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Privat: Schwester macht mir das Leben schwer

Babsi

Mitglied seit
14.11.2012
Beiträge: 10
Hilfreich: 0

Vor ca. 9 Jahren bin ich aus beruflichen Gründen aus meiner Heimat weggezogen (ca. 230 km entfernt)und habe inzwischen geheiratet, habe 1 Tochter und führe eine glückliche Ehe. An meinem Arbeitsplatz ist auch nichts auszusetzen.
Hört sich alles gut an, ist es soweit auch, wenn da nur nicht meine Schwester wäre.

Meine Eltern und Schwester besuche ich an Geburtstagen, zu Weihnachten und sonst alle 5 Wochen.

So, und seit Wochen bedrängt mich meine Schwester mit Anrufen sehr massiv, ich solle mich noch mehr um unsere Eltern kümmern und solle meine eigene gegründete Familie und meinen Beruf mal außen vor lassen. Dann macht sie mir deswegen ständig Vorwürfe und ich solle nicht immer nur an mich denken. Sie fragte mich auch, wie ich mir das denn vorstellen würde, wenn unsere Eltern mal ein Pflegefall werden würden, und ich solle mal daran denken, wenn dies akut wäre wieder hierherzuziehen. Unsere Eltern wollen auf gar keinen Fall mal in ein Pflegeheim und setzen alles darauf, dass meine Schwester und ich dann deren Rundumbetreuung übernehmen. Ich ehrlich gesagt, will das gar nicht. So etwas gehört meiner Meinung nach in Profi-Hände, die ja auch Feierabend und Wochenenden haben, anstatt dass dies von überforderten und unwilligen Familienangehörigen übernommen wird. Ich habe ihr klipp und klar das so gesagt, wie hier, aber nein, ich bekomme von ihr nur verbale Ohrfeigen. Mein Mann und unsere Tochter wollen auf keinen Fall hier weg und ich auch nicht. Ich habe auch nie ein gutes Verhältnis zu unseren Eltern und meiner Schwester gehabt, denn jeder muss nach deren Pfeife tanzen.

Ich traue mich schon gar nicht mehr an's Telefon zu gehen.

Auch ist es so, dass unsere Eltern und meine Schwester mich höchstens an meinem Geburtstag besuchen und ich mich dann immer nach deren Esswünschen gerichtet habe (habe immer einen richtigen "Handstand" veranstaltet und nachher hat es nie geschmeckt weil entweder zu scharf oder zu lasch). Zu dem Geburtstag meines Mannes und unserer Tochter kommen sie nicht extra, weil der weite Weg und die Zeit die mit der Fahrt draufgeht.

Aber von mir wird verlangt, dass ich immer schön brav antanze, was ich bisher leider auch getan habe.

So, nun habe ich mir vorgenommen, nicht mehr nach deren Pfeife zu tanzen. Aber die Vorwürfe meiner Schwester und auch meiner Eltern (meine Schwester wird hauptsächlich als deren Sprachrohr benutzt) werden nicht aufhören. Meine Schwester (Verkäuferin, halbtags tätig und 5 Jahre jünger als ich) ist sowieso ziemlich dominant und sagt mir immer, was ich zu tun und zu lassen habe. Dass ich eine eigene Familie und ein eigenes Leben habe, interessiert sie nicht im geringsten. Ständig meint sie, wenn ich nicht so spure dann würde mir etwas "blühen".

Mein Mann meinte, ich war im Durchsetzen nicht konsequent genug und solle noch härter durchgreifen. Eine Bekannte sagt, ich unsere Eltern und meine Schwester würden ein Leben lang zu mir gehören und ich könne somit nicht alles so haben, wie ich das wollte.

Und nun?

Babsi

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Babsi

Mitglied seit
14.11.2012
Beiträge: 10
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Hallo Rosi,

Du schreibst: "Es ist halt immer so, dass der/diejenige der in der Nähe wohnt auch die größere Verantwortung hat."

