Frauenpower für mehr Frauenpower
OFFICE-STAR Ina Angela Lindner: „Für unser Tagesgeschäft sind wir kein wirklich großes Team, wir müssen oft schnell und auf vieles reagieren. Das klappt reibungslos, weil wir uns alle bestens ergänzen.“ © Cathrin Bach

Frauenpower für mehr Frauenpower

Sie ist Büroleiterin und irgendwie auch Berlinerin von Beruf: Beim Verband deutscher Unternehmerinnen mitten in der Bundeshauptstadt fühlt sich die erfahrene Office-Managerin genau richtig am Platz. Was die Arbeit in der Geschäftsstelle so besonders macht, erzählt sie hier.

Ob die morgendliche Trambahn ins Büro nun Verspätung hat oder nicht, das würde Ina Angela Lindner wahrscheinlich gar nicht bemerken. „Ich schaue nie in den Fahrplan, ich gehe einfach los“ – und dennoch erreicht sie das Office immer so zeitig, dass ihr noch eine halbe Stunde bleibt bis zum offiziellen Bürobeginn. Diese „Planlosigkeit“ ist Programm. Den Tag ohne Zeitdruck beginnen, das ist ihr wichtig und vielleicht ein wesentlicher Baustein der Gelassenheit, mit der die Büroleiterin in der VdU-Geschäftsstelle für durchaus planvolle Abläufe sorgt. Dafür steht sie jeden Morgen um sechs Uhr auf, trinkt in Ruhe die erste Tasse Kaffee und liest die Zeitung – eine „heilige“ Dreiviertelstunde, die in den ganzen Tag hineinwirkt.

Assistentin von 1800 Chefinnen

Und so ein Tag im Büro hat es oft ganz schön in sich. Der Verband der Unternehmerinnen ist ein Wirtschafts- und Business-Netzwerk für derzeit rund 1800 Frauen, die über alle Branchen hinweg eine Firma leiten, von der Friseurin bis zur großen Mittelständlerin. Ina Angela Lindner kennt viele von ihnen, per Mail, per Telefon oder auch persönlich, was einiges verrät über ihr Pensum beim Verband.

„Der Austausch mit den Mitgliedern ist uns wichtig“, sagt sie. Aus den 16 Landesverbänden kommen oft entsprechende Rückmeldungen: „Wir hören immer wieder, dass wir ein sehr lebendiges Netzwerk sind, dass es Geschäftsverbindungen untereinander gibt und dass nicht selten Freundschaften entstehen.“

Seit mehr als 20 Jahren ist Ina Angela Lindner Büroleiterin in der Geschäftsstelle mitten in Berlin. Mit ihrer Vorgesetzten, Geschäftsführerin Evelyne de Gruyter, kümmern sich dort insgesamt zehn Kolleginnen um die organisatorischen Bereiche des Verbandes. Es gibt die Fachfrauen für Kommunikation und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, andere kümmern sich wesentlich um politische Belange und Grundsatzfragen oder sind für bestimmte Projekte zuständig, eine Kollegin betreut den stetig wachsenden Mitgliederbereich, eine andere ist für die Buchhaltung des Verbands zuständig.

Die Team-Arbeit schätzt Ina Angela Lindner sehr, und zwar in allen ihren Facetten. „Natürlich wird bei uns auch mal kontrovers diskutiert, aber immer auf einer Sachebene.“ Ina Angela Lindner ist mit ihrem Aufgabenspektrum so etwas wie eine Allrounderin in dem Team und betreut außerdem eigene Bereiche. Das Organisieren von Veranstaltungen beispielsweise, „das ist wirklich meine Leidenschaft. Am meisten freue ich mich immer auf unsere Jahresversammlungen. Da schaue ich auf jedes Detail, denn oft sind es gerade die Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben.“

Neben dem Veranstaltungsmanagement fällt das gesamte Backoffice in ihren Verantwortungsbereich. Das umfasst die Betreuung aller Gremien auf Bundesebene – „ich berichte auch direkt an den Bundesvorstand“ – die verschiedenen Arbeitsgruppen, das Planen und Organisieren der Sitzungen und die Organisation von Wirtschaftsreisen der Unternehmerinnen. Denn es gibt beim VdU auch eine internationale Kommission, erst kürzlich führte eine Reise nach Ägypten. Regelmäßig kümmert sich Ina Angela Lindner um die monatlichen Veranstaltungen der Landesverbände, pflegt die Datenbanken, versendet die Einladungen und bringt den Jahreskalender auf den Weg, der alle Veranstaltungen für das kommende Jahr zusammenfasst.

Bunte Ordnung

Das ist ein ordentliches Pensum, auch für eine so erfahrene Office-Frau wie Ina Angela Lindner. Doch sie hat längst zu einem effizienten und entspannten Arbeitsstil gefunden. „Gutes Zeitmanagement habe ich einfach gelernt im Laufe meiner Berufsjahre. Ich bin ein visueller Typ, deshalb arbeite ich gern mit Farben. Rot, Grün, Gelb und Blau signalisieren mir die unterschiedlichen Prioritäten, da genügt ein Blick, und ich weiß, was ich als Nächstes zu tun habe.“

Chaos auf dem Schreibtisch ist Chaos im Kopf, meint sie, Ordnung hat für sie deshalb oberste Priorität in ihrem Büro. „Zum Beispiel sortiere ich am Folgetag alle gesendeten Mails weg, die Zeit dafür spare ich anschließend locker wieder ein. So habe ich immer den Überblick und kann sofort Auskunft geben.“

 

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