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"Nero", Teil II...

Kirsten

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08.11.2006
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... falls sich wer erinnert. )

Hatte letzten Donnerstag übrigens wieder ein Treffen der dritten Art. Und nein, dies ist kein fachlicher Beitrag. Und nein, er ist auch nicht für Zicken bestimmt, sondern nur für jene, die einfach Spaß dran haben, auch so etwas hier mal zu lesen:

Ich war also wieder unterwegs: Wie jeden Morgen zog ich joggenderweise meine Runden. Dabei wähle ich immer einen Wald-Wander-Rundweg. In aller Herrgottsfrühe passiere ich abgeerntete Felder, dicht belaubte Bäume, plätschernde Bäche etc. pp. Hier fünf wilde Kaninchen, dort drei zarte Rehe, der Nebel liegt noch auf den Wiesen, es wird allmählich hell - wirklich superschön!

So joggte ich also wieder einmal vor mich hin. Mein Vierbeiner immer ca. 5-10 Meter voraus. Ich ließ den vergangenen Tag vor meinem geistigen Auge Revue passieren, überlegte, was der neue wohl bringen würde, während ich den optisch schönsten wenngleich körperlich anstrengsten Teil der Strecke zurücklegte: einen Weg ähnlich einer Allee - rechts davon eine weite umzäunte Weide, linkerhand ein wenig abschüssig ein ca. 2-3 Meter breiter Bach, der mal mehr, mal weniger Wasser führt. Diesmal plätscherte er ruhig vor sich hin, das Wasser war maximal kniehoch. Die Vögel unterhielten sich zwitschertend von Ast zu Ast. Es ging leicht bergauf.

Aufeinmal blieb mein Hund stehen. Das sieht ungefähr so aus, wie wenn man einem Karnickel Salz auf den Schwanz streut (hab mir zumindest sagen lassen, dass die dann ad hoc stehen bleiben und sich nicht mehr rühren). Okay, mein Hund ist ein Vorstehhund. Bei ihm liegt die Betonung ganz klar auf "steh".. denn stocksteif stand er da, es rührte sich nichts mehr an diesem Tier. Die rechte Pfote hochgezogen.. er witterte. Und da war es wieder: Ein Geräusch, das ich vorher - eben noch weiter entfernt - zwar schon wahrgenommen hatte, dem ich aber weiter keine Bedeutung beigemessen hatte: Jetzt aber als lautes Rascheln, deutliches Knacken im Unterholz. Für Kleingetier zu laut, für Rehe ebenfalls. Ich blieb stehen, stand mindestens genauso stocksteif ca. 3 Meter von meinem Hund entfernt.

Da brach es aus dem Gebüsch: Ein Wildschwein war es in vollem Schweinsgalopp gerade wie es sich für ein Tier seiner Art gehört. Auf kurzen Beinen mit stattlichem Gewicht schoss es von links kommend über unseren Weg, raste auf die dort liegende Wiese - und blieb stehen. Mein Hund völlig verdutzt, so ein Teil hatte er noch nie gesehen. Stand immer noch da wie Woody Woodpecker, nur jetzt mit einem selten dämlichen Gesichtsausdruck.

Ich selber hatte wohl die Panik auf der Stirn stehen, denn dieses Vieh stand nun vielleicht 10 Meter von mir entfernt genau in Sichtweite, schaute in meine Richtung. Und was soll ich sagen: Links raschelte es immer noch; er hatte also wohl seinen Kumpel dabei, auf den er nun wartete. Zumindest hoffte ich, dass er wartete, denn ziemlich ätzend hätte ich gefunden, wenn er sich dazu entschlossen hätte, sich die Zeit mit der Jagd auf eine kleine Sekretärin zu vertreiben. Ein kurzer Blick auf meinen Vierbeiner sagte mir, dass von dort keine große Hilfe zu erwarten war. Der war nämlich viel zu sehr damit beschäftigt, einzuordnen, was ihm da gerade widerfahren war.

Die Idee, die Flucht nach hinten anzutreten, verwarf ich relativ flott. Der Weg war gerade und übersichtlich, eigentlich wie geschaffen für ein Wettrennen mit einem Wildschwein. Allerdings war ich nicht sicher, wer von uns schneller gewesen wäre. Eines aber wusste ich: Ich musste ganz, ganz schnell da weg. "Beam me up, Scotty!" wisperte ich noch, aber nichts geschah. Scheiß Technik!

Dieses Rascheln auf der linken Seite machte mich nun doch ein wenig nervög: Vielleicht war es ja gar kein Kumpel, der da auf der anderen Seite herumturnte, sondern viele kleine frische Schweinchen. Und das hätte die Situation nicht wirklich entspannt, hatte ich doch schon oft von wilden Säuen gelesen, die ihr Abkömmlinge beschützt und darüber verdammt ungemütlich geworden waren.

