Eine Formel für berufliches Glück
Iris Hansen ist Direktionsassistentin an einem Forschungsinstitut. Für sie eine höchst spannende und vor allem sinnstiftende Aufgabe. © Timo Mann

Eine Formel für berufliches Glück

Die Direktionsassistentin hat am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken ihren Traumjob gefunden: Weil hier Forscherinnen und Forscher aus aller Welt zusammenkommen, um die menschliche Kommunikation der Zukunft sicherer und wahrhaftiger zu machen.

Kaum ein halbes Jahr hatte Iris Hansen Zeit, ihr neues Arbeitsumfeld kennenzulernen, da musste sie es schon wieder verlassen. „Anja hat die Gruppe ins Homeoffice geschickt, bevor es dafür eine offizielle Anordnung gab. Ihr liegt die Gesundheit der Leute sehr am Herzen.“ Gleich zu Beginn des ersten Lockdowns, im März 2020, ging es auf Anordnung von MPII-Direktorin Prof. Anja Feldmann ins Homeoffice, „seitdem ist mein Zuhause mein ‚Normal‘.“ 

Dass die 42-jährige Direktionsassistentin ihre Chefin duzt, ist in der heutigen Zeit, noch dazu in einem internationalen Forschungsumfeld, längst auch normal. Dennoch hört man den großen Respekt heraus, wenn Iris Hansen von der Institutsdirektorin spricht: „Anja ist eine beeindruckende Person, sie hat sich ihren Platz in dieser Männerwelt hart erkämpfen müssen.“ Anja Feldmann ist seit Anfang 2018 geschäftsführende Direktorin des MPII in Saarbrücken, rund 250 Frauen und Männer forschen dort im Bereich Computertechnologie. 

Die Wissenschaftlerin hat eine überaus erfolgreiche Laufbahn vorzuweisen: Informatikstudium an der Universität Paderborn, Master of Science und Ph. D. in den USA und schließlich Professorin für „Internet Network Architectures“, mit Stationen im Forschungslabor des Telekommunikationsanbieters AT&T und Lehraufträgen an Universitäten in Pittsburgh, Saarland, München und Berlin. Als erste Frau gehörte sie auf Arbeitgeberseite dem SAP-Aufsichtsrat an. Sie selbst sieht das mit dem „hart erkämpft“ eher nicht so, sie habe immer sehr viel Unterstützung durch gute Mentorinnen und Mentoren gefunden. Diese Erfahrung ermöglicht sie nun auch den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern an ihrem Institut.

Höchst Wertvolle Netzwerkarbeit

Dass sie eine überaus vielseitig engagierte Wissenschaftlerin ist, mit vielen Pflicht- aber auch ehrenamtlichen Funktionen, ist für ihre Assistentin eine willkommene Herausforderung. „Ich bin sehr strukturiert“, sagt sie über ihre Arbeitsweise, „ich arbeite sehr prozessorientiert, das tut der Zusammenarbeit gut.“ Iris Hansen erledigt das administrative Business-Tagesgeschäft und fühlt sich von der gesamten Gruppe als vollwertiges Mitglied wahrgenommen. Die gesamte Gruppe, das sind innerhalb des Instituts 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit der Erforschung zukunftsweisender Algorithmen beschäftigen. „Es macht mich stolz, meine Chefin und das Team mit meiner Kompetenz unterstützen zu können“, sagt Iris Hansen.

Zeitplanung, Korrespondenz, die Reiseplanung, die organisatorischen Abläufe und die Betreuung der Kolleginnen und Kollegen, das ist die klassische Seite ihrer Assistenztätigkeit. „Viele machen ihren Doktor bei uns“, erzählt Iris Hansen. Sie ist Ansprechpartnerin für alles Organisatorische, für die Visa-Beschaffung oder die Wohnungssuche zum Beispiel. Vom Tag der Entscheidung über die Bewerbung bis zum ersten Tag im Institut und darüber hinaus reicht ihre Zuständigkeit für die Kolleginnen und Kollegen, die alle paar Jahre kommen und gehen. Was das im Einzelfall bedeuten kann, schildert sie am Beispiel eines Forscherkollegen aus Afghanistan. „Ich musste alle Stricke ziehen, die ich ziehen konnte, um ihn ins Land zu holen und eine Wohnung für ihn und seine Familie zu finden. Ich bin ziemlich gut vernetzt und habe keine Scheu, meine Kontakte auch zu nutzen.“ Das Visum musste in Indien beantragt werden, und als es dort irgendwie nicht weiterging, zapfte Iris Hansen ihre Assistenzgruppe auf Facebook an. Eine Kollegin, die beim Auswärtigen Amt in Berlin arbeitet, konnte schließlich helfen.

Das Netzwerken ist für sie ein elementarer Bestandteil ihres Berufes. Seit sechs Jahren engagiert sie sich beim Bundesverband Sekretariat und Büromanagement (bSb) und leitet eine Regionalgruppe: „Der bSb ist ein wichtiger Teil meiner beruflichen Karriere. Ich habe dort nicht nur meine Aus- und Weiterbildungen absolviert, sondern mich auch persönlich weiterentwickelt.“ Natürlich gibt es auch noch eigene Projekte, die Iris Hansen betreut. Zum Beispiel den biennial report – alle zwei Jahre legt das Institut einen Bericht über Aktivtäten und Erfolge vor. „Ich war mit einer Forscherkollegin dafür verantwortlich, diesen Bericht zu erstellen. Wir waren seit Mitte Januar dran, im März haben wir abgegeben. Ich habe dabei wirklich viel gelernt und seitdem einen richtig guten Überblick über alles, was die Gruppe macht.“

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