Wer schreibt denn vor, dass derjenige, der in der Nähe wohnt auch die größere Verantwortung hat. Wo steht das geschrieben. Wo gibt es ein dementsprechendes Gesetz? Hast Du einen Anwalt gefragt und hat der Dir das gesagt?

Ich bin immer der Meinung, jeder, aber auch jeder hat ein Recht, dort zu wohnen, wo er wohnen möchte und jeder aber auch jeder hat das Recht so zu leben, wie er leben möchte.

Ich frage mich wirklich, was in meine Schwester und auch unsere Eltern gefahren ist, so mit mir umzugehen.

Ich bin dafür, dass wenn man pflegebedürftig wird (sind unsere Eltern ja nicht), jeder selbst Vorkehrungen treffen muss und dies nicht seinen Kindern und sonstigen Familienangehörigen aufzwingen darf. Und ich denke immer, dass ich mir meine Zeit so einteilen darf, wie ich es möchte und dass niemand, aber auch niemand das Recht hat, über mich zu bestimmen. Es kann nicht sein, dass ich dafür auf die Welt gekommen bin, um anderen zu dienen. Vielleicht bin ich rechtlich nicht informiert genug.

Danke Dir trotzdem für Deine Schilderung.

Ich glaube, dieses Forum ist nicht der richtige Ort. Ich werde jetzt doch lieber das Geld ausgeben und einen Anwalt fragen. Denn ich will nur, und nur mein eigenes Leben mit meiner selbst gegründeten Familie führen und meinen Hobbies nachgehen.

Babsi

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Andrea

Mitglied seit
26.04.2007
Beiträge: 237
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Hallo Babsi,

ich denke, das Du Dich nicht von Deiner Familie unter Druck setzen lassen solltest. Es beseht auf keinen Fall eine gesetzliche Verpflichtung, das Du persönlich die Pflege Deiner Eltern übernimmst - dies ist eher eine moralische Frage.

Wichtig ist, das Du Dich so um Deine Eltern kümmerst, das Du - wenn sie später nicht mehr leben - kein schlechtes Gewissen haben mußt. Und wenn Du Dich alle 5 Wochen um Deine Eltern kümmerst ist das völlig ok.

Zum Glück würden meine Eltern nie von meinen Geschwistern und mir erwarten, das wir sie persönlich pflegen. Im Gegenteil, sie haben finanziell vorgesorgt und möchten lieber die "schönen Momente" mit uns verbringen und auch das wir sie so in Erinnerung behalten.

Laß Dich nicht unterkriegen!
Lieben Gruss
Andrea

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Susi

Mitglied seit
15.07.2002
Beiträge: 177
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Hallo Babsi und die Anderen!

Es ist schon eine verflixt schwere Situation. Zum einen möchten man sein Leben nicht aufgeben (dafür hat man auch viel zuviel investiert) und zum anderen fühlt man sich doch irgendwie verpflichtet.

Wir hatten uns auch schon mal Gedanken gemacht wie wir (meine Geschwister + ich) das machen, wenn einer der beiden Elternteile zum Pflegefall wird, kamen
aber zu keinem "befriedigenden" Ergebnis. Also haben wir die Entscheidung auf später verschoben. Mein Vater ist inzwischen verstorben, ebenso meine Schwester. Wie ihr euch vorstellen könnt ist meine Mutter natürlich dadurch sehr angekratz - allerdings haben meine Bruder und ich beschlossen, dass wir unserer Mutter noch genug Freiheit lassen, solange es noch geht. Sollte der Fall eintreten, dass sie nicht mehr alleine Leben kann, werden wir uns was überlegen.

Bei einer Bekannten ist der Fall eingetreten, und die haben eine ein (für micht) recht gute Lösung: Eine Pflegekraft die im Haus bei der Mutter mitwohnt. Klar, kostet Geld, aber nicht soviel wie ein Pflegeheim und es ist nicht so anonym, bzw. die Frau ist noch in ihrer gewohnten Umgebung.

