Ein Projekt fürs Leben
Gina Krebs, Projektassistentin beim Deutschen LandFrauenverband: „Dass wir uns noch nicht alle kennengelernt haben im Team, ist an sich nichts Ungewöhnliches in der internationalen Projektarbeit. Es gibt ja viele digitale Alternativen. Und wir lachen auch so viel miteinander.“

Ein Projekt fürs Leben

Beim Deutschen LandFrauenverband (dlv) kümmert sich die Berlinerin seit August 2020 um ein Projekt im Bereich Entwicklungszusammenarbeit in Ghana. Es soll Frauen auf dem Land stärken. Ihre Kolleginnen in Westafrika kennt die Projektassistentin bislang nur digital.

 

Wenn Gina Krebs von ihrem Job erzählt, dann klingt in beinahe jedem Satz eine stille Freude mit. Wer ihr zuhört, kann kaum anders als sich mit ihr freuen. Allerdings dauert es meist etwas, bis beim Gegenüber ankommt, worum es bei der Arbeit der Projektassistentin genau geht. Nicht viele wissen zum Beispiel, dass es in Deutschland für Frauen auf dem Land einen eigenen Verband gibt, den dlv, mit rund einer halben Million Mitglieder. Und dass dort nicht nur Bäuerinnen, sondern Frauen aller Berufsgruppen versammelt sind, die miteinander verbindet, dass sie in ländlichen Regionen leben, mit all den Herausforderungen, die das mit sich bringen kann. Was das mit Landfrauen in Ghana zu tun hat, für die Gina Krebs sich im Rahmen eines speziellen dlv-Projekts engagiert, muss sie meist ein wenig ausführlicher erklären.

Team-Kolleginnen in Westafrika

Das dlv-Projekt in Ghana startete erstmals im Jahr 2017, mit dem Ziel, dort Kleinbäuerinnen und Frauen in ländlichen Regionen zu stärken. Nach diesem initialen Projekt, das bis Mai 2020 durchgeführt wurde, knüpft der dlv seit Juli 2020 an die Erkenntnisse des ersten Projekts an. Gina Krebs ist in dieser zweiten Projektrunde fast von Anfang an dabei, im August 2020 kam sie als festangestellte Projektassistentin hinzu. Im Bewerbungsgespräch stellte sich offenbar schnell heraus, dass da ganz viel richtig gut zusammenpasst: „Ich saß noch in der U-Bahn auf dem Weg nach Hause, als der Anruf kam, dass ich den Job bekomme“, erzählt die heute 26-Jährige.

Das jetzige Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren, in ihre Aufgaben ist Gina Krebs schnell hineingewachsen. Die Projektassistentin erledigt viel Organisatorisches, gestaltet aber auch inhaltlich mit. Gemeinsam mit der Projektleiterin Sophie Weißenhorn bildet sie in der dlv-Hauptgeschäftsstelle in Berlin die eine Hälfte eines vierköpfigen Projektteams. Die andere Hälfte sitzt in Ghanas Hauptstadt Accra, dort hat die dlv-LandFrauen gGmbH ein Büro in einem großen Geschäftshaus angemietet. Die Projektkoordinatorin in Ghana heißt Lydia Baffour, Projektassistentin ist Qudiratu Ishak, beide sind in Ghana geboren und aufgewachsen. Jeden Mittwoch trifft man sich zum virtuellen Team-Meeting, vom Homeoffice oder vom offiziellen Büro aus, jede vor ihrem eigenen Bildschirm, mit Headset, einem Stapel Unterlagen – und immer mit guter Laune.

Klar, zu Anfang musste sich das sprachlich ein bisschen einspielen“, sagt Gina Krebs. „Aber mit dem Wissen, dass Englisch für uns nicht die Muttersprache ist, ging das schnell sehr gut.“ Meist etwa eine Stunde lang tauscht man sich über den Fortgang der einzelnen Projektschritte aus. Gina Krebs und ihre Kollegin Qudiratu Ishak führen abwechselnd das Protokoll, es wird rumgeschickt, kommentiert, ergänzt – die regelmäßige Dokumentation ist ein wichtiger Teil der Projektarbeit. „Wir müssen immer wissen, ob wir im Zeitplan sind und woran die anderen gerade arbeiten, auch um uns gegenseitig vertreten zu können, wenn mal eine ausfällt.

Drei große Aufgabenfelder

Gina Krebs hat ein breites Themengebiet zu bearbeiten, oft sind die Themen sehr unterschiedlich. „Die Kontrolle und die Abwicklung der Projektfinanzierung ist besonders wichtig. Es kommen viele Abrechnungen aus Ghana, über die Qudiratu und ich uns kurzschließen.“ Außerdem geht es um Logistik und Beschaffungen,  um Trainings, Workshop-Material, Veranstaltungsorganisation – und um viel inhaltliche Vorarbeit. „Ich arbeite an drei großen Themenfeldern mit und bin auch in die Auswahl der Trainerinnen und Trainer involviert, die in Ghana vor Ort zum Einsatz kommen“, erzählt die Projektassistentin.