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Die heimliche Macht

Sekretärinnen und Assistentinnen haben immer noch mit Klischees zu kämpfen. Dabei erfüllen sie nicht nur anspruchsvolle Aufgaben, sie wissen auch mehr - und steuern die Geschicke einer Firma durchaus mit.

Noch immer verbinden viele Menschen diese Tätigkeit augenzwinkernd mit den Bildern zweier Prototypen von Frauen: entweder dem ältlichen, nicht verheirateten Vorzimmerdrachen, der seinen Chef eifersüchtig bewacht oder der jungen, attraktiven "Tippse", die weniger ihre Büroarbeit im Sinn hat, als das Ziel, den vermögenden Chef in den Ehehafen zu locken.

 

Anspruchsvoll und einflussreich

Wie die anspruchsvolle Tätigkeit einer Sekretärin und Assistentin in der Realität des 21. Jahrhunderts tatsächlich aussieht, kann nur beurteilen, wer einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen wirft. Abgesehen von den umfangreichen operativen Aufgaben, die von den Assistentinnen Managementqualitäten fordern und einem Arbeitstag, der sich meist nicht an den üblichen Bürozeiten ausrichtet, gibt es ein weiteres Merkmal im Berufsleben der Sekretärinnen, das den wenigsten bekannt und bewusst ist:  Die Tatsache, dass viele einen großen Einfluss auf ihre Chefs ausüben, der sich bis in unternehmerische und politische Entscheidungsebenen erstreckt. Diese in nicht seltenen Fällen weit reichende Macht wird von allen Beteiligten konsequent tabuisiert: von vielen Chefs in ihrer Selbstgefälligkeit ebenso wie von den Mitarbeitern. Nach außen geben sich die Sekretärinnen und Assistentinnen kompetent, aber bescheiden als treue Helferin im Hintergrund. Ihre Loyalität und Verschwiegenheit, was den beruflichen und persönlichen Bereich ihres Chefs anbelangt, ist beispiellos.

 

Die Sekretärin als Vertraute

Erfolg macht einsam. Diese Erfahrung machen fast alle Manager und Managerinnen, die Spitzenpositionen in der Wirtschaft oder Politik einnehmen. Ihre Sekretärin, die sie auf dem langen Weg zur Macht begleitet hat, ist meist eine der wenigen Menschen im Beruf, der sie vertrauen. Dieses Vertrauen hat sich ihre "rechte Hand" durch jahrelange Loyalität und Integrität erarbeitet. Es gibt kaum einen Berufszweig, in dem man eine solche Anhäufung von verschwiegenen und diskreten Mitarbeiterinnen trifft wie im Beruf der Assistentin. "Ich erfahre sehr viel Internes, Vertrauliches und Persönliches", berichtet eine Vorstandssekretärin. "Dieses Wissen teile ich nur mit meinem Chef. Und, was viele nicht sehen, allein im Vorstandssekretariat zu arbeiten, heißt häufig auch einsam zu sein im Berufsleben. Weil ich viele Einblicke in die strategischen Entscheidungen meines Chefs habe, begegnen mir die anderen Mitarbeiter mit Distanz, ja sogar Misstrauen. Oft verstummen die Gespräche, wenn ich dazukomme. Die Mitarbeiter haben Angst, ich könnte meinem Chef etwas weitererzählen, obwohl ich dieser Befürchtung noch nie Vorschub geleistet habe."

 

Die Sekretärin als einsame Hüterin der Macht, von den Anderen misstrauisch beäugt? Was sind Ihre Erfahrungen? Diskutieren Sie im Forum weiter. 

 

 

    Dieser Auszug hat Ihnen gefallen? Den vollständigen Artikel finden Sie im Heft (working@office Heft 2/2008).
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