Großes Quiz: Wie Sie souverän auftreten bei internationalen Geschäftspartnern
Nutzen Sie dieses Quiz, um Ihr interkulturelles Wissen aufzufrischen. © metamorworks - Adobe Stock

Großes Quiz: Wie Sie souverän auftreten bei internationalen Geschäftspartnern

Aktuell haben wir weniger internationale Geschäftspartner zu Gast. Ein guter Zeitpunkt, um das interkulturelle Wissen aufzufrischen, um in Zukunft ein besonders professioneller Gastgeber zu sein. Mit großem Quiz.

Beim Umgang mit internationalen Geschäftspartnern stoßen wir hin und wieder auf andere Sicht- und Denkweisen. Übergehen Sie diese, sind Missverständnisse vorprogrammiert, die das Geschäftsverhältnis ungünstig beeinflussen können. Das folgende Quiz bildet fünf typische Situationen ab, in denen Sie als Assistentin mit interkultureller Kompetenz Ihre Professionalität beweisen. Einige Antworten sind knifflig, andere haben wir mit einem kleinen Augenzwinkern eingebaut. Los geht’s:

1. Wie schreiben Sie einen österreichischen Finanzdirektor an?

Sie organisieren das bevorstehende Firmenjubiläum und Ihre Vorgesetzte bzw. Ihr Vorgesetzter bittet Sie, den Finanzdirektor eines österreichischen Unternehmens einzuladen. Der Finanzdirektor heißt Joseph Pützer. Wie schreiben Sie ihn in der Einladung an?

a) Sie schreiben „Sehr geehrter Herr Pützer“.

b) Sie entscheiden sich für die Anrede „Sehr geehrter Herr Finanzdirektor“.

c) Sie schreiben „Sehr geehrter Herr Dr. Pützer“.

2. Stellen Sie den Geschäftspartner aus China durch?

Am Telefon ist ein chinesischer Kunde, der darauf dringt, mit Ihrem Chef verbunden zu werden. Von Ihrem Chef haben Sie eigentlich die Anweisung erhalten, dass er im Moment „für niemanden“ zu sprechen ist. Was tun Sie: Halten Sie sich strikt an die Anweisung oder machen Sie in diesem speziellen Fall eine Ausnahme?

a) Sie halten sich an die Anweisung und weisen den Kunden ab.

b) Sie vertrösten den Kunden auf den nächsten Tag.

c) Sie bitten den Kunden, sein Anliegen per E-Mail zu formulieren, damit es keine sprachlichen Missverständnisse gibt.

d) Sie rufen Ihren Chef an und erklären ihm kurz, warum Sie ihn stören und ihm diesen Anruf durchstellen möchten.

DIE AUFLÖSUNG: So gehen Sie respektvoll und höflich auf kulturelle Unterschiede ein

1. Österreicher legen Wert auf ihren Titel.

Korrekt ist die Antwort b). Als Anrede schreiben Sie „Sehr geehrter Herr Finanzdirektor“. Für viele Deutsche mögen die österreichische Titelmanie und Anreden wie „Herr Finanzdirektor“, „Herr Magister“ oder „Frau Oberstudienrätin“ merkwürdig klingen. Als interkulturell kompetenter Ansprechpartner wissen Sie es besser. Statt zu werten, akzeptieren Sie die landestypischen Gepflogenheiten

Wo Titel kulturell sehr wichtig sind und wo nicht.

Nicht nur in Österreich, sondern zum Beispiel auch in der Schweiz, in Großbritannien, in Süd- und Osteuropa sowie in manchen asiatischen Ländern spielen Titel, akademische Grade und höfliche Anreden eine große Rolle. Legerer sehen es unsere skandinavischen Nachbarn sowie die Australier und die Amerikaner. Sie werden in diesen Kulturen oft feststellen, dass von der Anrede mit Nachnamen wie beispielsweise „Dear Mrs Scott“ schnell zur Anrede mit Vornamen „Dear Susan“ gewechselt wird und dass Titel in der Anrede weggelassen werden.

2. Geschäftspartner aus China reagieren empfindlich, wenn ihre Anliegen nicht rasch behandelt werden.

Die beste Lösung ist Antwort d). Sie entschuldigen sich bei Ihrem Chef für die Störung und bitten ihn, den Anruf anzunehmen. Den Kunden zu vertrösten oder ihn gar um eine E-Mail zu bitten, ist keine gute Idee. Schließlich wissen Sie, dass der Kunde in Deutschland wie ein „König“ und in Ostasien sogar wie ein „Gott“ behandelt werden möchte. Zudem ist China der deutschen Zeit um bis zu sieben Stunden voraus. Die Zeitverschiebung kann die Kommunikation erschweren und zu langen Verzögerungen führen. Der chinesische Kunde ist schnelle Reaktionszeiten gewöhnt und erwartet sie auch von Ihnen. Ein Vertrösten kann dazu führen, dass der chinesische Kunde sich nach einer anderen Geschäftsbeziehung umsieht.

Chinesische Geschäftspartner fassen sich kurz.

Voraussichtlich wird das Telefongespräch Ihren Chef auch nur wenig Zeit kosten, denn sehr kurze Telefonate sind im chinesischen Geschäftsalltag keine Unhöflichkeit, sondern gang und gäbe. (Geschäftliche) Handy-Anrufe werden in China häufig sogar in Meetings oder während persönlicher Gespräche entgegengenommen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office. Bestellen Sie hier Ihr kostenloses Probeabo.