Angekommen in der neuen Zeit
Katrin Waechter hat sich einen Traum erfüllt: Als „Virtual Business Expert“ arbeitet sie selbstständig – und zwar dort, wo sie gerade am liebsten lebt.

Angekommen in der neuen Zeit

Als „Virtual Business Expert“ erledigt die gebürtige Dresdnerin für ihre Auftraggeber besonders häufig Aufgaben, die mit Social Media zu tun haben. Aber auch vieles andere kommt auf sie zu, je nachdem, was gebraucht wird. Ein Traumjob, sagt sie – und die Zukunft der Assistenz.

Wenn man sich Erfahrung wie einen Schrank mit vielen Schubladen vorstellt, dann ist Katrin Waechter gerade ziemlich zufrieden mit ihrem Exemplar. Nach rund 20 Berufsjahren war die heute 46-Jährige bereit, sich mit ihrem „Schubladenschrank“ selbstständig zu machen, bildlich gesprochen natürlich. Drei Jahre ist das jetzt her.

Mut hat sie für den Schritt schon gebraucht, sagt sie, aber da war eben so vieles in ihrem Kopf, auf das sie zugreifen konnte: „Die Erfahrung ist für mich ein Riesenschatz. Wenn ich Aufgaben übernehme, muss man mir oft gar nicht viel erklären.“ Und wenn doch mal, dann spielt Katrin Waechter zwei weitere große Stärken aus: Offenheit für alles Neue und die Bereitschaft, sich richtig reinzuknien – „mein erstes Erklär-Video hat mich drei Tage gekostet.“ Den Auftraggeber natürlich nicht, neue Expertise aneignen geht auf eigene Kosten, versteht sich.

Transparente Dienstleistungspalette

Neugierde im besten Sinne, das ist eine ihrer Leidenschaften, erzählt die gebürtige Dresdnerin. Ein Stück weit ist das auch der Grund für ihre Entscheidung, selbstständig zu arbeiten – zurzeit von Ungarn aus, wo sie mit Mann, 13-jähriger Tochter und Hund seit drei Jahren lebt. „Mein Mann und ich sind von Fernweh geplagt“, erzählt die Mittvierzigerin, „in der Welt unterwegs zu sein, das war immer unser Traum. Und irgendwann haben wir beschlossen, nicht darauf zu warten, dass uns irgendjemand irgendwo hinschickt, sondern wir entscheiden es selber.“

Die Wahl fiel auf Budapest. „Eine tolle Stadt“, sagt Katrin Waechter, „wir leben am Stadtrand, in der Nähe der Schule unserer Tochter“, da ist der Weg in die Natur für ausgedehnte Spaziergänge mit Hund nicht weit, und die Lebenshaltungskosten sind deutlich überschaubarer als in anderen, westlichen Metropolen. Kein unwichtiger Aspekt für eine Selbstständigkeit, noch dazu, wenn beide Partner sich dafür entschieden haben.

Denn Ehemann Christophe ist die zweite Hälfte der „Virtual Business Experts“. Gemeinsam ist auf diese Weise ein breites Dienstleistungs-Portfolio entstanden, aus dem die Kunden auswählen können, was sie gerade brauchen. Katrin Waechter bietet hauptsächlich Unterstützung in den Bereichen Administration und Assistenztätigkeiten, Social Media, Vertrieb und Marketing, Christophe ist seit 2015 selbstständiger Berater und Coach für die Segmente HR, Organisation und Führung.

Fundiertes Know-How, Kreativer Fleiß

„CKatYourSide.com“ heißt die Website der beiden, sie erklärt das Leistungsspektrum, die Profile der beiden Virtual Business Experts und die Preisgestaltung für die verschiedenen Leistungen freundlich und transparent. Am meisten gefragt sind Administration und Assistenz, sagt Katrin Waechter, schwerpunktmäßig in dem Bereich Marketing, denn ihre Kunden sind zumeist auch selbstständig. Außendarstellung wird besonders gern delegiert, denn sie kostet Zeit und erfordert zudem ein ständig aktuelles Know-how.

„Social Media ist ein Riesenthema“, erklärt die virtuelle Office-Expertin, „ich habe das Gefühl, das braucht gerade jeder.“ Und so wird sie zum Beispiel damit beauftragt, regelmäßigen Content zu erstellen, Fotos aufzubereiten für Instagram oder Videos für Tiktok, oder schlicht die Firmen-Website zu pflegen. Internet-Recherche und Übersetzungen übernimmt sie ebenfalls, und sie freut sich riesig, wenn es um das Arbeiten mit Excel- oder Pivot-Tabellen geht, zum Beispiel für Controlling- und Analyse-Aufgaben: „Ich bin immer richtig happy, wenn ich wieder mal vor einer Excel-Tabelle sitze. Ich habe festgestellt, das können heute gar nicht mehr so viele.“

Auch administrative Kundenbetreuung, Backoffice-Tätigkeiten und Buchhaltungsaufgaben nehmen aktuell zu und sind mit Apps wunderbar remote zu erledigen, ergänzt sie. Die Tools, die sie für ihre Arbeit braucht, wechseln mit den Aufgaben: „Ich schaffe mir das an, was ich gerade brauche.“ Ob jemand lieber mit Google-Drive arbeitet oder mit One-drive, mit Skype, Zoom oder Teams – als Virtual Business Expert hat sie alles parat, was gebraucht wird. „Learning by doing“ beschreibt sie ihre Herangehensweise an neue Software: „Ich bin ein großer Fan von Youtube-Tutorials. Da schaue ich mir an, welche Programme Sinn machen und wie die jeweilige Software funktioniert. Ich finde, die Technologie ist unglaublich einfach geworden.“

Morgen hat sie vielleicht schon wieder komplett andere Programme auf dem Notebook, diese Flexibilität ist ihr längst eine Selbstverständlichkeit geworden. „Meine Infrastruktur ist minimalistisch“, beschreibt die Wahl-Budapesterin ihre technische Ausstattung, „ein Smartphone, ein Notebook, ein Tablet. Ich arbeite papierlos.“ In ein paar Minuten ist alles in einem Rucksack verstaut. Zuhause in Budapest gibt es noch einen Schreibtisch – „höhenverstellbar und groß genug für zwei“ – und „vernünftige“ Schreibtischstühle. Und das war es dann auch schon: „Ich wollte nie eine tolle Ausstattung vor Ort, einen großen Bildschirm und so, denn dann will ich womöglich gar nicht mehr weg …“ Das Unterwegssein gehört eben dazu, derzeit eher in kleinem Radius, weil Corona keine weiteren Reisen zulässt. Doch üblicherweise sind Kundenbesuche und Aufenthalte in Dresden oder Frankreich, wo Christophe aufgewachsen ist, regelmäßig eingeplant. Die Arbeit wandert dann einfach mit.

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