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Konzentration: Sind Sie gerade, wo Sie sind?

Das Telefon klingelt, im Postfach laufen die Mails über, die Gedanken kreisen – nur nicht um die Aufgabe, die direkt vor einem liegt. Unkonzentriertheit kennen wir alle, und sie kostet uns viel Zeit. Schalten Sie um auf Monotasking – das kann man sogar trainieren.

Konzentrationsblockaden

Im Büro ist es nahezu unmöglich, sich über längere Zeit konzentriert einer Aufgabe zu widmen. Doch wir können lernen, mit Konzentrationsblockaden und Ablenkung umzugehen!

„Konzentration ist die Fähigkeit, dort zu sein, wo man ist“, bloggt Psychotherapeutin Dr. Doris Wolf. Und es ist wirklich kein Geheimnis: Das ist leichter gesagt als getan, wenn mit zunehmendem Stress unsere Gedanken auf Wanderschaft gehen.

Vor allem für Assistenzkräfte ist das konzentrierte Arbeiten an einer Sache in ihrer Schnittstellenfunktion eine Herausforderung. Wenn wir die Aufmerksamkeit in einer Teamsitzung nicht kontrollieren, uns stattdessen in Gedanken mit dem Ärger über Handwerker beschäftigen, mit den Mathe-Fünfen des Kindes oder über eigene Versäumnisse grübeln – dann ärgern wir uns über uns selbst.

Dabei ist so ein Verhalten im Prinzip ganz normal, erklärt der Neurowissenschaftler Sat Bir Singh Khalsa in einem Interview im Magazin Brandeins, es gehöre zum menschlichen Überlebensprogramm. „Aber es führt zu einer Aktivierung des limbischen Systems. Sobald man einen Stressor wahrnimmt, ist die Reaktion sofort da: Stresshormone werden ausgeschüttet, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an.“ Wir reagieren auf Stressoren. Und das beeinflusst die Gesamtleistung des Gehirns, „denn die Aktivierung der Stressreaktion bindet erhebliche Mengen an inneren Ressourcen, die nicht mehr für andere Aktivitäten zur Verfügung stehen“, so der Neurowissenschaftler aus Harvard. Ein Kind, dessen Eltern sich scheiden lassen, werde es schwierig finden, bei den Hausaufgaben ganz bei der Sache zu sein.

Multitasker können nicht mehr unterscheiden

Was uns stresst und wie heftig wir reagieren, das ist ganz unterschiedlich. Unter Umständen reicht es schon, wenn das Smartphone neben einem liegt. Denn das kann bereits unsere Denk- und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, berichten Medien wie etwa t3n von Studien. Sogar, wenn es ausgeschaltet ist, denn die reine Möglichkeit, es in Reichweite zu haben, bindet einen Teil unserer kognitiven Ressourcen.

„Ohne Smartphone ist die Konzentrationsfähigkeit um 26 Prozent höher“, bestätigt ein anderes Studien-Ergebnis der Unis Würzburg und Nottingham-Trend. Multitasking ist noch so eine Konzentrationsbremse. Telefonieren, organisieren, mailen, mit einem Auge das Meeting des Chefs im Blick behalten, falls er etwas braucht: Wer mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigt, kann sich schlechter konzentrieren, hat etwa die Stanford Uni belegt. Das können die meisten von uns vermutlich aus eigener Erfahrung bekräftigen.

Warum ist das so? „Beim Multitasking leidet die Fähigkeit, unwichtige Einzelheiten aus dem breiten Informationsfluss zu filtern und die entscheidenden Details im Gedächtnis abzuspeichern“, berichtet die Wirtschaftswoche über die Studie. Im Prinzip arbeitet das Gehirn hier im Dauer-Überlebensmodus, müsste gleichzeitig an vielen Schauplätzen kämpfen. Weil das physikalisch nicht geht, versucht es blitzschnell zu wechseln. Da bleibt das Bewerten von Infos auf der Strecke. Das Gute: Wir können lernen mit Konzentrationsblockaden, Ablenkung & Co. umzugehen. Die Fähigkeit, sich auf eine Sache zu fokussieren und Ablenkungen abzuwehren, wird Inhibitionsfähigkeit genannt. Und die lässt sich trainieren.

Tipp 1: Ablenkungen vermeiden

Klingt banal, bringt aber den Experten zufolge viel: Erkennen, was unsere Konzentration besonders stört, und dies meiden. „Ablenkungen sind der Ursprung unserer Unzufriedenheit und Ineffektivität“, erklärt Jakob Futorjanski, Geschäftsführer von NeuroNation, einer Plattform für Gehirntraining und „Fitnessstudio für den Kopf“.

Und das können innere und äußere Störquellen sein: Dazu zählt das hässliche Bild vom Vorgänger, das optisch noch immer das Büro dominiert, auch Lärm, schlechtes Licht, Ärger, Unterbrechungen, Unordnung, unzweckmäßige Systematiken, Gewohnheiten, Aufschieberitis, Müdigkeit, emotionale Probleme, Frust, eintönige Aufgaben oder solche, in denen wir den Sinn nicht entdecken können.

Das hässliche Bild können wir umhängen, gegen den lauten Geräuschpegel im Büro eine akustische Trennwand aufstellen – aber die sich in die Länge ziehenden Routine-To-dos vermutlich nicht meiden. Hier hilft es, regelmäßige Pausen einzulegen, um sich wieder zu fokussieren. Nach 20 Minuten lässt die Aufmerksamkeit ohnehin generell nach, so die Experten. Super wirkt dabei ein Kontrastprogramm, etwa ein Blick nach draußen am offenen Fenster.

Anderes Beispiel: Unerledigtes, das sich aus dem Hinterkopf immer wieder meldet – und mitten im schönsten Flow einen anderen Handlungsimpuls gibt. Solche Gedanken lassen sich nie ganz vermeiden, so Buchautor Dr. Jan Höpker („Erfolg durch Fokus & Konzentration“). Aber deren Auswirkungen lassen sich eindämmen, etwa, indem man es sich zur Gewohnheit macht, sie aufzuschreiben.“ Dann kann man sie mental erst mal ad acta legen, weil man sie nicht vergisst. Biochemiker Höpker: „Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass sie auch bei kleinen Ablenkungen viele Minuten Zeit verlieren, weil es in der Praxis lange dauert, bis man nach einer Ablenkung wieder konzentriert ist.“

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