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10 Gebote erfolgreicher Kommunikation

Die meisten Menschen glauben, dass sie kommunikativ durchaus begabt sind. Doch allzu oft wird nicht zielgerichtet, manchmal sehr unprofessionell kommuniziert. Der Kommunikationstrainer Hans Eigenmann erklärt die zehn Gebote erfolgreicher Kommunikation.

10 Gebote erfolgreicher Kommunikation

Die meisten Menschen glauben, dass sie kommunikativ durchaus begabt sind. Doch allzu oft wird nicht zielgerichtet, manchmal sehr unprofessionell kommuniziert. Der Kommunikationstrainer Hans Eigenmann erklärt die zehn Gebote erfolgreicher Kommunikation.

                                                                


1. Empfängergerecht kommunizieren

Es ist ein Unterschied, ob Sie einen Sachverhalt einem Busfahrer oder einem Apotheker erklären müssen. Und es macht nochmals etwas aus, ob Sie einen faktenorientierten und fundiert denkenden Menschen oder eine Plaudertasche vor sich haben, die Sie kaum ausreden lässt. Versuchen Sie herauszufinden, ob Ihr Gesprächs- oder Mailpartner mehr Wert auf Argumente oder Fakten legt, oder ob emotionale Inhalte besser ankommen. Entsprechend können Sie faktenbasiert, gefühlsmässig, kurz und knackig oder mit schlagenden Argumenten vorgehen.  


2. Nicht langweilen

Ob Sie reden, mailen oder eine Präsentation machen müssen: Kommunizieren Sie immer spannend! Errichten Sie einen Spannungsbogen, indem Sie zum Beispiel ein Thema anschneiden, dann aber noch nicht alles dazu sagen. Damit halten Sie die Empfänger der Botschaft bei der Stange. Vermeiden Sie hölzerne Ausdrucksweisen, verwenden Sie sprachliche Bilder. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob Sie sagen „Unser Unternehmen hat finanziell mit erheblichen Problemen zu kämpfen“ oder ob Sie eine Metapher gebrauchen: „Uns steht finanziell das Wasser bis zum Hals“. Vermeiden Sie Juristendeutsch und Behördenfloskeln. 


3. Nicht zutexten

Halten Sie sich immer an die KKK-Regel: Kurz, klar und knackig! Garnieren Sie Ihre Kernbotschaften nicht mit Unwichtigem, holen Sie nicht zu weit aus. Eine Einleitung in zwei Sätzen genügt bei den meisten Botschaften vollauf. Besonders wenn Sie unangenehme Botschaften kommunizieren müssen, besteht oft die Versuchung, den nicht angenehmen Kern in zu viele unnötige Worte einzupacken.  


4. NUTZEN kommunizieren

Es soll Ihren Mailempfängern und Gesprächspartnerinnen etwas bringen, mit Ihnen zu kommunizieren. Sagen, schreiben Sie, was es bringt, Ihnen zuzuhören. Damit wecken Sie jene Aufmerksamkeit, die Sie wollen. Überlegen Sie sich vor jeder Kommunikation, welchen Nutzen Sie Ihren Gesprächspartnern damit bringen können – und erwähnen Sie ihn! 


5. Ehrlich kommunizieren

Es wird immer dann schwierig in der Kommunikation, wenn wir negative Botschaften übermitteln müssen. Wir neigen dann zum Beschönigen, oft sogar zum Lügen. Klartext-Kommunikation heißt aber, Wahrheiten nicht mit süßer Sauce zu übertünchen. Die Empfänger Ihrer Botschaft erwarten, dass sie ehrlich, klar und verständlich informiert werden. Am besten ist es, wenn Sie mehr sagen, als Ihre Botschafts-Empfänger erwarten. Damit nehmen Sie allfälliger Kritik schon mal Wind aus dem Segel. Bleiben Sie aber dennoch knapp (drittes Gebot), verletzen Sie niemanden und äußern Sie nur, was nötig ist – das aber klipp und klar.  


