffnet Türen und ermöglicht Neues, wie beispielsweise ein Netzwerk für Assistentinnen, das Linda Christin Düsedau gegründet hat.

„Das war so eine Idee, die sich aus einem gemeinsamen Workshop mit Silke Nevermann von Office Concepts für die Assistentinnen bei uns entwickelt hat.“ Man stellte erstaunt fest, was die anderen Kolleginnen alles wissen, wo welches verborgene Know-how steckt – und dass es grundsätzlich ein großes Interesse gab, mehr über die Arbeit von Kolleginnen und Kollegen zu erfahren, nicht nur im Assistenzbereich. So entstand das Assistentinnen-Netzwerk Hapag-Lloyd mit dem Namen „assist2gether“.

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