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Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter.....

Jeanny

Mitglied seit
20.07.2007
Beiträge: 1020
Hilfreich: 0

Hallo liebe Kolleginnen,

ich habe seit letzter Woche ein großes Problem. Ich muß jetzt ein wenig ausschweifen, um die Situation zu erklären: Bevor ich meine jetzige Stelle angenommen habe, habe ich als Sachbearbeiterin im Wertpapierhandel gearbeitet. Die Stimmung in der Abteilung war so mies, das könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen. Diese miese Stimmung hat mich so mitgenommen, dass ich 4 Hörstürze nacheinander bekommen habe. Als Konsequenz bin ich jetzt auf einem Ohr taub...Ich habe mich schließlich dazu entschieden, etwas ganz anderes zu machen und habe mich als Sekretärin bei meinem jetzigen Chef beworben. Das war wie auf einem anderen Planeten, einfach super! Wir haben ein unheimlich gutes Verhältnis und verstehen uns fast blind. Neid, Eifersuch und Intrigen gibt es nicht. Die Arbeit macht mir großen Spaß. In die "Welt" der Sekretärinnen habe ich mich innerhalb kürzester Zeit eingearbeitet und mir mittlerweile einen guten Ruf innerhalb des Unternehmens erarbeitet. Das klingt jetzt zwar eingebildet, aber mein Chef wird von vielen beneidet. Anfag des Jahres wurde ich gebeten, einen neuen Abteilungsleiter zu unterstützen, bis dieser eine eigene Sekrtärin bekommt. Kein Problem hab' ich mir gedacht. Am Anfang ging es noch ganz gut, aber nach ca. 6 Wochen ging der Tanz los. Der neue AL fühlte sich langsam sicherer und fing an, mich zu schikanieren. Egal was ich gemacht habe, immer hatte er etwas zu meckern.... Ich denke, das liegt daran, dass wir einfach zu gegensätzlich sind. Er ist strenggläubiger Katholik, ich habe mit Kirche nichts am Hut. Dauernd wollte er mich bekehren und mir seine Glauben aufzwängen. Anfangs habe ich noch mit ihm diskutiert, am Schluß habe ich dieses Thema nur noch ignoriert. Außerdem ist dieser Mensch ein Choleriker! Geht es nicht nach seiner Nase, fängt er an zu brüllen. Ich habe 3 Monate für diesen AL gearbeitet und nur der Gedanke an meinen richtigen Chef und die Absehbarkeit eines Endes hat mich hochgehalten. Nach 3 Monaten war das Thema endlich erledigt.
Seitdem arbeite ich nur nach für meinen Chef und alles ist superklasse. Jetzt ist aber etwas ganz fürchterliches eingetroffen. Der besagte AL wurde befördert und ist jetzt in der Hierarchie über meinem Chef. Hat mich zwar nicht gefreut, aber nicht weiter interessiert. Scheinbar habe ich aber einen guten Eindruck bei diesem Menschen hinterlassen. Letzten Mittwoch kam nämlich folgende Anweisung an meinen Chef:
Ich soll ab sofort nur noch zu 50% für meinen Chef arbeiten. Die anderen 50% soll ich ihm zur Verfügung stehen und seiner Sekretärin zur Hand gehen, die ist nämlich etwas überlastet...(kein Wunder bei diesem Chef). Ich hab' gedacht, mich trifft der Schlag! Mein Chef kann dagegen leider überhaupt nichts machen, denn "ober sticht unter". Wie soll ich mich verhalten? Ich kann und will für diesen Menschen nicht arbeiten. Davon mal abgesehen, bin ich mit meiner jetzigen Position zu 150% ausgelastet.....

Ich habe schon viele Möglichkeiten durchdacht:
- offenes Gespräch -> fällt aus, ich kann dem Mann doch nicht sagen, wie scheiße (sorry) ich ihn finde
- Einschaltung des Betriebsrates
- Versetzung (aber wohin??)
- Kündigung (genauso blöd wie Versetzung, schließlich habe ich meinen Traumjob doch bisher gehabt)
- schwanger werden
- Reduktion der Leistung (damit schade ich mir nur selbst)

Wer hat schon einmal etwas ähnliches erlebt und kann mir helfen?

Vielen Dank & Gruß
Jeanny

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Jeanny

Mitglied seit
20.07.2007
Beiträge: 1020
Hilfreich: 0

: ..vielen Dank für Deine Antwort. Mein Arbeitsvertrag sagt leider nur aus, dass ich in meinem Bereich (unsere Firma ist in 10 Bereichen mit jeweils ca. 5 Abteilungen unterteilt) als Sekreträrin angestellt bin. Er ist weder personen-, noch ortsgebunden....
Das offene Wort mit dem besagten AL habe ich schon in der Zeit gesucht, als ich noch für ihn gearbeitet hat. Leider erfolglos Er ist nicht besonders kritikfähig und ich sehe es nicht ein, alle Schuld auf mich zu laden....
Und mit dem Betriebsrat gibt es such ein klitzekleines Problem: Ich arbeite ja jetzt (zwar als Arbeitnehmer) eher für die Arbeitgeberseite und habe ziemlich viel Verständnis für die Arbeitgeberseite. Unser Betriebsrat ist nämlich etwas übermotiviert und schießt, wie man so schön sagt, immer mit Kanonen auf Spatzen (die ziehen sofort vor Gericht)... Ich habe mich leider schon ziemlich oft mit denen in die Haare gekriegt. Wenn ich jetzt da ankommen, fallen die vor Lachen und Schadenfreude vom Stuhl.
Die Situation ist ganz schön blöd...

