Projektarbeit: Wie Ihr Team erfolgreich wird
Die sieben gängigsten Team-Mythen im Check.

Projektarbeit: Wie Ihr Team erfolgreich wird

Viele verschiedene Vorstellungen sind zum Thema Teamarbeit im Umlauf. Aber treffen sie auch zu oder führen sie auf falsche Fährten? Eine Expertin erklärt, was stimmt und worauf es wirklich ankommt.

Teamarbeit ist heute die Regel, wir alle machen unsere Erfahrungen damit. Welche Gesetzmäßigkeiten für das Arbeiten in (wechselnden) Gruppen tatsächlich gelten und was womöglich einfach nur ein Klischee ist, hat Svenja Hofert einmal unter die Lupe genommen. Die Organisationsberaterin, Gründerin und Geschäftsführerin von Teamworks GTQ geht den sieben gängigsten Team-Mythen auf den Grund.

NR. 1: TEAMARBEIT KLAPPT IM HOMEOFFICE NICHT

Dieser Aussage werden womöglich viele zustimmen, hat doch der Lockdown gezeigt, dass Zusammenarbeit und Kommunikation übers Internet beschwerlich sein können. „Das bedeutet aber nicht, dass Teamarbeit nicht für virtuelle Gruppen geeignet ist. Die Zusammenarbeit muss nur stärker koordiniert werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Teammitglieder über die Kompetenz zur digitalen Kommunikation verfügen. Hinzu kommt, dass Kollaborationstools eingesetzt werden sollten“, erklärt Svenja Hofert.

 

Kollaborationstools ermöglichen es, dass Mitarbeiter zeit- und ortunabhängig gemeinsam an Projekten arbeiten können, also etwa gleichzeitig Zugriff auf Dokumente haben. Längst gibt es eine breite Auswahl an Software für verschiedene Aufgabenbereiche, wie virtuelles Brainstorming, Projektmanagement, Datentransfer und anderes. „Wer schon vor der Pandemie auf dem neuesten Stand war und Kollaborationstools verwendet hat, konnte die Teamarbeit problemlos vom Homeoffice fortführen“, weiß Svenja Hofert. Alle anderen müssen aber keineswegs verzweifeln. Mit Schulungen lässt sich das erforderliche Know-how lernen. Wichtig ist, dass die Bereitschaft vorhanden ist, sich Neues anzueignen. Das dient der eigenen Karriere. Denn in Zukunft wird die virtuelle Teamarbeit, auch nach einer Rückkehr vieler ins Büro, weiterhin eine große Rolle spielen.

NR. 2: DAS TEAM BRAUCHT EINE FÜHRUNGSKRAFT

„Dieser Mythos muss eigentlich lauten: Jedes Team braucht Führung“, erklärt Svenja Hofert. „Dabei muss es sich jedoch nicht zwingend nur um eine Person handeln. Die Führungsrolle kann durchaus im Wechsel von verschiedenen Teammitgliedern ausgeübt werden, je nach aktueller Aufgabenstellung.“ Die Vorstellung, dass ein Vorgesetzter alle Entscheidungen allein trifft, ist veraltet. Eine Zuständigkeit für alle Teambelange führt wahrscheinlich auf Dauer zu einer Überforderung.

 

Sinnvoll ist vielmehr, dass derjenige die Führung übernimmt, der bei der jeweils anstehenden Aufgabe über die größte Kompetenz verfügt. Doch auch er oder sie lässt sich vor einer Entscheidung sinnvollerweise von den anderen Teammitgliedern beraten. Dieses Vorgehen, das als konsultativer Einzelentscheid bezeichnet wird, führt zu guten Ergebnissen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Verfahren im Team eingeführt und erprobt wurde.

NR. 3: IN TEAMS WIRD VIEL ZU VIEL GEREDET

Oft werden Teammeetings als endloses Palaver ohne Resultat wahrgenommen. Stimmt dieser Mythos also? Die Antwort ist Jein. „Dass die Kommunikation im Team ineffizient ist, hat seine Ursache meist in der fehlenden Zielsetzung. Sie muss vorab festgelegt werden“, erläutert Svenja Hofert. So sollte vor dem Start eines Meetings für alle Teilnehmer klar sein, ob es sich um ein kreatives Brainstorming handelt, bei dem der freie Gedankenfluss gewünscht ist, oder ob ein konkretes Ergebnis, wie beispielsweise ein Projektplan, effizient erarbeitet werden soll. Entsprechend unterschiedlich muss auch die Kommunikation gestaltet werden.

 

Eigentlich gilt im Team aber immer die Devise, dass gar nicht genug geredet werden kann. Das häufigste Problem ist nämlich, dass selbst bei Gesprächspartnern, die sich gut kennen, in vielen Fällen die Botschaft des Gesagten nicht ankommt. Die derzeit erforderliche Kommunikation über digitale Kanäle verstärkt diesen Effekt noch. So fehlen beim Chatten über Messenger-Dienste Mimik, Gestik und Betonung, bei Videokonferenzen entsteht durch eine ungünstige Beleuchtung sowie eine schlechte Bild- und Tonqualität ein verzerrter Eindruck.

 

Das alles ist den meisten Gesprächsteilnehmern jedoch nicht bewusst. Svenja Hofert rät daher, dass die Kommunikation im Team immer möglichst zielgerichtet, klar und einfach sein sollte. In ihrer digitalen Form gelingt dies durch Strukturierung und Visualisierung des Gesagten mit der entsprechenden Software. Und: Eine mehrfache Wiederholung der Botschaft ist durchaus erwünscht.

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