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Das "du" zurücknehmen?

silver

Mitglied seit
18.01.2004
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Demnächst bekommen wir einen neuen, meinem direkten Vorgesetzten überstellten Chef. Bei dessen erstem Besuch hat er sich mit Vornamen vorgestellt weil er das aus Amerika so gewohnt sei. Ich habe aus zwei Gründen ein Problem damit: ich duze auch meinen Chef nicht und ich möchte den mir unbekannten Mann gar nicht duzen.
Im ersten Moment der Überrumpelung habe ich nicht widersprochen, kann ich nachträglich einen Rückzieher machen?

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Libelle

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Guten Morgen! Uff, das ist ja...schwierig.
Also rein formell gesehen kannst Du das natürlich machen. Aber - mal ehrlich - glaubst Du, dass Du damit den Eindruck "nette Person, diese Frau Müller. Und bestimmt loyal, flexibel, etc..." vermittelst? Also die Sache direkt anzusprechen entfällt eigentlich. Du kannst höchstens bei weiteren Treffen weiter sagen "Herr Smith, guten Morgen!". So, dass er es selbst merkt. Aber gaaaanz vorsichtig sein. Ich würde es mir nicht mit dem Chef meines Chefs verderben wollen.
Nichts für ungut, ich verstehe schon, was Du meinst. Aber - Du brauchst doch sein Wohlwollen (nicht umgekehrt).
Liebe Grüße!
L.

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silver

Mitglied seit
18.01.2004
Beiträge: 8
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Hallo Silver,
wie wäre es damit: Einfach automatisch ins Sie+Vorname verfallen. Entweder der Chef akzeptiert es oder er sagt "wir waren doch beim Du".Das wäre die ideale Feststellung. Dann könntest du nämlich sagen, dass du ihn als Chef gern Siezen würdest und damals überrascht warst. Ich denke ein loyaler Chef hat mit einem "Rückzieher" kein Problem. Ich würde es einfach versuchen!

Gruß Anja

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Anja

Mitglied seit
14.08.2007
Beiträge: 492
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Kirsten

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08.11.2006
Beiträge: 1631
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Hallo Silver,

er hat sich mit Vornamen vorgestellt. Das ist m. E. etwas ganz anderes als die Aufforderung zum Duzen.

Vorname + Sie finde ich persönlich zwar blöde, aber nur weil recht ungewohnt. Als Verfechterin der Siezerei könnte ich mich aber damit arrangieren.

Keinesfalls würde ich ihm sagen, dass du das nicht möchtest. Das gehört sich einfach nicht, denn der Klavierspieler bestimmt nun mal die Musik, solange bestimmte Grenzen eingehalten werden. Und die überschreitet er hier m. E. nicht.

Es kann schließlich sein, dass er die Mitarbeiterführung zukünftig legerer gestalten will und diese Form der Ansprache ein erstes Signal ist. Da stünde es dir m. E. einfach nicht zu, darüber zu richten, ob es akzeptabel ist oder nicht.

Auch wenn die Situation ungwohnt ist, denke ich, dass du hier als gute Mitarbeiterin gefordert bist. Der persönliche Gusto gehört m. E. beiseite geschoben, vielmehr solltest du Flexibilität beweisen. 'S tut ja schließlich nicht weh, oder? ;o)

Liebe Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.

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heddix

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16.11.2006
Beiträge: 3372
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Hi Silver,

du schreibst, er hat sich mit Vorname vorgestellt. Und dann? Hat er dann auch gesagt: "Hallo, schön dich kennenzulernen." Was ich meine, hat er im weiteren Gespräch das "Du" benutzt.

Denn es heißt noch lange nicht, dass wenn er sich mit Vornamen vorgestellt hat er auch automatisch duzen will.

Also Vorsicht! Versuche rauszufinden, ob er wirklich das "Du" oder nur den Vornamen und "Sie" benutzt.

