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Altersarmut unter Frauen

Die Babyboomer-Generation wird 50! 1964 registrierten das Statistische Bundesamt und die Standesämter der DDR 1.357.304 Lebendgeburten. In keinem anderen Jahr nach dem Krieg kamen so viele Kinder zur Welt. Eine stolze Zahl, findet auch Margit Winkler, Altersexpertin des Instituts GenerationenBeratung.

Altersarmut unter Frauen

Doch sie weiß: "Gerade diese Generation blickt auf schwierige Zeiten - sie kann nicht mehr allein auf die Unterstützung vom Staat hoffen und hat mitunter noch nicht genug für die eigene Absicherung im Alter getan." Laut der Expertin sind vor allem Frauen betroffen. Aktuell liegt die Quote der Altersarmut bei ihnen bei zehn Prozent. "Dabei stehen wir erst am Anfang des Desasters", so Winkler weiter. "Jeder dritten Frau droht das Armutsdilemma." Sie hat die 10 größten Risiken für Altersarmut unter Frauen zusammengefasst.


1. Kindererziehung versus Altersvorsorge

Nicht Kinder an sich sorgen für Altersarmut unter Frauen, sondern das Thema Mutterschaft im Allgemeinen hält viele Frauen davon ab, sich frühzeitig zu kümmern. Ist das Kind erst einmal auf der Welt, fehlt vielen das Geld. Und nach der Kinderphase ist es oftmals schon fast zu spät, sich um eine angemessene private Vorsorge zu kümmern. Was die wenigsten wissen: Versicherungen haben Babypausen längst in ihre Modelle aufgenommen. So lässt sich etwa in Zeiten der Kindererziehung der Betrag aussetzen.


2. Fehlende Rentenpunkte durch Familienzeit, Pflege, Mini- und Teilzeitjobs

Bedingt durch die Familienplanung setzen Frauen häufiger im Job aus und üben nicht selten auch danach nur noch Teilzeit- oder Minijobs aus. So fehlen ihnen am Ende wichtige Rentenpunkte und der verringerte Lohn verhindert schon zu Arbeitszeiten, dass Frauen entsprechend vorsorgen können. Dabei gibt es einige einfache Kniffe: Die Riesterrente etwa ist für viele Frauen die ideale Einsteiger-Variante. Zulagen für Kinder erhöhen die Rendite und können selbst in Anspruch genommen werden, wenn man nicht arbeitet. Betriebliche Altersvorsorge ist auch für Frauen mit Minijobs hilfreich, da sie die Förderung in gleicher Höhe wie Angestellte bekommen. Wer Angehörige pflegt, erhält ebenfalls mehr Rente. Mit einem Pflegetagebuch kann nachgewiesen werden, welche Zeiten für die Pflege von Angehörigen aufgebracht wurden und damit in bestimmten Fällen ein Ausgleich aus dem Nachlass durchgesetzt werden.


3. Frauen verdienen weniger als Männer

Dass Frauen - bedingt durch die Familienplanung - in ihrem Job aussetzen und dass sie häufiger Mini- oder Teilzeitjobs ausüben, ist nur ein Grund für drohende Altersarmut. Hinzu kommt auch der generelle Fakt, dass sie weniger verdienen. Dem Statistischen Bundesamt zufolge bekommen Frauen im Job 23 Prozent weniger als Männer. Bei der Rente sieht es noch dramatischer aus: Hier erhalten laut der Gender Pay Gap des Familienministeriums Frauen mit durchschnittlich 645 Euro sogar fast 60 Prozent weniger als Männer, die im Schnitt eine Rente von knapp 1.600 Euro beziehen.


4. Langlebigkeit wird zum Verhängnis

Frauen sind nicht nur meist jünger als ihre Partner, sondern haben auch eine höhere Lebenserwartung. Nicht selten leben Frauen von der Witwenrente und ihrer eigenen Rente noch gut zehn Jahre. Allerdings erhält Frau die Witwenrente nur dann in voller Höhe, wenn die Summe ihrer Einkünfte bei aktuell maximal 742 Euro liegt.


