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privat: Warum möchte man Kinder?

Suse

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 4595
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Vielleicht hat die/der eine oder andere im letzten Spiegel auch die Berichte zur Kinderlosigkeit unserer Republik gelesen. Die Kernaussagen habe ich so verstanden, dass wir zu einer Gesellschaft von Egoisten verkommen, weil Kinder immer unpopulärer werden, die vorhandenen Kinder kaum noch vorgelebt bekommen, was intakte Familie und Großfamilie bedeutet und demzufolge auch weniger Kinder in die Welt setzen werden und vor allem die islamischen Familien uns den Rang ablaufen werden, da insbesondere dort das Familienzusammengehörigkeitsgefühl sehr ausgeprägt ist, und im Falle einer Katastrophe nachweisbar die Familienverbände besser überleben als der einzelne, also wir Egoisten. Soweit nur ganz grob die Inhalte einer der Artikel.
Seitdem ich diese nun gelesen habe, beschäftigt mich die Frage: Warum möchte man (ich) Kinder haben? Ich möchte keine Kinder haben. Zum einen hängt mir da etwas das Alter (die 40 nächstes Jahr springt mich schon an) und die fehlende Sicherheit einer stabilen Partnerschaft nach, zum anderen ist aber viel wesentlicher das Gefühl, dass ich mich nicht in der Rolle dieser verantwortungsvollen Aufgabe einer Mutter, nicht in diesen täglichen Abläufen der einzelnen Jahre sehen kann. Es steckt da sicherlich auch die Angst mit drin, überfordert zu sein, mit dem Kind nicht zurecht zu kommen.
Aber wie gesagt, so wie ich benennen kann, keine Kinder zu wollen, was ist der Beweggrund für andere/Euch, Kinder zu bekommen? Freundinnen sind zum Teil in Familien mit 2 oder mehr Kindern groß geworden und wollten das schon immer auch so haben. Andere finden es toll, dass nach Ihnen noch jemand kommt. Eine sagte, dann ist sie nicht alleine, wenn sie alt ist. Gilt alles, bei vielen ist es vielleicht auch eine Mischung davon.
Also, warum möchte man Kinder haben? Manchmal denke ich schon, alleine, dass ich diese Frage stelle, disqualifiziert mich zum Mutter sein.
Aber die Frage beschäftigt mich momentan einfach. Würde mich daher freuen, wenn Ihr Zeit und Lust zum antworten habt.

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!

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Anja

Mitglied seit
14.08.2007
Beiträge: 492
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Wir werden nicht zu Egoisten, wir sind es - deswegen keine Kinder. Die gesamte menschliche Gesellschaft ist nur auf sich und sein Kapital bedacht. Wenn man/frau sich intensiv mit dem Thema befasst, fallen einem gravierende Dinge auf,die sich hier nicht (aufgrund der Länge) posten lassen.

Aber trotzdem, der/die die Kinder wollen, sollen es tun. Jeder kann frei entscheiden!

Grüßerchen Anja

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Jeanny

Mitglied seit
20.07.2007
Beiträge: 1020
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ich so einen bezaubernden Schlumpf wie meinen Schatz auch in klein haben möchte... )

ich das gute und meine Erfahrungen in mir an mein Kind weitergeben möchte...

mein Kind es mal besser haben und eine unbeschwerte Kindheit haben soll

ich mich und meinen Schatz in dem Wurm wiedererkennen möchte..

auf das Strahlen der zukünftigen Oma freue...

eine Familie zu gründen schon immer mein Lebensziel ist...

dies das i-Tüpfelchen unserer Liebe wäre...

LG Jeanny

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Jeanny

Mitglied seit
20.07.2007
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ein Kinderwunsch ist ein Gefühl, das man hat oder das man nicht hat.
)
Sorry, für evtl. Rechtschreibfehler.