Gruß
Jeanny
: Hallo Jeanny,

: keine Panik. Schau mal in deinen Arbeitsvertrag. Bis zu für eine bestimmte Position eingestellt und einem Chef zugeordnet oder ist dein Arbeitsvertrag offen? Auf jeden Fall würde ich mit deinem Arbeitvertrag zum Betriebsrat gehen und dort die Situation schildern. Einer Versetzung mußt du ja icht zustimmen und um eine solche kann es sich handeln, je nach Arbeitsvertag. Ein offenes Gespräch mit deinem - hoffentlich nicht - künftigen Chef ist sicherlich möglich und solltest du auf jeden Fall suchen. Du mußt ihm ja nicht sagen, dass du ihn Scheiße findest. Aber du kannst ihm sagen, wie du die Situation empfindest und damals empfunden hast als du für ihn gearbeitet hast. Vielleicht weiß er nicht, wie er bei dir angekommen ist. Wenn er so großen Wert auf deine Mitarbeit legt, kann er so viel an deiner Arbeit auch nicht auszusetzen gehabt haben. Auf keinen Fall weglaufen oder aufgeben. Schwanger werden sollte man aus andren Gründen. Kopf hoch.

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Susanne

Mitglied seit
09.03.2007
Beiträge: 525
Hilfreich: 0

Hallo Jeanny,

das ist ja wirklich eine ganz doofe Situation.

Ich würde als erstes mit "meinem" Chef sprechen und ihm die Situation schildern. Dann würde ich den anderen darum bitten, dass ihr zusammen mit ihm sprechen dürft bzw. dein Chef eigentlich nur als Zuhörer fungiert und höchstens Mal fachlich etwas dazu sagt. Es geht ja eigentlich darum (darfst du so natürlich nicht sagen), dass er später bestätigen kann, dass du weder kündigt noch ausfallend geworden bist. Da du dich gut mit "deinem" Chef verstehst, sollte dies doch möglich sein. Außerdem scheint der andere ja ein Schätzchen zu sein und so fährst du auf Nummer Sicher und zeigst ihm gleichzeitig, dass du dir nicht alles gefallen lässt.

Ich glaube, dass die Position einer Sekretärin/Assistentin auch auf Symphatie beruht. Du hälst deinem Chef ja schließlich den Rücken frei, da musst du auch gewisse Informationen bekommen. Außerdem muss er sich darauf verlassen können, dass du an alles denkst, d. h. auch etwas freiwillig machst, wenn er es nicht ausdrücklich erwähnt hat. Man wird aber nur freiwillig aktiv, wenn man es will, d. h. es gern macht. Wenn man die andere Person aber als "Arsch" sieht, dann macht man ja nur Dienst nach Vorschrift. Und dies wäre ja für beide Seiten nicht erfreulich und auch nicht Sinn der Position, schließlich machen wir ja mehr als nur Tippen, oder?

Spreche noch einmal mit ihm und erkläre ganz freundlich, dass deiner Meinung nach die Vertrauensbasis für eine so enge Zusammenarbeit fehlt und du dir Sorgen machst, dass die Qualität/zukünftige Beurteilung deiner Arbeit langfristig darunter leidet.

Mal sehen, was er sagt!

Gruß

Susanne

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Biene

Mitglied seit
16.03.2007
Beiträge: 11
Hilfreich: 0

Hallo,

Du solltest auf alle Fälle den Betriebsrat raus lassen. Wie Du schon sagtest arbeitest Du ja jetzt eher für die andere Seite. Der BR lacht sich eher schief und Deine Geschichte geht dann im Unternehmen rum...

Du solltest Dich hinsetzen und nach Alternativen suchen. Erklären Deinem neuen "Chef" wie Deine Arbeit aussieht - was Du alles machst und wie überlastet Du jetzt schon bist. Und dies mach bitte so genau wie möglich (unter Termine koordinieren kann man alles und nichts darunter verstehen). Zeig Cooperationsbereitschaft -> schlag aber andere Kolleginnen vor, die die Arbeit übernehmen können - natürlich ebenfalls mit Begründung.

Für dieses Gespräch solltest Du top vorbereitet sein. D. h. Du solltest Dir auch überlegen, wie Du reagierst bzw. was Du sagst wenn er anderer Meinung ist. Und jetzt das wichtigste: Stelle ihm OFFENE Fragen! z. B.: Wie soll ich mein bisherige Arbeit + 50 % Extras schaffen? Warum kann nicht Kollegin Müller diesen Part übernehmen? Warum stellen Sie nicht eine zusätzliche Halbtagskraft ein?
Wenn das alles nicht hilft solltest Du nach dem "Schmerzensgeld" fragen. Wer mehr arbeitet und höherwertige Tätigkeiten ausübt bekommt das auch entsprechend bezahlt. Vielleicht trösten Dich ja dann die 300 € mehr im Monat?!

Noch einen Rat zum Schluß - grundsätzlich sollte man niemals über Politik/Religion/Familie mit Vorgesetzten reden oder Aussagen kommentieren. Das kann nur in die Hose gehen. Eine gewisse Distanz - egal wie toll man sich versteht - sollte immer gewahrt bleiben.

Drück Dir die Daumen )) Biene

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