Allerdings, muss ich dir sagen, lass dich nicht bedrängen, deine Familie ist ganz klar dein Mann und deine Tochter und bis du mal finanziell herangezogen wirst, dauert es ne ganze Weile...

Leider werden wir auch mal alt... und hoffen dann natürlich auch auf Menschen die ein bischen Zeit mit uns investieren. Allerdings müssen wir uns noch ein bischen gesunden Egoismus bewahren und auch noch nach uns selbst schauen, sonst können wir auch niemanden anderen helfen.

Drück dir die Daumen und setz dich durch!
Susi

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Petra

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 251
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Hallo Babsi,

leider kann ich Dir keinen Rat zu Deinem Problem geben, da ich Einzelkind bin und mir über diese "Geschwisterprobleme" natürlich noch keine Gedanken gemacht habe.

Doch mir steigen die Haare zu berge, wenn Du von "rechtlicher Grundlage" schreibst.

Dein Problem hat etwas mit Moral zu tun...

... ich hoffentlich Du weisst was ich meine. - Und die moralische Ebene entscheidet jeder für sich im innersten. - D.h. ich würde mir an Deiner Stelle überlegen, Eltern oder Deine eigene Familie oder BEIDES und wieder zurückziehen.

Gruß,
Petra

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Babsi

Mitglied seit
14.11.2012
Beiträge: 10
Hilfreich: 0

Lucin, Dir einen besonderen Dank für die umfassende Auskunft.

Das Problem ist, ich bin erst seit 9 Jahren richtig glücklich in meinem Leben, und zwar weil ich weiter entfernt wohne und endlich eine Privatsphäre habe. Ich bin ein ganz anderer Mensch geworden. Es gab zwischen unseren Eltern und mir und auch zwischen meiner Schwester und mir Begebenheiten, die ich nicht ins Netz stellen möchte.

Mir geht es jedoch seit einigen Monaten nicht mehr so gut und habe gesundheitliche Probleme. Auf der Arbeit beiße ich die Zähne zusammen, lasse mir nichts anmerken und kann sehr, sehr gut Nein sagen, womit weder der Chef noch die Kollegen Probleme haben. Auch das Verhältnis zwischen meinem Mann und mir ist gut, wir respektieren uns gegenseitig und jeder von uns beiden akzeptiert es, wenn der andere Nein sagt, wenn er zu etwas keine Lust hat. Unsere Tochter wird so erzogen, dass sie später selbstbewusst wird.

Was mir zu schaffen macht, ist dieser massive Druck von unseren Eltern und meiner Schwester.
In Wirklichkeit will ich keinen Kontakt mehr und habe riesengroße Angst davor, diesen einschlafen zu lassen. Meistens habe ich alle 5 Wochen die Wochenenden allein bei unseren Eltern und meiner Schwester verbracht, da mein Mann keine Lust hatte und er dann lieber mit unserer Tochter und Freunden etwas unternahm. Aber Babsi saß ohne ihre selbst gegründete Familie schön brav bei ihrer Herkunftsfamilie. Und die fanden es auch noch toll, daß ich allein gekommen bin. Aber im Laufe der Zeit ist mir ein Licht aufgegangen. Ich habe nur Angst, was passieren wird, wenn ich den Kontakt ganz einschlafen lasse.

Trotzdem werde ich zum Anwalt gehen und wohl doch zu einem Therapeuten aufsuchen, wie mir mein Mann riet. Ich kann irgendwie nicht mehr so richtig lachen.

Danke Euch nochmals.
Babsi

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Rosi

Mitglied seit
28.12.2006
Beiträge: 258
Hilfreich: 0

Nach meiner Ansicht setzt dich deine Familie unnötig unter Druck. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, die dir irgend eine Leistung (außer evtl. finanziell) abverlangen könnte. Die Pflege und das Kümmern sind rein freiwillig - niemand kann dich dazu zwingen. An deiner Stelle würde ich mir die Einmischung deiner Schwester strikt verbitten. Jeder führt sein Leben und in wie weit er Verantwortung für andere übernimmt (übernehmen will) ist seine Sache. Es liegt an dir, wie oft und welche Zeit du dich um deine Eltern kümmern möchtest.
Spare dir das Geld für einen Anwalt, dazu besteht überhaupt keine Veranlassung.
Außerdem besprecht ihr Probleme der Zukunft - wer sagt was wie kommt? Vielleicht verstirbt ein Elternteil urplötzlich und das andere hinterher oder geht eine neue Bindung ein ? Alles schon dagewesen.
Ich würde dann eine Entscheidung treffen, wenn sie ansteht - hier in die Zukunft zu planen, finde ich müssig.

