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Hilfe - schriftliche Anrede Adliger

Nick

Mitglied seit
15.03.2006
Beiträge: 21
Hilfreich: 0

Hallo zusammen,
ich muss eine email an Prinz Ferdinand zu Schleswig-Holstein schreiben. Wie formuliere ich das denn korrekt?

Danke
Nick

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skwerl

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 1054
Hilfreich: 0

des Bundesinnenministeriums gilt:

Familiennamen mit ehemaligen Adelsbezeichnungen
Alle adelsrechtlichen Privilegien wurden durch Art. 109 Abs. 3 der Verfassung des Deutschen Reiches vom
11. August 1919 (RGBl. S. 1383; sogenannte Weimarer Reichsverfassung) aufgehoben. Dies ist auch Ausfluss
der Bestimmung des Art. 109 Abs. 1 und 2, wonach "alle Deutschen vor dem Gesetze gleich (sind)" und
"Männer und Frauen grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten (haben)". Die bei
Inkrafttreten der Weimarer Verfassung geführten Adelsbezeichnungen wurden Bestandteil des Familiennamens.
Art. 109 der Weimarer Reichsverfassung gilt gemäß Art. 123 des Grundgesetzes als einfaches Bundesrecht
weiter (vgl. z.B. das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 11. März 1966 - VII C 85.63 -, BVerwGE 23,
344, 345).
Dies bedeutet, dass ehemalige Adelsbezeichnungen nur als Teil des Familiennamens gelten und nicht mehr
verliehen werden dürfen. Inhaber von Familiennamen, zu deren Bestandteil eine ehemalige Adelsbezeichnung
gehört, werden daher in Anschrift und Anrede mit dem vollständigen Namen genannt.
In der Anschrift ist daher folgende Reihenfolge bei der Namensnennung üblich: Anrede, Akademischer Grad,
Vorname, ehemalige Adelsbezeichnung, Familienname. Beispiel: "Herrn Dr. Theo Graf von Hinckelstein".
Für die Anrede in einem Brief bedeutet dies zum Beispiel: "Sehr geehrte Frau Fürstin von Hinckelstein" (im
gesellschaftlichen Bereich wird die schriftliche Anrede vielfach noch wie folgt gefasst: "Sehr geehrte Fürstin von
Hinckelstein".
Anredeformen wie "Königliche Hoheit", "Hoheit", "Durchlaucht" und dergleichen haben keine rechtliche
Grundlage. Das Recht auf solche Prädikate wurde beispielsweise in Preußen aufgehoben durch § 1 Abs. 2 Nr. 3
des "Gesetzes über die Aufhebung der Standesvorrechte des Adels und die Auflösung der Hausvermögen vom
23. Juni 1920", Pr.GS S. 367. Diese Anredeformen wurden auch nicht Namensbestandteil; sie dürfen weder als
solche noch als Berufsbezeichnung in die Personenstandsbücher eingetragen werden.

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