Also - und um das hier ein wenig abzukürzen - entschloss ich mich zur Flucht nach vorn: ich rannte den Rest des Weges in mittlerer Lichtgeschwindigkeit. Mit einer kurzen Unterbrechung, denn ich musste meinen Hund erst mal mit einem "Kommst du da gefälligst sofort mal weg!" befehlenden aus seiner Erstarrung lösen. Der hätte da glatt noch Stunden sinnierend verbracht, wenn ihn nicht vorher die wilde Sau zerlegt hätte.

Witzigerweise ist das übrigens genau an der Stelle passiert, an der wir damals o. a. Nero trafen. Ich glaube, ich sollte mir mal eine andere Route einfallen lassen. Wer weiß, was da sonst noch nach dem Motto "Alle guten (?) Dinge sind drei!" passiert. ;o)

Mein Liebelein zu Hause lachte sich schlapp als ich ihm erzählte, was mir passiert war. Eigentlich fragte er nur ganz lapidar, warum ich das Vieh nicht mitgebracht hätte - Wildschwein würde doch schließlich lecker schmecken.

So, das wars von mir mal wieder mit einer Geschichte, die das Leben schrieb. )))

Liebe Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.

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Marsweibchen

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09.11.2006
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mit Asterix verheiratet bist?
Ich würde das als Kurzgeschichte an eine Zeitschrift verkaufen. Echt toll geschrieben! Kompliment vom Mars ;o)))
Ganz liebe Grüße und winke winke!

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Kirsten

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08.11.2006
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mein Liebelein ist zumindest dunkelhaarig. Und da auch schon einige graue Haare dazwischen sind, gehe ich davon aus, dass er die auch nicht heimlich gefärbt hat, um von seiner wahren Identität abzulenken. *kicher

Werde mir aber heute abend für die Sicherheit noch mal seinen Pass anschauen...

Grüßli
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.

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skwerl

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08.11.2006
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für diese wieder vorzügliche Geschichte, Kirsten. Und Gottseidank, dass du da unbeschadet rausgekommen bist. Ich hätte auch beinah mal solche eine Begegnung im Dunkeln gehabt. Gottseidank ließen sich die Schweine nicht blicken, man hörte sie nur in ca. 200 m rumoren. Nee, kann dich verstehen - das müsste ich auch nicht unbedingt haben.

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Kerry

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08.11.2006
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Hallo Kirsten,

ich habe mir, nachdem ich nun diesen Beitrag gelesen hatte - und immer wieder herzlich lachen musste - nen Wolf nach Nero I abgesucht. Aber nichts gefunden

Wo steht das denn? Muss heute die Stellung hier halten und wollte das dann lesen. Irgendwie habe ich den ersten Teil verpasst *soifz*.

Grüßli
Kerry

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Kirsten

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08.11.2006
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Hallo Kerry,

musste gerade selber noch mal schauen, hab es aber gefunden. Such mal unter "Das Leben ist schön )"

Liebe Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.

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heddix

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16.11.2006
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... die Hosen voll gemacht, echt.

Hi Kirsten,

bei dir war sozusagen "Wildschwein-Alarm". Nicht ganz ungefährtlich, aber deine Schilderungen haben wir den nicht endend wollenen Nachmittag "verlustigt".

Zum Glück bist du gut rausgekommen aus der Geschichte.

Das 3. Mal ist es dann vielleicht ein Bär

Grüße und SchöWo
heddix

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Chili

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08.11.2006
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Huhu Kirsten,
Mann-o-Mann, du schlitterst aber auch immer in Sachen!!!!!???
Da hätte ich wohl auch Angst gehabt. Ich hätte wohl nicht mehr weglaufen können, die Knie wären mir zu zittrig gewesen!
Ein Glück, dass die Sau sich nicht auf deinen Hund gestürtzt hat!!!
Bloß nicht dran denken!
Hihi, ist ja super geschrieben, Respekt!
So schrecklich, aber doch lustig rübergebracht!!

Kirsten ging im Wald spazieren,
ihr Hund folgte - auf allen vieren.
Aus dem Gebüsch kam plötzlich 'ne Sau;
Kirsten erkannte sie genau.
Abrupt blieb stehen Kirstens Hund,
die Sau schleckte sich über ihren Mund.
Hm, könnte das ihr Essen heute sein?
Ihr lief schon Wasser in den Mund hinein.
Doch Kirsten - vom ersten Schrecken erholt,
hat den Hund da schnell weggeholt...
Sie brauchte nicht mal an der Leine zu ziehen,
der Hund wollte plötzlich auch schnell fliehen.
Sie rannten beide um ihr Leben,
wollten der Sau keinen Fraß abgeben.
Zuhause angekommen schnappten beide nach Luft.
Waren entkommen diesem tierischen Schuft.
Demnächst lassen beide das Joggen sein,
bald bricht eh der Herbst herein.

Schönes WE dennoch und - ähm, hast du schon eine neue Jogging-Route gefunden????

Hiiiilfe, Neeeeeeroooooooo!
))
Chili

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Kirsten

Mitglied seit
08.11.2006
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Chili, du verrückte Nudel!

You made my day.. or even better.. my weekend!

I wish you what!

Grüßle
Kirstenh

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.

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Chili

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08.11.2006
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nt

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