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Aufhebungsvertrag

Kitty007

Mitglied seit
04.02.2016
Beiträge: 10
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Hallo

Ich habe mal eine Frage bezüglich des Aufhebungsvertrages. Eine Kollegin hat einen solchen Vertrag unterschrieben, vor 4 Monaten. Jetzt hat sie ihr Zeugnis bekommen und darin steht als Schlusssatz, dass Sie die Stelle selbst gekündigt hat. Ich bin mir nicht sicher, ob das richtig ist. Was meint ihr? Ich habe von dieser Formulierung im Abschlusszeignis bisher nicht gehört. [url=www.volders.de/ratgeber/kuendigungsfrist-arbeitsvertrag]Auf dieser Ratgeberseite[/url] zu den Themen Kündigungsfrist, Arbeitsvertrag, Aufhebung und Co steht zum Beispiel: "löst der Aufhebungsvertrag das Arbeitsverhältnis einvernehmlich". Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass man selbst gekündigt hat. Vor allem dann nicht, wenn der Arbeitgeber auf die Kollegin zukam. Ich habe überlegt, ob ihr durch die Formulierung im Zeugnis irgendein Vor- oder Nachteil entsteht? Wisst ihr etwas dazu?

Lieben Dank und einen schönen Tag euch

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speedy1984

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14.01.2009
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Hallo Kitty,

abgesehen davon, dass dein Thread im falschen Unterforum gepostet wurde, hier meine Anmerkungen:

Für's Arbeitszeugnis wüsste ich keinen Nachteil, wenn drin steht, sie hat selbst gekündigt. Besser als wenn drin stehen würde, sie wurde gekündigt - am Ende wg. schlechter Leistung (außer Begründung wäre natürlich, die Firma is insolvent und alle verlieren ihren Job oder so)

Allerdings muss sie sich dann ggfs. bei Bewerbungsgesprächen im Klaren sein, dass sie gefragt werden wird, warum sie denn schon gekündigt hat, wenn sie doch noch nix Neues am Start hat(te).

Ich persönlich würde allerdings nie einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, sondern mich wenn dann kündigen lassen: bei der Unterschrift auf nem Aufhebungsvertrag geht das Arbeitsamt davon aus, dass man das freiwillig gemacht hast und das Arbeitslosengeld wird erstmal gesperrt.
Wenn dann dadurch noch Abfindungszahlungen geflossen sind, werden diese meines Wissens auch noch angerechnet (kommt aber glaub ich auch auf die Dauer des vorangegangenen Arbeitsverhältnisses an, da bin ich mir aber ni so sicher mit)

Hier ist also immer Vorsicht geboten! Aber ich hoffe, deine Kollegin hat das ni aus dem Blauen heraus unterschrieben, sondern abgewägt und sich vorher informiert...

Grüßle,
Speedy

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Kitty007

Mitglied seit
04.02.2016
Beiträge: 10
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Vielen Dank für deine Information. Ich glaube, sie wurde ein bisschen gedrängt, den Vertrag zu unterzeichnen. Meines Wissens nach, bekommt sie aber erst einmal Arbeitslosengeld. Ich hake da aber noch einmal nach. Ist schon schlimm genug, wenn man gehen muss, obwohl man nicht wollte...
Grüße

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Firuze

Mitglied seit
21.07.2003
Beiträge: 1837
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Hallo Kitty,

der Satz "im besten Einvernehmen" im Zeugnis sagt jedem Personaler, da war was. Wenn der Aufhebungshebungsvertrag auf Grund von betrieblichen Erfordernissen geschlossen wurde, d.h. es wird umstrukturiert oder es müssen Stellen abgebaut werden, dann kann es stehen bleiben, diese Begründung akzeptiert jeder Personaler. Hierbei sollte jedoch das Austrittsdatum glatt sein, d.h. der letzte Tag des Monats. Austrittsdaten mitten im Monat legen immer nahe, dass es einen Vorfall gab, der zu einer Kündigung geführt hätte und/oder der Arbeitgeber wollte eine Kündigungsschutzklage verhindern.

Wichtig für das Arbeitsamt ist die sogenannte Arbeitsbescheinigung, hier ist unbedingt darauf zu achten, dass der Arbeitgeber ankreuzt, dass eine Kündigung auf jeden Fall erfolgt wäre - dann gibt es keine Sperre beim Arbeitslosengeld.
Zur Sicherheit sollte man dies auch im Aufhebungsvertrag vereinbaren, damit man hinterher nicht dumm da steht.

@Speedy: wenn du dich kündigen lässt, gibt es keine Abfindung! Insofern ist ein Aufhebungsvertrag kein schlechtes Mittel, um sich von seinem Arbeitgeber zu trennen.
Ich habe bisher immer nur davon profitiert.

@Kitty: Ich hoffe, dass hilft dir weiter. Für deine Freundin ist es jetzt natürlich zu spät, ich kann nur jedem raten, sich VOR einer Unterschrift kompetent beraten zu lassen, entweder vom Betriebsrat (wenn vorhanden) oder von einem Anwalt für Arbeitsrecht.

"Man sieht nur mit dem Herzen gut" Antoine de Saint-Exupéry

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Kitty007

Mitglied seit
04.02.2016
Beiträge: 10
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Danke für deine Informationen. Ich habe nachgefragt und tatsächlich steht in der Arbeitsbescheinigung, dass eine Kündigung erfolgte. Deshalb wird Arbeitslosengeld gewährt. Für sie ist es jetzt natürlich zu spät, da hast du recht, aber vielelicht hilft es für später, falls jemand in diese Situation gerät. Gut zu wissen, dass die Formulierung "im besten Einvernehmen" und ein glattes Kündigungsdatum wichtig sind.

Warum schreibt ein Unternehmen aber solche Formulierungen in das Zeugnis? Wäre die Kündigung leider "aus betrieblichen Gründen" nicht besser für den Gekündigten?

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Firuze

Mitglied seit
21.07.2003
Beiträge: 1837
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Hallo Kitty,
aus betrieblichen Gründen werden meist Mitarbeiter gekündigt, die der Arbeitgeber aus welchem Grund auch immer los werden möchte (sogenannte Low-Performer, wenig Spezialisierte / Ausgebildete, Mitarbeiter, die oft krank sind, etc.), für Mitarbeiter, die der Arbeitgeber unbedingt behalten möchte, findet sich meist ein anderer Arbeitsplatz im Unternehmen. Außerdem ist "gekündigt werden" eine passive Formulierung, was sich je nach Stelle eher negativ auswirken kann.

Ein Aufhebungsvertrag ist eher ein Zeichen dafür, dass auch der Arbeitnehmer aktiv geworden ist und man sich (in der Regel) wirklich im Guten gerennt hat, wofür dann auch die Abfindung steht, die der Arbeitgeber zahlt.

Wichtig ist aber immer, dass - sollte im Vorstellungsgespräch danach gefragt werden - die Begründung sachlich, neutral und positiv formuliert ist und auch keine Interna weitergegeben werden.

Also z.B. die Abteilung wurde umstrukturiert und ich habe die Gelegenheit genutzt, mir eine neue Herausforderung zu suchen....

Aber wie bei allem gibt es hier auch Ausnahmen
Grüße

"Man sieht nur mit dem Herzen gut" Antoine de Saint-Exupéry

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