5. Shoppen statt Vorsorgen

Studien haben ergeben: Vier von zehn deutschen Frauen geben ihr Geld lieber für Konsumgüter aus, statt es in die eigene Vorsorge zu stecken. Finanzen sind für viele Frauen ein rotes Tuch, also wird es besser beiseite geschoben. Dabei muss das gar nicht sein. Denn auch Frauen können ausgesprochen gut mit Geld umgehen und sind besonnene Anleger, die das Kapital vernünftig einteilen und verwalten, wie Studien zeigen. Männer gelten dagegen als risikofreudiger und verlieren schneller etwas vom Gesparten.


6. Tabuthema Geld

"Über Geld spricht man nicht - Geld hat man" heißt es häufig. Finanzen sind nur selten ein Thema unter Frauen. Experten zufolge sprechen nur zehn Prozent der Frauen mit ihren Freundinnen über das Thema Geld oder gar Altersvorsorge. Aber warum eigentlich nicht einfach mal die enge Vertraute dazu befragen? Mitunter hat sie bereits Erfahrungen und gibt einen guten Tipp. Wer das Thema Vorsorge totschweigt, läuft im Alter viel häufiger Gefahr, arm zu sein.


7. Liebe schützt vor Armut nicht

Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Auch diese Ansicht teilen bisher nicht alle Frauen und verlassen sich stattdessen auf den Ehepartner. Doch fast jede zweite Ehe wird hierzulande geschieden. Wichtig ist deshalb, dass Versicherungen auch auf die Frau ausgestellt werden und dass sie zumindest einen groben Überblick hat. Sonst steht sie im Ernstfall ohne etwas da.


8. Geld ist Männersache

Der Mann gilt als "Ernährer" der Familie und die Frau ist zufrieden, wenn sie shoppen gehen darf. Einen tieferen Einblick in die Familienfinanzen hat sie dagegen nur selten. Was nach antiquierten Ansichten klingt, ist bis heute oftmals Realität. Die Vorsorge läuft häufig über den Mann. Er schließt eine betriebliche Altersvorsorge ab, hat mehr Rentenpunkte, weil er arbeitet und die Privatrente gehört ebenfalls ihm, da er schließlich der Verdiener ist. Dabei ist es wichtig, dass auch die Frau den Überblick behält und Depots sowie Versicherungen auf ihren Namen laufen. Sonst erlebt sie im Alter eine böse Überraschung.


9. Zu wenig oder falsche Zusatzversicherungen

Die Rente allein wird im Alter nicht reichen. Dies haben viele mittlerweile verstanden. Doch vor allem Frauen tun bisher immer noch zu wenig, um diesem Problem entgegenzuwirken. Private Zusatzversicherungen sind nötig - und zwar solche, die auf den Namen der Frau laufen. Andernfalls sind sie nutzlos. Zudem sollten sie genau prüfen, welche wirklich ihren Zweck erfüllen. Ein Berater hilft weiter.


10. Die Scham vor der Grundsicherung

75 Prozent der heute 35- bis 50-jährigen Frauen können eine Rente erwarten, die unter dem jetzigen Hartz-IV-Niveau liegt. Deshalb geschieht es immer häufiger, dass alte Menschen sich einen Job suchen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Viele haben weniger als 800 Euro im Monat zur Verfügung und damit Anspruch auf Unterstützung vom Staat. Doch Experten schätzen, dass nur ein kleiner Teil der Frauen diese auch tatsächlich beantragt. Zu groß ist oftmals die Scham, zum Sozialamt zu gehen und Hilfe zu beantragen.


Mehr Informationen erhalten Sie auf der Website der Autorin: www.institut-generationenberatung.de

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