Zeig deiner Schwester die Grenzen!
Grüße
Rosi

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Rosi

Mitglied seit
28.12.2006
Beiträge: 258
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Nach meiner Ansicht setzt dich deine Familie unnötig unter Druck. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, die dir irgend eine Leistung (außer evtl. finanziell) abverlangen könnte. Die Pflege und das Kümmern sind rein freiwillig - niemand kann dich dazu zwingen. An deiner Stelle würde ich mir die Einmischung deiner Schwester strikt verbitten. Jeder führt sein Leben und in wie weit er Verantwortung für andere übernimmt (übernehmen will) ist seine Sache. Es liegt an dir, wie oft und welche Zeit du dich um deine Eltern kümmern möchtest.
Spare dir das Geld für einen Anwalt, dazu besteht überhaupt keine Veranlassung.
Außerdem besprecht ihr Probleme der Zukunft - wer sagt was wie kommt? Vielleicht verstirbt ein Elternteil urplötzlich und das andere hinterher oder geht eine neue Bindung ein ? Alles schon dagewesen.
Ich würde dann eine Entscheidung treffen, wenn sie ansteht - hier in die Zukunft zu planen, finde ich müssig.

Zeig deiner Schwester die Grenzen!
Grüße
Rosi

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Babsi

Mitglied seit
14.11.2012
Beiträge: 10
Hilfreich: 0

ich es schwarz auf weiß haben möchte, dass dazu keine gesetzliche Verpflichtung besteht. Ich habe soeben einen Termin ausgemacht. Außerdem erhält meine Schwester für ihr telefonisches Unterdrucksetzen eine Unterlassungserklärung, die sie entweder unterschreibt und wenn nicht habe ich die Möglichkeit, eine Unterlassungsklage gegen sie zu führen. Sowie mir der Bürovorsteher des Anwaltsbüros eben sagte, haben meine Schwester und unsere Eltern mich, mein Privatleben und meine Privatsphäre zu respektieren.
Näheres weiß ich übermorgen.

Babsi

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Kerstin

Mitglied seit
08.05.2012
Beiträge: 153
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Also Lucin ich bin eine jüngere Schwester und bei mir ist es genau andersherum. Immer bin ich die Blöde. Bin empfindlich...und, und, und.

Meine Schwester glaubt immer, sie müsse mir in mein Leben reinreden. So nach dem Motto: "Glaub Deiner älteren Schwester ruhig, ich hab mehr Lebenserfahrung *oh, ja. Ganze 3 Jahre. Echt toll*

Oder: "Du wirst schon sehen, was Du davon hast. Du wirst Dich noch wundern...usw."

Glaub mir, dass hat NICHTS damit zu tun, ob Du die Ältere oder die Jüngere bist!

Ich denke einfach, dass es Neid ist. In welcher Form auch immer. Ich weiß auch nicht, warum. Aber ich denke es. Denn wenn sich mich so respektieren würde, wie ich bin, dann würde sie mir nicht ständig ungefragt ihre Meinung sagen und in meine Entscheidungen reinreden!

Egal ob jünger oder älter, niemand hat mir in mein Leben reinzureden. Denn es ist mein Leben! Und ich lebe es so, wie ich es will!

Und Babsi, ich finde es gut, dass Du Dich zur Wehr setzt. Das ist das einzig Richtige. Zeig es denen, dass Du stark bist und Dir nichts vorschreiben lässt!

Drücke Dir die Daumen!

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