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Schluss mit der Aufschieberitis

Sicher weiß man, dass es nichts bringt, Aufgaben herauszuschieben, dennoch - fast jeder von uns lässt gerade unangenehme Projekte auf dem Schreibtisch liegen. Bis der Chef das fünfte Mal nach dem Projektplan fragt, die Kunden ungeduldig werden oder der Mitarbeiter dringend Anweisungen benötigt. Wie Sie die Aufschieberitis ein für alle Mal besiegen.

Sicher weiß man, dass es nichts bringt, Aufgaben herauszuschieben, dennoch – fast jeder von uns lässt gerade unangenehme Projekte auf dem Schreibtisch liegen. Bis der Chef das fünfte Mal nach dem Projektplan fragt, die Kunden ungeduldig werden oder der Mitarbeiter dringend Anweisungen benötigt. Wie Sie die Aufschieberitis ein für alle Mal besiegen.


Die unsortierten Belege sind unter dem großen Stapel fast nicht mehr zu sehen, der Projektplan wird zur Seite geschoben – wir alle schieben von Zeit zu Zeit auf. Wir entscheiden uns in diesem Moment dafür, eine bestimmte Tätigkeit einer anderen vorzuziehen. Als leidenschaftlicher Tennisspieler ziehe ich selbst beispielsweise in jedem Fall eine schlechte Stunde auf dem Tennisplatz einer guten Stunde im Büro vor.


Die Aufschieberitis ein für alle Mal besiegen

Wer sich jemals für Tennis interessiert hat, der kennt auch die Turnier-Tableaus, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn Meisterschaften ausgespielt werden. Mit ihnen lässt sich auf einfachste Weise der Sieger nach dem K.O.-System aus einem Teilnehmerfeld von 8, 16, 32 oder mehr Spielern ermitteln. Und genau ein solches Tableau kann uns auch dabei helfen, das Thema Aufschieberitis ein für alle Mal zu besiegen.


Mit dem Tableau-Prinzip Übersicht und Struktur gewinnen

Zunächst einmal benötigen wir sämtliche anstehende Aufgaben, die auf einer To-do-Liste notiert werden. Bei der Auflistung der Aufgaben gehen Sie ohne logische Reihenfolge oder Priorisierung vor. Schreiben Sie einfach von oben nach unten alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt. Jetzt beginnen Sie – vergleichbar mit dem obigen Turnier-Tableau – die ersten beiden Aufgaben 1 und 2 mit einer Klammer zu versehen.




Nun wählen Sie den Gewinner der ersten Partie aus, mit der Frage: Welche dieser beiden Aufgaben ist die einfachere? Denn genau diese Aufgabe gewinnt die erste Runde und wird von Ihnen in die zweite Runde geschrieben. Dieses Prinzip wiederholen Sie nun für die Aufgaben mit den Nummern 3/4, 5/6, 7/8 und so weiter. Immer wählen Sie die jeweils leichtere Aufgabe. Die erste Runde ist geschafft! Was tun Sie, wenn Ihre Liste keine gerade Zahl aufweist? Natürlich das gleiche, wie bei einem Turnier: In diesem Fall hat die verbleibende Aufgabe einfach ein Freilos in die nächste Runde und kommt automatisch weiter.


Jetzt spielen wir unser Viertelfinale: Wieder heißt es 1 gegen 2, 3 gegen 4, 5 gegen 6 und 7 gegen 8. Und wieder wählen Sie die einfachsten Aufgaben aus, die eine Runde weiter kommen, weil sie erneut gewinnen. Bis noch vier Aufgaben übrig bleiben, die im Halbfinale gegeneinander antreten. Im Finale wird dann zuletzt der Gewinner ermittelt. Dieser Sieger ist, nachdem Sie auf dem Papier das Finale ausgespielt haben, wirklich Ihre Nummer 1, die einfachste Aufgabe, die es aktuell für Sie gibt. Und genau mit dieser Aufgabe beginnen Sie. Das aller einfachste, egal was sonst noch auf der Liste steht, damit fangen Sie an.


Mit der leichtesten Aufgabe in Bewegung kommen

Was ist bis hierher passiert? In der ersten Runde sind sämtliche Aufgaben aus dem Turnier gefallen, die im Vergleich schwerer waren. Warum? Wenn Sie dazu tendieren, Dinge aufzuschieben – und wir wissen, jeder von uns tut dies von Zeit zu Zeit – dann werden Sie es nicht konsequent fertig bringen, mit einer schweren Aufgabe zu starten, geschweige denn, diese zu Ende zu bringen. Wir wählen ganz bewusst die jeweils leichteste Aufgabe aus und beginnen einfach mit ihr. Wenn wir mal gestartet sind, wird es uns leichter fallen, auch andere Aufgabe anzugehen und zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.


In der Trostrunde zur schwierigsten Ausgabe finden

All diejenigen, die bereits in der ersten Runde ausgeschieden sind, haben die Chance, noch einmal in einer Art B-Runde gegeneinander zu spielen und sich über diesen Umweg weiter zu qualifizieren. Genau das tun Sie jetzt auch mit Ihren Erstrunden-Verlierern. Zuvor haben Sie in Ihrer A-Runde das Finale ausgespielt, bei dem die einfachste Aufgabe gewonnen hat und von ihnen sofort mit Leichtigkeit erledigt wurde.


In der B-Runde wählen Sie jetzt unter den schwierigeren Aufgaben – ebenfalls mit einer Klammer um 1/2, 3/4, 5/6 und 7/8 – erneut den jeweiligen Sieger aus. Aber dieses Mal gewinnt immer die schwerere Aufgabe. Das heißt, Sie wählen nun ganz bewusst zwischen den schwierigen Aufgaben die jeweils schwierigere aus. Dann gibt es das Halbfinale, die letzten vier unangenehmen, komplexen oder dringenden Aufgaben, die zu erledigen sind. Auch hier spielen Sie so lange, bis irgendwann im Finale die zwei letzten schwierigsten Kontrahenten aufeinander treffen. Jetzt wählen Sie aus: Welche eine Aufgabe bringt Sie Ihrem wichtigsten Ziel am nächsten? Welche Aufgabe ist am schwierigsten bzw. welche sollten Sie unmittelbar erledigen, um diese Runde erfolgreich zu absolvieren?


In Schwung bleiben

Sobald wir mit der einfachsten Aufgabe beginnen sind wir in Bewegung. Jetzt müssen wir nur noch in Schwung bleiben. Setzen wir unserer Aktivität jetzt durch die Umsetzung der schwierigsten Aufgabe fort, gewinnen wir sogar an Fahrt. Jetzt können Sie – quasi als Belohnung – wieder in die A-Runde wechseln und sich dort die zweitplatzierte Aufgabe (also den unterlegenen Finalisten) vornehmen. Dann geht es wieder zurück in die Trostrunde und die zweitplatzierte Aufgabe dort wird erledigt. Das ist der Weg, der funktioniert, um der Prokrastination ein für alle Mal "Lebewohl" zu sagen. Also runter von der Couch. Tragen Sie Ihre persönliche Tennismeisterschaft aus. Und Ihre Aufschieberitis ist Geschichte. Viel Erfolg!


 Über den Autor
Martin Geiger, Top-Speaker, Vortragsredner und Coach, hat es sich zur Aufgabe gemacht, seinen Kunden zu effektiv besseren Ergebnissen zu verhelfen. Der Effizientertainer® vermittelt seinen Zuhörern in unterhaltsamen und praxisnahen Vorträgen die sofort umsetzbaren und nachhaltig wirksamen Strategien des Zeitmanagements 3.0.
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