LG Jeanny

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skwerl

Mitglied seit
08.11.2006
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Wenn du keine Kinder möchtest, bekommst du auch keine. Basta. Gottseidank können wir Frauen das heute - zumindest in der westlichen Gesellschaft - selbst bestimmen.
Der Tenor des Spiegelartikels passt einfach nur gut in die heutigen Zeitläufte und die gegenwärtige Stimmung. Das ist aber noch kein Grund, dass plötzlich alle gebärfähigen Frauen in diesem Land einen Totalumschwung vollziehen. Keiner hat bisher gefragt, ob die Frauen aus der islamischen und anderen Teilen der Welt mit ihrer Lage und den ständigen Geburten glücklich sind. Unter welchen Bedingungen dort oft Schwangerschaften ausgetragen werden (denkt nur mal an die vielen beschnittenen Frauen, die ihr Leben lang unter extremsten Schmerzen leiden), bleibt hier unerwähnt.
Die Menschheit geht davon auch nicht komplett zugrunde. Es gibt eben reife Gesellschaften, die anders funktionieren, dass diese irgendwann auch mal wieder untergehen, ist ein Teil der Geschichte. Wir wollen doch um Gottes willen nicht zurück zum Hordentrieb der Steinzeit. Es gibt unterschiedliche Lebensformen und -modelle, und das ist auch gut so. Deshalb muss keine Frau, die keine Kinder will, ein schlechtes Gewissen haben.
Davon mal ab, die Zeugungsfähigkeit der Männer und die Fruchtbarkeit der Frauen nimmt hier permanent ab - viele bekommen keine Kinder mehr, selbst wenn sie wollen. Die ganze Angelegenheit ist sehr komplex und lässt sich nicht auf den einfachen Nenner bringen: Mehr Kinder, bessere Gesellschaft.
Die Probleme, die wir hier in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bekommen, müssen eben kreativ und anders gelöst werden.

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Kirsten

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 1631
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Hallo Suse,

ich habe so ziemlich alle Gefühle in dieser Richtung durch:

Mit Anfang 20 dachte ich bei mir, mit Mitte 20 möchteste gerne ein Kind haben. Warum? Hmm... damals hab ich mir gar keine so großen Gedanken darüber gemacht. Es war weniger ein inniges Gefühl als vielmehr die Tatsache, dass es quasi normal ist, in diesem Alter ein Kind in die Welt zu setzen. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass ich mir der Verantwortung, die ein kleines Lebewesen mit sich bringt, gar nicht bewusst gewesen bin.

Als ich dann Mitte 20 war, stellte ich (glücklicherweise) fest, dass ein Kind überhaupt nicht in meine damalige Lebenssituation gepasst hätte. Ich hatte noch gar nicht DEN Partner gefunden (denn dass er ultimativ wichtiger Bestandteil meiner kleinen Familie sein sollte, das wusste ich eigentlich immer) und dann war ich selber noch viel zu sehr Kind. Will heißen, dass ich noch etwas erleben wollte, leben, ohne Rücksicht zu nehmen, meinen Egoismus ausleben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, einfach ich sein und mich persönlich entwickeln und reifen.

Mit Ende 20 hörte ich dann zum ersten Mal diese biologische Uhr ticken. Schließlich gehörte es sich doch, in diesem Alter so langsam mal ein Kind in die Welt zu setzen. *g* Aber auch da war es wie gehabt: MEINE selbst auferlegten Rahmenbedingungen passten nicht. Mein Gefühl sagte "nein", auch wenn ich schon so ein bisschen zu den Mamis schielte, wenn sie denn in vermeintlich glücklicher Familienidylle Kinderwagen schiebend an mir vorüber zogen. Und die ersten Stimmen, die da fragten "Na, wann gibts denn bei euch Nachwuchs?" Und das, obwohl ich in einer Katastrophenbeziehung lebte.

Mit Mitte 30 war es immer noch unverändert. Zumindest die o. a. Rahmenbedingungen. Allerdings hatte sich etwas Gravierendes geändert: Ich wusste mittlerweile, dass ich auch ohne Kind glücklich leben können würde. Wenn man sieht, dass um einen herum die gleichaltrige "Generation kinderlos" lebt, und dazu noch gut, gelangt man m. E. recht leicht zu dieser Einsicht. Woran sollte es denn fehlen? Im Alter versorgt zu sein.. diese Gewähr bietet dir doch heutzutage auch kein Kind. Dazu gibt es neue Wohnformen, die sich mit genau diesem Thema befassen und es konstruktiv angehen. Es mag sich jetzt überzogen anhören, aber Wohngemeinschaften für Ältere, die sogar noch Pflegepersonal beschäftigen.. und das als Alternative zum Altenheim. Wo hat es so etwas früher gegeben...?! Vor dem Altern muss sich heute doch niemand mehr fürchten, solange er gesund ist. Und solange er willens ist, von sich aus auf andere zuzugehen. Und das lernen wir doch schon in unserer Single-Gesellschaft. Aber zurück zum Thema:

Ich war also ziemlich kompromisslos, was meine Voraussetzungen für ein Ja zum Kind anging. Innerlich (also hinsichtlich meiner persönlichen Reife) wäre ich wohl bereit gewesen, aber so vieles lag im Argen. Und ich finde nichts schlimmer, als den Gedanken an ein Kind, das von seinen Eltern nicht 100%ig gewünscht ist. Wenn ich nur lese, wozu Erwachsene fähig sind, was sie ihren Würmern antun, könnte ich brechen!

