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Mit Spaghetti-Top ins Büro?

Wenn das Thermometer im Sommer in ungeahnte Höhen klettert, können Büros zu regelrechten Saunen werden. Warum im Hochsommer also nicht einfach mal das Business-Outfit gegen T-Shirt und kurze Hose oder ein luftiges Sommerkleid tauschen? Darf der Chef das eigentlich verbieten? Die D.A.S. Rechtsschutzversicherung erläutert den Büro-Dresscode aus rechtlicher Sicht.

Mit Spaghetti-Top ins Büro?

 


Kostüm, Bluse, Strumpfhose und geschlossene Schuhe sorgen im Büro für Hitzewallungen. Die Folge: Konzentrationsstörungen und Müdigkeit, obwohl man einen kühlen Kopf bräuchte. Hier stellt sich die Frage: Wie weit darf der Arbeitgeber bei der Kleidervorschrift gehen?


Rechtslage

Laut Annette Kronzucker, Rechstexpertin der D.A.S. Rechtsschutzversicherung, gibt es von Arbeitsschutz- und Hygienevorgaben abgesehen keine rechtlichen Regelungen. Oftmals ist die Kleidervorschrift Auslegungssache und abhängig vom Einzelfall.


Wannn sind Bekleidungsvorschriften unabdingbar?

Viele Branchen bedingen eine standardisierte Berufskleidung selbst im Hochsommer, etwa bei Krankenhausmitarbeitern, Bauarbeitern oder Flugbegleitern. Dies ist häufig schon in Verordnungen über Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz vorgeschrieben. Hier bleibt den Betroffenen nur die Möglichkeit, mit regelmäßigen Pausen, viel Flüssigkeit und leichtem Essen die heißen Tage zu überstehen.


Bekleidungsregeln im Büro

Für Berufe ohne gesetzlich vorgeschriebene Schutz- oder Hygienekleidung gilt: Im Rahmen des sogenannten Weisungsrechts darf der Arbeitgeber über das Erscheinungsbild und daher auch über die Kleidung der Mitarbeiter bestimmen. Dies wird im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung festgelegt. Aber: "Ein solcher Eingriff in die persönliche Freiheit der Belegschaft muss verhältnismäßig sein", erläutert die Rechtsexpertin der D.A.S..


Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung

Es ist Aufgabe des Arbeitgebers, die freie Entfaltung der Persönlichkeit der Beschäftigten zu schützen und zu fördern (75 Absatz 2 Betriebsverfassungsgesetz BetrVG). Dies bezieht sich auch auf das Interesse des Mitarbeiters, sich individuell zu kleiden. Wie stark darf der Chef in das Persönlichkeitsrecht eingreifen? "Eine Bekleidungsvorschrift muss aus der betrieblichen Situation heraus nachvollziehbar und plausibel begründbar sein", so Anne Kronzucker.


Rechtfertigung von Vorgaben

Die Vorgabe für Mitarbeiter mit regelmäßigem Kundenkontakt, in gepflegter Kleidung zu erscheinen, absolut gerechtfertigt (LAG Köln, Az. 3 TaBV 15/10). Doch dort, wo sich Bekleidungsvorschriften aus betrieblicher Sicht nicht rechtfertigen lassen, darf sich der Vorgesetzte auch nicht in den individuellen Stil des Mitarbeiters einmischen.


Spielraum im Sommer

Geben betriebliche Bekleidungsvorschriften den Mitarbeitern genügend Spielraum, kann im Sommer durchaus etwas leichtere Kleidung möglich sein. Wichtig jedoch: Die Kleidung sollte die Philosophie des Unternehmens widerspiegeln. Das heißt: Wer in einem kreativen Beruf arbeitet, kann sich unter Umständen legerer anziehen als der Angestellte einer Bank. Wer sich bei den gelockerten Bekleidungsrichtlinien unsicher ist, sollte sich im Zweifelsfall an den Chef oder die Personalabteilung wenden.



Weitere Informationen unter www.das.de/rechtsportal

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