6. Menschlichkeit zeigen

Fühlen Sie sich in Ihre Kommunikationspartner ein! Überlegen Sie sich vor jeder E-Mail, vor jedem Telefonanruf und jedem Gespräch, was Sie an der Stelle Ihres Botschafts-Empfängers erwarten würden. Wenn Sie einen Text mit einer Bemerkung zum Befinden der Empfänger beginnen, haben Sie zumeist Ihre Gesprächspartner auf einer Ebene angesprochen, die Ihnen alles weitere leichter macht. Nehmen Sie Ihre Mitmenschen ernst, mit denen Sie kommunizieren, zeigen Sie Nähe. Humor ist übrigens das allerbeste Mittel, um Menschlichkeit zu dokumentieren. Wenn Sie es schaffen, dass ein Mailempfänger schmunzelt, eine Zuhörerin lächelt, dann haben Sie ein leichtes Spiel, Ihre Kommunikationsziele zu erreichen.


7. Nicht drauflos plappern

Wenn Sie Klartext reden oder schreiben möchten, müssen Sie sich vorher Klarheit verschaffen. Machen Sie sich klar, wo Sie selbst stehen, was Sie denken und was Sie vermitteln möchten. Nur dann wird Ihre Kommunikation so überzeugend, dass Sie auch erreichen, was Sie wollen. Machen Sie sich ebenfalls klar, ob Sie die Situation Ihres Gegenübers verstehen und nachvollziehen können. Bereiten Sie jede Kommunikation sorgfältig vor, ob Telefonanruf, Rede oder Präsentation. Das kostet Sie nicht viel Zeit, bringt Ihnen aber Sicherheit und Erfolg.  


8. Kein Juristendeutsch verwenden

Das trockene Amtsdeutsch zeichnet sich durch die übermäßige Verwendung von Substantiven auf –heit, -ung, -ismus oder –schaft aus. Verwenden Sie mehr Verben. Vermeiden Sie zudem Genitivketten: Ein Satzanfang wie „Der Wortlaut des Beschlusses des Landtags von Baden-Württemberg“ ist unsäglich hölzern und trocken. Wieso nicht schreiben: „Der Landtag von Baden-Württemberg hat wörtlich festgelegt…“? Vermeiden Sie auch Passivsätze: Nicht „Es wird hier anerkannt“, sondern „Wir erkennen an“.  


9. Auf den Ton zwischen den Zeilen achten

Die Wirkung eines Satzes hängt nicht nur von seinem Inhalt ab. Wenn die Krankenschwester der betagten Patientin nach deren Läuten sagt „Aber nicht schon wieder, Frau Schneider!“, dann schwingt hier ein Vorwurf mit. Denken Sie immer daran, dass es neben der inhaltlichen Aussage auch eine Appell-Ebene („lassen Sie das ewige Läuten!“) und eine Beziehungs-Ebene gibt, welche die Gesamtwirkung der Kommunikation beeinflussen. Und noch etwas: Auch die Körpersprache beeinflusst Ihre Wirkung. Mit einem Lächeln können Sie auch schwierigere Botschaften abdämpfen oder mildern.  


10. Feedback geben

Haben Sie nicht auch schon jemandem eine E-Mail gesandt, etwa mit einer Anfrage oder einer Bitte? Und dann einfach keine Reaktion bekommen? Vielleicht ist die Erledigung Ihres Anliegens zwar dann gekommen, aber erst nach Tagen. Das ist wirklich schlechter Stil, nicht nur im Geschäftsleben. So gut wie Sie im mündlichen Gespräch nicken, Ja sagen oder sonst wie signalisieren, dass die Botschaft des Absenders angekommen ist, müssen Sie das auch im Mailverkehr tun. Einfach nicht zu reagieren, ist definitiv verboten. Wenn Sie einen Auftrag nicht umgehend erledigen können, melden Sie das zurück und geben Sie eine verbindliche Frist an, innerhalb derer Sie antworten werden.   


 Hans Eigenmann
Klartext: Wie uns Kommunikation gelingt
1. Auflage BusinessVillage 2011
228 Seiten
ISBN 978-3-86980-119-3
24,80 Euro 




 


Der Autor

Hans Eigenmann ist Inhaber der BRAinPUT GmbH, Training und Coaching. Maßgeschneiderte Trainingsmodule und Coachings in den Bereichen Führung, Teamentwicklung, Verkauf und Dienstleistungsqualität gehören zu seinen Angeboten.  

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