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Kaufleute: Persönlichkeit zählt

Was verbindet Reiner Calmund, Frauke Ludowig und Oliver Pocher? Sie alle haben eine kaufmännische Ausbildung. Diese hat vermutlich eine gute Basis für ihren späteren Werdegang gelegt, denn in kaum einem anderen Beruf benötigen Fachkräfte mehr Organisationstalent, Kommunikationsstärke und das Zeug zum Teamplayer. Dies bestätigt der aktuelle Arbeitsmarkt-Report der DEKRA Akademie, für den 350 Stellenanzeigen für Kaufleute analysiert wurden. Arbeitgeber wünschen sich Bewerber mit ausgeprägten persönlichen Eigenschaften und idealerweise Berufserfahrung.

 Kaufleute: Persönlichkeit zählt

Wer sich für eine kaufmännische Ausbildung interessiert, kann zwischen unterschiedlichsten fachlichen Vertiefungen wählen. Die Aufgaben und die dafür erforderlichen Kompetenzen haben jedoch vieles gemeinsam: Kaufleute sorgen für reibungslose Prozesse und arbeiten oft abteilungs- oder unternehmensübergreifend. Die meisten der gesuchten Mitarbeiter sind später direkt in einem Unternehmen angestellt, nicht ganz jeder fünfte Bewerber in einem Zeitarbeitsunternehmen.

Kaufleute sind Allrounder mit einem breiten Aufgabenspektrum, es umfasst kunden- und vertriebsnahe Themen ebenso wie administrative Aufgaben in der Sachbearbeitung. Deutlich mehr als die Hälfte der Stellenbeschreibungen beinhaltet die Betreuung von Kunden als eine Aufgabe der künftigen Mitarbeiter. In diesem Zusammenhang bearbeiten sie Aufträge oder pflegen Stammdaten. Darüber hinaus fällt bei mehr als jeder vierten Stelle die Buchhaltung in den Verantwortungsbereich von Kaufleuten.   


Ausbildung und Erfahrung als solide Basis

Arbeitgebern genügt in der Regel die abgeschlossene Berufsausbildung als formale Qualifikation. In etwas mehr als jeder zehnten Stellenanzeige ist (alternativ) ein Studium als gewünschter Abschluss genannt. Kandidaten, die eine Weiterbildung, beispielsweise zum Fachwirt mitbringen, können zusätzlich punkten. Der sichere Umgang mit MS Office-Programmen ist im Berufsalltag von Kaufleuten selbstverständlich, viele Stellenprofile nennen diese Anforderung dennoch explizit (58,3 %). Der Nachweis bestimmter Zertifikate wird am häufigsten von Speditionskaufleuten verlangt, z. B. im Bereich Ladungssicherung oder Zollabfertigung.


Die untersuchten Stellenanzeigen richten sich mehrheitlich an erfahrene Fachkräfte: Bei jeder zweiten Position haben ausschließlich Bewerber mit mehrjähriger Berufserfahrung eine Chance, weitere Arbeitgeber finden sie "wünschenswert" (22,9 %).


Gute Sprach- und Kommunikationsfähigkeit wichtig

Von Kaufleuten wird eine gute schriftliche und mündliche Ausdrucksweise erwartet. Bei den erforderlichen Fremdsprachen dominiert Englisch: In gut jeder dritten Position müssen Kandidaten (sehr) gut in dieser Sprache kommunizieren können, weitere Anforderungsprofile nennen Englischkenntnisse, ohne das Sprachniveau zu präzisieren (14,3 %).


Soft Skills: Kaufleute sind Teamplayer

Arbeitgeber legen größten Wert auf die sozialen Kompetenzen von Bewerbern - die Stellenanzeigen enthalten durchschnittlich fünf Soft Skills. Da Kaufleute oft teamübergreifend und vernetzt arbeiten, sollten sie in erster Linie teamfähig, motiviert und kommunikationsstark sein. Zusätzlich benötigen Kandidaten für den Umgang mit Kunden und Kollegen eine hohe Serviceorientierung.


Die Aufgaben und Soft Skills sind bei den untersuchten Fachrichtungen unterschiedlich stark gewichtet:


Sachbearbeiter und Co-Manager: Kaufleute für Büromanagement

Bürokaufleute sind in allen Branchen und fast allen Abteilungen zu Hause. In ihrem Beruf steht die Sachbearbeitung klar im Vordergrund (58,2 %). Darüber hinaus ist gut jeder zweite Bewerber später in die Kundenbetreuung eingebunden. Sie benötigen ein ausgeprägtes Organisationstalent, denn häufig sollen sie Termine organisieren und Deadlines verfolgen (29,1 %). - Oft benötigen Bürokaufleute Informationen anderer Abteilungen und müssen sich mit Kollegen und Kunden abstimmen, weshalb sich jeder zweite Arbeitgeber kommunikationsstarke Bewerber wünscht, die außerdem teamfähig sowie service- und kundenorientiert sind.   