Irgendwie hatte ich mich also mit dem Gedanken nicht nur befasst, sondern absolut aufrichtig angefreundet, kinderlos durchs Leben zu gehen. Und das guten Gewissens. Meine Schwester hatte zwischenzeitlich 1 Knaben in die Welt gesetzt, den ich mir nach Lust und Laune hätte "ausleihen" können, um meinen verborgenen Kinderwunsch an ihm auszutoben. Der hatte zudem den Vorteil, dass ich ihn abends dann wieder zurückbringen konnte, Tür zu, fettich.. Ruuuuuuuhe! DDD

Ich plante also mein Leben Marke kinderlos und richtete wirklich alles danach aus - einschließlich meines Jobs. Eher zufällig (weil nach Aussagen der Ärzte mehr als unwahrscheinlich) wurde ich dann doch schwanger. Alles völlig chaotisch, aber doch einfach nur schön: mit einem Partner, der die ideale Besetzung als Partner und Vater meines Kindes darstellt.

Tja, und nun isse da, meine Mücke. 1,5 Jahre alt, raubt mir jeden Morgen mindestens einen 120l-Sack Schlafes, stresst mich so, dass ich viele meiner Wünsche hintenan stellen muss, schmeißt regelmäßig unsere Pläne über den Haufen, wirbelt unser Leben völlig durcheinander, positioniert uns mit ihren 80 cm in eine permanente Hab-Acht-Stellung, weil wir uns so unglaublich verantwortlich für dieses kleine Wesen fühlen, kurzum: nichts mehr ist (so bequem und easy) wie es mal war.

Und dennoch: Für nichts in der Welt würde ich dieses Kind mehr hergeben. Erst durch diesen Zwerg habe ich lernen dürfen, was bedingungslose Liebe ist (meinen Partner liebe ich zwar auch, aber das ist so ein ganz anderes Gefühl). Ich möchte meiner Tochter die Chance auf ein tolles Leben ohne Kummer geben, will ihr den Weg dahin ebnen, bis sie sich abnabelt und auf eigenen Füßen steht. Ich möchte ihr beibringen, was ich gelernt habe, möchte sie vor Fehlern bewahren, die ich gemacht habe.. ich möchte, möchte, möchte.. mich austoben an diesem Kind.

Wenn mich früher jemand gefragt hätte, hätte ich natürlich auch gesagt, dass mein Leben für mich einen Sinn hat. Aber so richtig mit Sinn gefüllt ist es eigentlich erst, seit meine Kleine auf der Welt ist. Es ist ein so herrliches Gefühl, wenn du in Gedanken bist und da auf einmal eine kleine Hand nach deiner tastet. Oder wenn du ganz unverhofft einen Kuss übers Gesicht geschlabbert bekommst, nach dem du aussiehst, als hättest du ein Vollbad genommen. Es ist so wundervoll, wenn man sich über dieses pupsige Wort "Mama" freut wie ein kleines Kind. Ich könnte weiter und weiterschreiben.. mir fallen so unzählige Dinge ein, mit denen meine Lütte mein Leben so unheimlich reich gemacht hat. Ich glaube, ich war noch nie so zufrieden mit meinem Leben wie jetzt, obwohl es selbst zu desaströsesten Singlezeiten nicht so stressig war wie jetzt. *ggg

Ich denke, der Grund für das Pro oder Contra Kind steckt tief in einem drin und ist oftmals rational gar nicht zu beschreiben. Wenn du kein Kind bekommst, weißt du nicht, was du verpasst. Ist dein Leben reich und erfüllt, wird es dir aber auch gar nicht fehlen. Bist du unzufrieden, kann es passieren, dass du dieser vertanen Chance ewig nachtrauerst, auch wenn es vielleicht gar kein Leben für dich gewesen wäre.

Wenn ich z. B. jemanden sagen höre, dass er für sein Kind auf vieles verzichtet, so tue ich mich schwer, das nachzuvollziehen. Ich verzichte auf nichts, denn ich bekomme auf der anderen Seite so viel zurück, dass ich den negativen Aspekt des Verzichts nicht empfinde.