Ansonsten finde ich es durchaus legitim, dass man ein Duz-Angebot ablehnen kann. Ob Chef oder nicht! (da bin ich anderer Meinung als andere hier) Du kennst doch diesen Mensch überhaupt nicht. Wenn ich von mir ausgehe, würde alles in mir gegen das Duzen schreien.
Wenn mal eine Zeit miteinander vergangen ist und man sich versteht, dann kann man das ja ändern.

Versteh' dich gut!

Gruß
heddix

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sylvia

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03.07.2007
Beiträge: 734
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Hallo Silver,
verwechselst Du da nicht etwas? Im amerikanischen heißt das"you" nicht automatisch "Du". sondern "Sie". Und es dort in den Firmen üblich, dass die Angestellten mit Vornamen und Sie angesprochen werden.
Leider kommt es hier in Deutschland immer wieder zu dieser Verwechslung. Wie es aber nun bei Euch gehandhabt wird, entscheidest vielleicht Du? Oder besprich Dich mit Deinem Chef, wie er diese Handhabung ausgelegt haben möchte, ob eben alle den amerikanischen Yuo- Stil übernehmen oder ob er dem Oberchef erklärt, dass es hier in Europa nicht üblich ist, die Leute mit Vornamen anzusprechen.

Gruß
Sylvia

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Su0811

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08.11.2006
Beiträge: 664
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Hallo Silver,

Vorname + Sie ist in amerikanischen Unternehmen ganz normal. Wir sind auch eine deutsche Tochter eines US-Unternehmens und wir sprechen uns alle mit dem Vornamen an.

Es gibt im englischsprachigem Raum sowas wie ein Royal-You. Da ist der Vorname aber der Respekt für den Nachname. Dabei ist es Wurscht ob der angsprochene dein Chef of dein Azubi ist.

Leider geht es im Deutschen nicht immer so einfach. Es sagt sich halt viel leichter du Depp als Sie Depp, schade, daß wir das persönliche Sie brauchen.

LG
Su

„Die Zukunft gehört denen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben.“
(Eleanor Roosevelt)

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Luise

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 264
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>schade, daß wir das persönliche Sie brauchen

Da kann ich Su nur beipflichten.

Und dass es "in Deutschland nicht üblich" ist, stimmt so ja auch wieder nicht. Das war vielleicht Mitte des letzten Jahrhunderts so (jaaa, sooo lange sind die 60er Jahre schon her!). Bei uns in der Firma ist das Du allgemein üblich (natürlich gibt es immer ein paar, die sich absondern, aber das ist eher eine Minderheit).

Und hier duzen wir uns doch auch und kennen uns überhaupt nicht. Gerade das bestärkt mich darin, dass wir eigentlich alle diese Unterscheidung weder wollen noch brauchen. Nur im persönlichen Augenkontakt haben viele da noch eine Hemmschwelle - die ich persönlich allerdings nicht nachvollziehen kann.

Duzen bzw Siezen hat doch nichts, und zwar überhaupt nichts, mit Respekt zu tun!

Na ja, langer Rede kurzer Sinn, ich würd mir schon überlegen, ob ich wirklich am Ende die einzige sein will, die das "Sie" durchzieht wenn sich alle duzen. Kann man natürlich machen. Es wäre aber deutlich einfacher, am Anfang einmal über seinen Schatten zu springen.

Luise

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helene

Mitglied seit
09.07.2002
Beiträge: 2
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Hallo Silver,

ich bin Französin und in Frankreich ist Vorname nicht gleich Dutzen. Ich hatte am Anfang in Deutschland ziemlich große Probleme mit dieser deutschen Gewohnheit. Ich sah überhaupt keinen Zusammenhang zwischen Vorname und Dutzen oder Sietzen. Später traute ich mich die Leute nicht mehr anzusprechen, die mir ihren Vornamen gesagt hatten, weil ich unsicher war, was sie damit meinten. Und als mein deutscher Mann plötzlich angefangen hat, meine Großmutter zu dutzen, nachdem sie ihm Ihren vorname gesagt hatte, hat die ganze Familie gestaunt und komisch geguckt!
Also, für deine Arbeit: Vorname + Sie sagen

Hélène

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