Koordinatoren im Warenfluss: Speditionskaufleute

Sie sorgen dafür, dass italienische Nudeln im Supermarktregal landen oder elektronische Komponenten fristgerecht in die Fertigung gelangen. Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung organisieren den Gütertransport und -umschlag. Sie betreuen Geschäftskunden aus Industrie und Handel (50,5 %), bearbeiten deren Aufträge und organisieren geeignete Transportlösungen für die Güter. Dabei koordinieren sie unterschiedliche Partner, weshalb Kommunikation nach außen eine der Hauptaufgaben von Speditionskaufleuten (49,5 %) ist.


Da es in ihrem Job wenig Routine gibt, sollten die gesuchten Mitarbeiter nicht nur motiviert und teamfähig sein, sondern auch flexibel auf unvorhergesehene Situationen reagieren können (42,9 %). Hohe Service- und Kundenorientierung sowie Termintreue sind weitere wichtige Soft Skills in diesem Beruf.


Berater im Zahlendschungel: Kaufleute in Banken und Versicherungen

Wer gerne mit Menschen umgeht und ein Faible für Zahlen hat, ist im Beruf der Kaufleute für Versicherungen und Finanzen oder der Bankkaufleute gut aufgehoben. In beiden Fachrichtungen liegt der Fokus darauf, Kunden zu beraten und zu betreuen - zwei von drei Offerten beinhalten diese Aufgabe. Entsprechend hoch sind die Anforderungen: Arbeitgeber fragen hier besonders häufig nach einer geregelten Weiterbildung oder einem Studium.


Die wichtigsten persönlichen Eigenschaften von Kaufleuten in Banken und Versicherungen sind eine hohe Motivation (53,1 %) sowie Kommunikationsstärke (51,3 %), denn sie sollen sich mit einer positiven Ausstrahlung dafür engagieren, für Kunden die beste Lösung zu finden - egal, ob es ich um ein Anlageprodukt oder einen Schadensfall handelt. Ideale Kandidaten denken und arbeiten außerdem strukturiert und zielorientiert.


"Kaufleute sind in gewisser Weise das Rückgrat von Unternehmen", stellt Dr. Peter Littig, Bildungspolitischer Berater der Geschäftsführung der DEKRA Akademie fest. "Die Anforderungen in diesen Berufen werden größer, denn mit der Digitalisierung sinkt der Anteil von Routineaufgaben und die Professionalisierung steigt. Im Zuge dessen müssen Kaufleute besonders lernbereit und lernfähig sein und  gutes unternehmerisches Verständnis der Unternehmensabläufe und -prozesse haben."


Inhalte des DEKRA Arbeitsmarkt-Reports 2015:

Im Erhebungszeitraum vom 16. bis 22. Februar 2015 wurden Stellenanzeigen in elf deutschen Tageszeitungen, drei Online-Jobbörsen und einem sozialen Netzwerk ausgewertet. Der Report beinhaltet

  • einen Überblick über die Entwicklung der Berufe und Berufsfelder
  • eine vertiefende Analyse kaufmännischer Ausbildungsberufe
  • eine vertiefende Analyse von Berufen im Bereich Maschinenbau
  • einen Exkurs zum Thema "Qualifizierung für Industrie 4.0"
  • Expertenkommentare zu HR-Trendthemen


Der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2015 kann kostenfrei per E-Mail unter service.akademie@dekra.com angefordert werden.


DEKRA Akademie

Die DEKRA Akademie GmbH, eine Tochter der DEKRA SE, versteht sich als individueller Berater und ganzheitlicher Prozessbegleiter für Qualifizierung. Langjähriges Know-how und Erfahrung aus der Bildungsberatung werden genutzt, um gemeinsam mit Partnern neue Qualifizierungskonzepte zu entwickeln. Mit ihrer praxis-, kunden- und qualitätsorientierten Ausrichtung ist die DEKRA Akademie einer der größten privaten Bildungsanbieter Deutschlands und bereitet jährlich mehr als 100.000 Teilnehmer auf veränderte oder neue berufliche Anforderungenvor.


DEKRA

Seit 90 Jahren arbeitet Dekra für die Sicherheit: Aus dem 1925 in Berlin gegründeten Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein e.V. ist eine der weltweit führenden Expertenorganisationen geworden. Die DEKRA SE ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des DEKRA e.V. und steuert das operative Geschäft des Konzerns.

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