Führungsambitionen: Ich will mehr!
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Führungsambitionen: Ich will mehr!

Führen – als Assistenz? Na klar! Wer eine Leitungsposition anstrebt, sollte über einige wesentliche Kernkompetenzen verfügen. Welche fünf Fähigkeiten über den Erfolg an der Spitze eines Teams entscheiden, verrät ein Karriere-Coach.

Der Stil ist individuell verschieden: Jeder Vorgesetzte lenkt sein Team auf eine andere Art. Doch die Fähigkeiten, die kompetente Führungspersönlichkeiten auszeichnen, sind bei allen gleich. „Empathie, Entscheidungsfreude, Verantwortungsbewusstsein, die Fähigkeit, delegieren zu können, und Weitblick sind die wesentlichen Merkmale“, erklärt der Kölner Karriere- und Business-Coach Dr. Bernd Slaghuis.
 

Empathie – Kompetenzen erkennen

„Wer führen will, muss Menschen mögen“, sagt der Business-Coach. Chefs, die sich am liebsten in ihr Zimmer zurückziehen und von niemandem gestört werden wollen, sind fehl am Platz. Denn nur, wer gerne mit anderen zusammenarbeitet und gekonnt kommuniziert, kann einschätzen, über welche Kompetenzen die Mitarbeiter verfügen und welche Werte ihnen wichtig sind. Diese Empathie ist die Voraussetzung dafür, dass die, beziehungsweise der Vorgesetzte jedem genau die Aufgaben überträgt, die seinen Fähigkeiten entsprechen.

Ein weiterer Effekt: Es entsteht ein gutes, motivierendes Arbeitsklima. So erkennt eine Führungskraft leichter, wenn sich ein Mitarbeiter langweilt, und kann ihm beispielsweise vorschlagen, an einem Projekt mitzuwirken. Echtes Einfühlungsvermögen ermöglicht es, andere in ihren Motiven, Emotionen und Persönlichkeitsmerkmalen richtig einzuschätzen. Es bedeutet aber nicht, mit Mitarbeitern gemeinsam Negatives zu beklagen. Es geht darum, individuelle Belastungen zu erkennen und die passenden Entscheidungen zu treffen.
 

Entscheidungsfreude – Ohne Angst vor Fehlern

Damit sind wir schon bei der Kompetenz Nummer zwei, der Entscheidungsfreude. Nicht umsonst ist ein anderes Wort für Führungskraft Entscheidungsträger. Denn genau das ist die Hauptfunktion, Sachaufgaben treten in den Hintergrund. Natürlich müssen Entscheidungen gut abgewogen werden, aber eben auch zeitnah fallen. Wer hier zu zögerlich agiert, bringt den Betrieb zum Erlahmen.

Für Anfänger auf dieser Position ist diese Fülle an geforderten Entscheidungen zunächst ungewohnt, doch kein Grund zu verzweifeln. „Das Gute: Als Führungskraft haben Sie die Chance, das Entscheiden tagtäglich zu üben und so zu lernen, wie Sie gute Entscheidungen treffen“, erläutert Bernd Slaghuis. Mit dazu gehört übrigens auch der Mut, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Kein Vorgesetzter kann es allen Mitarbeitern Recht machen und das ist auch gar nicht Sinn und Zweck der Aufgabe. Ausschlaggebend ist, die richtige Entscheidung für alle und das Unternehmen zu treffen. Das wird dem Einzelnen nicht immer gefallen. Eine Führungskraft muss das aushalten können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Sie sollte auch keine Angst davor haben, Fehler zu machen. Denn bei aller Sorgfalt und dem Wunsch nach Perfektion wird bei der Vielzahl an Entscheidungen auch mal die ein oder andere nicht so gute dabei sein.  
 

Verantwortung übernehmen – Auf ganzer Linie

In diesem Fall heißt es, Verantwortung zu übernehmen. Das ist die dritte Führungskompetenz, ohne die es nicht geht. Denn ein Fehler wird erst dann richtig schlimm, wenn er totgeschwiegen wird und deshalb nicht behoben werden kann. Gute Vorgesetzte gestehen Irrtümer ein und korrigieren sie. Sie übernehmen aber nicht nur die Verantwortung, wenn etwas schiefgelaufen ist, sondern auch im alltäglichen Geschäft.

Vorgesetzte müssen hinter den Entscheidungen stehen, die sie getroffen haben. Sie dürfen sich nicht mit Bemerkungen wie „Das kommt von ganz oben“ und „Da kann ich nichts machen“ vor der Verantwortung drücken. Der Grund: Mitarbeiter werden Anweisungen nur widerwillig oder gar nicht befolgen, wenn der Vorgesetzte sie nicht wirklich vertritt. Dabei verliert der Chef jeglichen Respekt und die Mitarbeiter werden sehr bald nur noch Dienst nach Vorschrift machen. Eine Führungskraft aber, die erklärt, warum die getroffenen Entscheidungen sinnvoll und notwendig sind, motiviert andere und sich selbst.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office.

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