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gibt es hier eigentlich auch Leute,

Zausel

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 249
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die einen lieben Chef haben und nicht so furchtbar gestresst sind ???

Klar, normalerweise/meistens erzählt man dann, wenn man Frust hat und Dampf abladen muss. Ist ja auch OK so.

Aber: ich möchte mal was positives sagen. Ich arbeite in einem großen Konzern. Hier wird sehr viel Wert auf Chefs mit Führungskompetenz gelegt. Natürlich gibt es auch hier Stinkstiefel, aber die meisten sind nett und umgänglich (jeder auf seine Art).

Also mein Chef ist Klasse. Er ist 46 Jahre alt, total locker, jederzeit für einen Joke zu haben. Auf der anderen Seite aber geradlinig und er weiß was er will. Mich lässt er werkeln wie es für mich passt.

Ich bin Teamsekretärin (Mädchen für fast alles) und "sorge" für 40 Kollegen. Auch ich habe oft viel zu tun. Ich gehe mit großer Gelassenheit an meine Arbeit und meistens ist abends der Schreibtisch leer (bis auf vielleicht mal Sachen, die getrost bis anderntags warten können).

Wie sieht das bei Euch so aus? Auch bei Euch kann es doch nicht sein, dass Ihr nur Stress und doofe Chefs habt, oder?

Gruß
Zausel

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LadyM

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10.11.2006
Beiträge: 475
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Hallo Zausel,

wie schön, dass du das mal ansprichst. Also, nach den Erfahrungen der letzten 3 Jahre bin ich regelrecht entspannt, was meinen neuen Chef angeht.
Ich bin momentan "nur" für 3 Leute zuständig, aber es werden bald mehr sein. Am meisten beruhigt mich, dass wir regelmäßig besprechen, wie es denn gerade so läuft und auch Rückmeldungen zu meiner Arbeit usw.
Ein ganz krasser Gegensatz zu dem, was ich vorher erlebt habe.
Die ganzen Mühen haben sich letztendlich gelohnt und alles kam zum richtigen Zeitpunkt. Natürlich knabbere ich noch sehr an der Vergangenheit und das geht auch nicht so schnell vorbei, weil ich wirklich Einbußen in der Lebensqualität hatte. Aber mein Vertrauen ist nicht mehr so erschüttert, ich bin n icht mehr so mißtrauisch.

In diesem Sinne, LadyM

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LadyM

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10.11.2006
Beiträge: 475
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Danke Likörchen! Es hat wirklich geholfen.

Zausel, meistens ist es ja auch gerade der Stress, der einen so hochgehen lässt. Und die schöne Arbeit, die futsch ist, wenn einem eine Hü und Hott Strategie in die Quere kommt. Einen Tag Hü, den anderen Hott.
Kenn ich. Ich mag ich aber nicht aufregen, das feuert zuviel Kortisol durchs Hirn.
Aber die höherbezahltere Einsicht möchte das so oder so, also machen wir das oder eben konstruktive Vorschläge wie es anders geht...
Wenn man sich aber auch nur noch die Haare rauft, dann bleibt nur der Absprung. Oder ein ernstes Wort mit Chefe bei einem Cappu.

In diesem Sinne, LadyM

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Zausel

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 249
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Hallo Likörchen,

den Satz "...es kommt nichts Besseres nach" kennen wir alle, oft trifft es auch zu.

Jedoch: bei mir ist was Besseres nachgekommen und wie es aussieht bei LadyM auch. also, gib die Hoffnung nicht auf.

Gruß
Zausel

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Zausel

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 249
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Hallo LadyM,

ja, solch schlechte Zeiten kenne ich auch. Vor einigen Jahren war ich in einem Ingenieurbüro. Dem dortigen Chef war das Wort "Menschlichkeit" fremd. Für den ging es nur um's Geld. Um sich herum nur "schöne" Leute. Nicht dass ich sagen will, dass ich jetzt außergewöhnlich schön bin, aber nachdem in meinem privatleben alles schief gelaufen ist und ich echte Sorgen hatte und zu dieser Zeit auch immer mehr an Gewicht zugelegt habe, habe ich nicht mehr in sein Konzept gepasst und er hat mich doch tatsächlich aufgefordert zu kündigen "weil er keine Lust mehr hat" !!! Da ich ja nicht so blöd war um das zu machen wurde ich gemobbt. Das habe ich ein halbes jahr ausgehalten neben meinen privaten Problemen. Kannst Dir vorstellen, was mit mir los war. Dann wurde ich richtig krank. Arzt hat mich krank geschrieben, die Gründe waren offensichtlich, ich konnte nichtmal mehr reden ohne in Tränen auszubrechen. Und was macht Chefe? Er lässt mich zum Amtsarzt vorladen. Das hat bei dem keine 5 Min. gedauert und er wusste was Sache war.

