Mit viel Gefühl durch schwere Zeiten
Tatjana Sauer und Wolfgang Puff setzen sich für die Belange des Handels ein – gut gelaunt und voller Energie. © Simone Sauer

Mit viel Gefühl durch schwere Zeiten

Der Handelsverband Bayern (HBE) ist in Zeiten der Pandemie ein besonders gefragtes Forum für seine Mitglieder. Die monatelange Krise macht Planung schwierig und gefährdet Existenzen. Die Assistentin des Hauptgeschäftsführers ist an allem ganz nah dran – und bewältigt den ungewöhnlichen Corona-Alltag mit handfestem Wissen und emotionaler Intelligenz.

Rückblick auf Ostern 2021: Die Geschäfte in Bayern waren gerade mal wieder drei Wochen geöffnet, zumindest für Click & Meet, da droht schon wieder der nächste Lockdown. Es gilt, die dritte Corona-Welle in den Griff zu bekommen. Beim Handelsverband Bayern rufen die Beschlüsse der Politiker nur noch Unverständnis und Proteste hervor. Zahllose Existenzen stehen auf dem Spiel, ganze Lebenswerke drohen unterzugehen.

Verbandsmitglieder, Ladeninhaber, Geschäftsführer und Ehrenamtliche suchen Unterstützung bei Hauptgeschäftsführer Wolfgang Puff und landen damit häufig erst einmal bei seiner Assistentin Tatjana Sauer. Sie tröstet, wo sie kann, sie gibt Rat oder sie verbindet die Anrufer mit Kollegen, die weiterhelfen könnten. Ob Beschwerde oder Sorge, die Assistentin nimmt ihre Rolle als Bindeglied ernst: „Am besten wirkt, wenn ich erst einmal einfach nur zuhöre. Danach können wir gemeinsam überlegen, was zu tun ist, weil sich der Anrufer verstanden fühlt.“

GUT VERNETZT ÜBER DEN TELLERRAND HINAUS

Tatjana Sauer arbeitet dem Hauptgeschäftsführer, dem Präsidenten und der Bezirksgeschäftsführerin für München-Oberbayern in der Zentrale des Handelsverbands Bayern zu. Mit ihren 39 Jahren blickt sie bereits auf eine lange Berufserfahrung im Verband zurück. Seit über 15 Jahren ist sie dabei und kennt das Haus und die dazugehörigen Branchen gut. Und sie ist bestens vernetzt, mit den Schwester-Verbänden in den anderen Bundesländern, mit der Zentrale in Berlin und mit den bayerischen Ministerien.

Zu ihren Tätigkeiten gehören die üblichen Sekretariatsaufgaben wie Terminplanung, Reiseplanung und Reisekostenabrechnung, doch immer wichtiger wird es, ihrem Vorgesetzten Wolfgang Puff den Rücken freizuhalten. Sie übernimmt eigene Projekte und entlastet ihn damit. Das ist, noch dazu in Zeiten einer Pandemie, nicht unbedingt ein Nine-to-Five-Job. Die Assistentin, die nach getaner Arbeit gern beim Jogging, Musikhören oder dem Gemüseschnippeln fürs Abendessen entspannt, sieht es als willkommene Herausforderung: „In meinem Beruf kommt keine Langeweile auf. Langeweile fände ich unerträglich.“

Spontan und flexibel auf neue Gegebenheiten reagieren und dabei die gute Laune bewahren, darin ist die Enddreißigerin mittlerweile geübt. Mit ihrem Chef arbeitet sie im vierten Jahr gut und vertrauensvoll zusammen. Sie schätzt sein hohes Engagement: Der Hauptgeschäftsführer telefoniert, wenn es sein muss, auch gegen Mitternacht noch für die Verbandsmitglieder. Umgekehrt weiß er, dass er sich hundertprozentig auf seine Assistentin verlassen kann. „Vertrauen, Verlässlichkeit, Verschwiegenheit, das ist eine schöne Alliteration und die oft unterschätzte Basis für Zusammenarbeit und Erfolg“, sagt Wolfgang Puff. „Es muss laufen, denn die Herausforderungen sind ganz erheblich, und ich muss mich auf meine Kernaufgaben konzentrieren können.“

AUFSTIEG MIT MUT – UND GUTER BASIS

Tatjana Sauers geräumiges Büro im vierten Stock des repräsentativen Verbandsgebäudes ist nur eine Minute vom Königsplatz in München entfernt und liegt am Rande des Museumsviertels. Der Raum ist weiß und modern möbliert, Tatjana Sauer arbeitet am liebsten an ihrem höhenverstellbaren Schreibtisch, das schont ihren Rücken. Zur Schule gegangen ist sie im Bayerischen Wald, dann zog sie nach München und absolvierte eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten. In einer zweiten Kanzlei vertiefte sie ihre Berufserfahrung, 2005 wechselte sie schließlich in die Rechtsabteilung des Handelsverbands.

Drei Jahre später ergab sich eine Gelegenheit zur Veränderung. Die Assistentin des damaligen Hauptgeschäftsführers fiel plötzlich krankheitsbedingt aus, bei Tatjana Sauer klingelte das Telefon: „Wollen Sie den Job übernehmen?“ Damals war sie die jüngste Mitarbeiterin im Haus. Sie überlegte nicht lange, sondern sprang ins kalte Wasser, denn die Möglichkeit einer Einarbeitung gab es nicht. „Zum Glück hatte meine Vorgängerin alles gut dokumentiert. Was ich wissen musste und zu tun hatte, fand ich in den Aktenordnern im Büro. Die habe ich abends und am Wochenende studiert“, erinnert sich die Assistentin an ihren Troubleshooter-Einsatz.

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