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Der feminine Führungsstil

Ohne jeden Zweifel sind Frauen Männern gegenüber gleichberechtigt. Über eine Gleichbehandlung sagt dies allerdings nicht das Geringste aus. Nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen nicht nur in der Minderheit; sie müssen auch um die ihnen entgegen gebrachte Akzeptanz als Führungskraft in einem von Männern dominierten Umfeld kämpfen. Liegt ein Grund dafür in ihrer sozialeren Körpersprache?

Der feminine Führungsstil

Man mag darüber streiten, ob Führungskräfte sich mit ihren Mitarbeitern austauschen und versuchen sollten, einen gemeinsamen Konsens zu finden, oder ob sie die Erfüllung bestimmter Aufgaben schlicht und einfach diskussionslos anordnen sollten. Die Frage ist nicht, ob und wie Frauen Entscheidungen treffen – vielmehr muss man sich fragen, ob Männer deren Ernsthaftigkeit auch dann verstehen – und vor allen Dingen akzeptieren - wenn sie auf "sozialverträglichere" Weise kommuniziert werden, als dies bei ihrem eigenen Geschlecht der Fall ist.


Die Körpersprache

Martina W. (45), Vertriebsleiterin eines internationalen Logistik-Unternehmens, beschleicht mitunter das Gefühl, dass einige männliche Mitarbeiter ihres Teams sie nicht so ernst nehmen, wie die Situation es erfordert. Zwar ist sie insgesamt zufrieden – die Arbeit ist interessant und abwechslungsreich, das Unternehmen fördert Weiterbildung und die Bezahlung stimmt ebenfalls – doch sie wird das Gefühl nicht los, dass es deutliche Unterschiede in den Reaktionen auf Anordnungen gibt, je nachdem, ob sie von einem Mann oder von ihr beziehungsweise einer Kollegin erteilt werden.


Vor diesem Hintergrund sind ihr mit Blick auf ihren männlichen Kollegenkreis einige Verhaltensweisen aufgefallen, die sie bei Frauen so noch nicht beobachtet hat. Oft handelt es sich dabei um typische Machtgesten:


  • mechanisches Lächeln

  • reduzierter Blickkontakt

  • Beschäftigung mit anderen Dingen, während jemand spricht

  • zielgerichteter und entschiedener Bewegungsablauf

  • kurze, knappe und eindeutige Gesten

  • raumgreifende Ausweitung eigener Distanzzonen

  • fehlende Rücksichtnahme auf Distanzzonen anderer

Männliche Präsenz

Sind die ersten drei Punkte zwar durchaus noch geschlechtsübergreifend anzutreffen, fallen die weiteren in der Häufigkeit ihres Auftretens eindeutig in den männlichen Bereich. Die fehlende Rücksicht auf Distanzzonen anderer beispielsweise wird in dem Klassiker, in dem der Chef hinter seiner Mitarbeiterin steht und ihr über die Schulter guckt – oder sich gar über sie beugt – besonders deutlich.


Der Herr, der einer Dame die Tür aufhält, um sie zuerst hindurch gehen zu lassen, ihr dabei jedoch wie selbstverständlich die Hand auf den Rücken legt, um sie förmlich hindurch zu geleiten, möchte vielleicht höflich sein; allerdings wäre er das auch ohne die ungefragte Berührung und die damit einhergehende Verletzung der Intimdistanz.


Weibliche Bescheidenheit

Weibliche Körpersprache ist rücksichtsvoller und bescheidener als männliche. Sie enthält weichere, fließendere Bewegungen, hat einen geringeren Platzbedarf und nimmt Rücksicht auf den Raum anderer. So nehmen Frauen beispielsweise im Stand weniger Raum ein, weil ihre Füße näher beieinander stehen, während dieser Abstand bei Männern größer ist und – je nach Situation – bis zur Revolverheld- oder Türsteher-Position reicht. Zwangsläufig liegt der Fokus dabei auf ihrer Männlichkeit, die dabei buchstäblich präsentiert wird.


Verkündet eine Frau im beruflichen Kontext eine Entscheidung bzw. will sie diese durchsetzen, wird sie im Normalfall dabei nicht von ihrer persönlichen Kommunikationsform abweichen – warum auch? Ganz selbstverständlich geht sie davon aus, dass man ihre Kompetenz und ihren Status akzeptiert. Dabei signalisieren sowohl ihre Worte wie auch die dazu stimmige Körpersprache nach wie vor die Bereitschaft, Spielräume zu lassen.


Ein Beispiel

Während ein Mann sagt: "Erledigen sie das bis morgen!", fragt eine Frau: "Könnten Sie das bitte bis morgen erledigen?"


Dabei unterstützt sie ihre Aussage vielleicht mit einer nach oben geöffneten Handfläche und weicheren – nicht harten, kantigen – Bewegungen. Da kann beim männlichen Gegenüber, der einen – männlichen – Hinweis mit dem Zeigefinger auf die bis morgen zu erledigende Arbeit als klare Order verstanden hätte, durchaus schon mal das Gefühl entstehen, man habe ihm soeben einen Vorschlag unterbreitet, dem man ja mal nachgehen könnte – oder eben auch nicht.


Mehr zum Thema

Um klar zu kommunizieren gilt es also, die Anweisung verbal und körpersprachlich deutlich zu machen. Mehr zum Thema finden Sie im zweiten Teil der Serie "Frauen im Führungspositionen": "Eine Frau an der Spitze" - im nächsten Newsletter von working@office.

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