Ein Leben mit Kind ist anders. Für den einen besser, für den anderen schlechter. Ich habe mir schon so einiges Mal gewünscht, dass Eltern lieber aufs Kinderkriegen verzichtet hätte, wenn ich sehe, wie diese Menschen mit dem ihnen anvertrauten Leben umgehen. Aber das ist ein anderes Thema. Denn DAS sind für mich die wahren Egoisten.

Ob jemand also mit Kind oder ohne leben möchte, sollte er ganz für sich allein entscheiden. Das einzige, das ich mir wünsche, ist ein wenig mehr Kinderfreundlichkeit in diesem Land. Denn da tun sich viele Kinderlose wirklich schwer (ich wäre allerdings früher nicht viel anders gewesen).

Sorry, wenns mal wieder länger geworden ist.

Liebe Grüße
Kirsten

PS: Übrigens war ich gerade 4 Tage 39 Jahre alt, als meine Kleine das Licht der Welt erblickte. Eine alte Mama also.. ein weiteres Thema, das immer wieder für Diskussionsstoff sorgt.

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.

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carmen

Mitglied seit
24.07.2010
Beiträge: 243
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Hallo Suse,
ich wollte immer viele Kinder haben. Weil ich immer der Meinung war, dass eine Familie einfach schön und richtig ist; Singleleben oder Vollzeit-Doppelverdiener-Dasein hat mich nie so gereizt. Ich bin jetzt teilzeitberufstätige Mutter einer fast erwachsenen Tochter, es hat sich leider nicht ergeben, dass sie noch Geschwister bekommt. Damit finde ich mich gerade ab, hab aber so meine Probleme damit...
Zum Spiegel-Artikel: Da drin steht auch, dass man heute das Kinderkriegen generalstabsmäßig plant und wenn das Kind mit Empfängnisverhütung und künstlicher Befruchtung dann genau zum gewünschten Zeitpunkt da ist, herrscht eine riesige Verkrampftheit. Man will alles top und perfekt machen, Logopäde, Psychologe, musikalische Früherziehung, Förderkurse, damit das Kind auch bloss nichts entbehrt, nichts verpasst, überall an der Spitze mitmischt. Andererseits sterben Kinder in der Nachbarschaft an Vernachlässigung und Misshandlung und keiner will´s gemerkt haben. Meiner Meinung nach sollte man Kinder als das sehen, was sie sind: Ein Geschenk, eine Persönlichkeit, die sich individuell entwickelt, an der man nicht stressmäßig rumbiegen muss, damit was draus wird, sondern der man mit einem entspannten Umgang viel eher was Gutes tut. Also berufstätig sein, wenn man will, oder es lassen, wenn man das besser findet. Wenn man seinem Kind das Gefühl gibt, dass man es liebt wie es ist, aber auch eine eigene Person mit eigenen Interessen ist, sind das die besten Grundlagen für eine gute Entwicklung. DEN idealen Weg gibts nicht. Und mein Kind ist nicht die Erfüllung meiner verpassten Chancen und es gibt auch nie den richtigen Zeitpunkt für ein Kind und ich kann als Mutter nie perfekt sein, wie auch kein Kind perfekt ist. Wenn man sich das mal vor Augen halten würde, hätte man einfach mehr Mut zum Kinderkriegen. Man hätte nicht so viel Angst, was zu verpassen oder falsch zu machen. Daran scheitern, glaube ich, die meisten Kinderwünsche, dass man immer denkt, es könnte alles noch idealer sein. Die Gesellschaft tut ihr übriges dazu: Wir sollen mehr zukünftige Rentenzahler erzeugen, sie dann aber bitte möglichst lärm- und störungsfrei "aufbewahren". Beschwerden von Anwohnern über Spielplätze in der Wohngegend oder Lokale, in denen Kinder verboten sind, weil sie die Gäste stören, sprechen eine deutliche Sprache. Es ist sehr schwierig, die Kinder-Angelegenheit trotzdem möglichst unverkrampft zu sehen. Aber es lohnt sich, es zu versuchen. Denn die Belohnung, ein glückliches Kind, ist mit das Schönste, was man auf dieser Welt haben kann.

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Eva

Mitglied seit
23.07.2008
Beiträge: 64
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Hallo Susannel,
da ich zwei mehr oder weniger erwachsende Kinder habe, bei denen das Thema eigene Wohnung sicherlich auch demnächst auf uns zu kommt: Warum bezahlst du deiner Tochter denn die Wohnung? Wegen Studium oder so? Bleibt da noch was für dich übrig?

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