Dann war ich in einer kleinen Zeitarbeits-Firma deren Chef ebenfalls Null Führungskompetenz hatte. Das ging soweit, dass er sein Personal vor allen (auch den Zeitarbeitskräften) regelrecht zur S.. gemacht hat. Da ist es mir auch immer öfter schlecht gewesen.
Und wie Du schon sagst, da hilft nur der Absprung. Und hier ist es für mich "fast wie im Paradies" gegenüber vorher.
Durch Umstrukturierung usw. habe ich jetzt innerhalb von 5 jahren den 3. Chef und alle waren sie auf ihre Art sehr nett. Am liebsten ist mir aber der Neue aus den schon beschriebenen Gründen.

Oh, jetzt habe ich mich aber ausgelassen ....

Sonnige Grüße und ein schönes Wochenede

Zausel

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LadyM

Mitglied seit
10.11.2006
Beiträge: 475
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Guten Morgen,

menschenskinder, dann kannst du dir ja nicht nur vorstellen wie es mir ging, sondern sogar richtig nachfühlen.

für mich ist es wirklich momentan ein "Paradies". Und ich kann mich wieder freuen, meinen Sport treiben und auch wieder was leisten im Job.

LG, LadyM

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Padme

Mitglied seit
28.07.2005
Beiträge: 3
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Hallo zusammen,

ich habe ein wirkliches Goldstück als Chef!
Kompetent, gebildet, menschlich, offen - er vertraut mir 100%, ich kann Seminare besuchen, eigenverantwortlich arbeiten, kann früher gehen, wenn es nötig ist, er unterstützt mich in jeder Hinsicht.
Ich bin wirklich glücklich in meiner Position in einer internationalen Organisation.
Mein Einsatz ist natürlich entsprechend hoch, ich bin motiviert und engagiert.

LG
Padme

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Lavender

Mitglied seit
09.11.2006
Beiträge: 209
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...somit traut sich manch eine Kollegin bestimmt einfach auch nicht zuzugeben, daß sie a) einen pflegeleichten Chef hat, der sogar noch nett und menschlich ist und b) mit erträglichen Arbeitszeiten und oftmals abendlich leerem Schreibtisch lebt.

Hier (großer Konzern mit vierstelliger Mitarbeiterzahl) ist es definitiv so, daß "altgediente" KollegInnen, die schon hier gelernt haben schon aus purer Gewohnheit über alles unmögliche jammern - "Neulinge" wie meiner einer, die auch schon schlechte Zeiten mit Mobbing und wirklicher Überlastung gesehen haben, sehen das Ganze dann viel positiver und gelassener.

Übrigens- auch ich habe (nach eineinhalb Jahren A***loch-Chef) einen supernetten Chef. Er ist pflegeleicht, humorvoll, intelligent und sehr eigenständig...

Grüßlies
Lavender

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LadyM

Mitglied seit
10.11.2006
Beiträge: 475
Hilfreich: 0

Hallo zusammen,

ich habe eigentlich in meinem ganzen Berufsleben selten die Erfahrung gemacht, dass mal was Positives verbalisiert wurde bzw. es wurde dann wie in einer alten Ehe: alles wurde selbstverständlich und verbalisiert wurden nur die negativen Dinge und nicht mehr die positiven Dinge. Das finde ich sehr schade, denn ich kann mein hohes Engagement nur aufrechterhalten, wenn auch mal was Nettes zurückkommt. Wenn man dann um sich herum nur so Jammerlappen hat (Ach, die Sonne scheint, ja, aber es soll ja wieder schlechter werden), dann schalte ich auf Durchzug.
Das kommt einfach besser an. Ich möchte mich nicht mehr in die Reihe derer stellen, die mitjammern, nur damit sie dazugehören.
Wobei man natürlich "jammern" und "jammern" unterscheiden muss. Wenn man es wirklich nicht leicht hat im Job, weil entweder Hü/Hott Entscheidungen getroffen werden oder keine klare Linie erkennbar ist, dann kann man schon mal jammern , aber sich über alles zu beklagen, das finde ich auch wieder falsch. In meiner psychologischen Zusatzausbildung wurde ich sogar angehalten, an meinem letzten Chef was positives zu sehen, die guten Seiten. Je schmerzhafter die Situation aber für mich wurde, desto wütender wurde ich, desto mehr habe ich mich beklagt. Da ist dann mit positiv auch irgendwo Schluss!
So, geniessen wir das schöne Wetter und den Moment, in dem wir was Schönes haben/erleben und denken nicht daran, wie schnell es wieder vorbei sein kann.
LG, LadyM

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