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Alternativen zum Jobfrust

Lotta

Mitglied seit
17.01.2008
Beiträge: 4
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Hallo,

ich bin mittlerweile 38 Jahre alt und arbeite nun schon seit 20 Jahren. Ohne Unterbrechung - keine Arbeitslosigkeit dazwischen - als das mal der Fall war habe ich bei der Zeitarbeit überbrückt.

Ich bin nun seit 4,5 Jahre in einem großen Konzern tätig - verdiene gutes Geld - rund 14 Gehälter. 30 Tage Urlaub plus Überstunden frei. usw. Die sozialen Leistungen des Unternehmens sind top.

Nur leider - stellt mich mein Beruf/meine Aufgabe überhaupt nicht mehr zufrieden. Komme auch mit meiner Vorgesetzen nicht besonders klar und habe einfach keinen Bock mehr - innerlich gekündigt würde ich mal sagen.

Der Arbeitsmarkt - ist wie jeder weiß nicht besonders gut - ich finde kaum Stellen in meinem Bereich auf die ich mich bewerben kann. Wenn es mal zum Gespräch kommt - ist das Gehalt oft ein Problem. Ich bin schon bereit zu verzichten - aber irgendwo ist dann auch Schluß. Oder ich bekomme zu höhren "überqualifiziert."

Nun sehe ich halt, daß in meinem Alter und unter den Bedingungen am Arbeitsmarkt ein Jobwechsel nicht so einfach möglich ist. Leider !

Ich bin nun aber auch in meiner derzeitigen Aufgabe so frustriert - daß ich nur noch halbe Leistung bringe. Bin also mit meiner eigenen Arbeitsleistung nicht zufrieden - tue alles auf den letzen Drücker - kann mich kaum aufraffen morgens überhaupt hinzugehen.

Ich bin aber innerlich der Einstellung - Du verdienst dort dein Geld und kannst dich nicht so hängen lassen. Aber jeden Tag spielt sich das selbe Drama ab: Ich will morgens schon gar nicht hin, wenn mein Chef mir ein Projekt übergibt bekomme ich Brechreiz anstatt mich wie früher darüber zu freuen und abends will ich nur raus da. So kann es nicht weitergehen - irgendwann schmeißen die mich noch.

Irgendwie fühle ich mich wie in einer beruflichen Einbahnstraße - was mir dann wieder Leid tut wenn ich denke wie viele Menschen keinen Job haben.

Mein Verstand weiß ganz genau, derzeit hast Du keine andere Alternative. Mache deinen Job so gut es geht, so ordentlich wie Du kannst, genieße was Du Dir durch den Job alles leisten kannst und schaue Dich um ob Du einen anderen Job findest - aber ich kann so nicht handeln.

Manchmal träume ich von Auswandern, von ganz einer andere Aufgabe/Job aber dies sind alles nur Flutgedanken weil ich im Moment so unglücklich bin.
Eigentlich weiß ich gar nicht mehr was ich will, wohin es gehen soll. Da ich Single bin brauche ich meine monatlichen Einnahmen - die Wohnung und das Essen bezahlt leider nicht der liebe Gott.

Wie findet man wieder raus aus diesen deprimierenden Gedanken ? Wie schaffe ich es trotz widriger Umstände nicht ganz deprimiert und schlecht gelaunt zu sein?
Was würdet ihr tun?

Gruss LOTTE

Irgendwie überkommt mich voll die Panik wenn ich denke, daß ich jetzt nochmals 30 Jahre arbeiten muß - wenn ich jetzt schon so frustriert bin.

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LadyM

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10.11.2006
Beiträge: 475
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sondern lebe deine Träume.

Hallo Lotta (oder Lotte)

was mich aus meinem Jobfrust herausgebracht und mir wieder Lebensfreude gegeben hat, war eine Rehamaßnahme. Ich war 6 Wochen weg und es hat mir sehr gut getan.

Du hörst dich ausgebrannt an. Das ist nicht nur so, dass man erst in Arbeit ertrinken muss, um ausgebrannt zu sein. Manchmal braucht man einen Tapetenwechsel, um das Ganze etwas klarer zu sehen.

Den Gedanken mit dem Auswandern finde ich sehr schön.

Vielleicht kannst du auch ein neues Hobby anfangen? Wenn du dich wieder freuen und entspannen kannst, dann kommen keine negativen Gedanken.

Ich war z. B. seit langem heute mal wieder Bogenschießen. Sehr gut darin bin ich nicht und wir waren auch nur 1 Stunde weg, aber ich bin wieder entspannter. Ich überlege auch, ob ich morgen evtl. schwimmen gehen soll. Wenns nicht regnet, kann ich auch radfahren.

Geh raus und freu dich an der Natur, die jetzt bald wieder neu aufblühen wird. Geh mal in den Zoo, bald gibt es hoffentlich auch Nachwuchs in den Tiergärten. Palmengarten ist auch sehr schön (bei uns in FFM).

Liebe Grüße, LadyM

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Tina

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08.11.2006
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Ich jammere nun auch schon seit genau 4 Jahren und 3 Monaten, allerdings auf einem niedrigeren Niveau (kleine Mittelstandsfirma, 13 nicht ganz so hoheGehälter). Gerade am Donnerstag habe ich eine Absage von einer mir sehr wichtigen Stelle bekommen und auch ich frage mich, ob nun mit 42 alles vorbei ist, und doch nicht vorbei, denn ich muss ja auch noch 22 Jahre arbeiten oder (24 Jahre ?), um meine volle Rente zu erhalten (ich bin auch Single). Ich weiß nicht, ob dich das etwas tröstet, aber mein Job ist echt das Hinterletzte. Telefonzentrale/Empfang ist wirklich das Schlimmste, das man sich - wenn man beruflich etwas machen möchte und was drauf hat - antun kann.
Zeitarbeit habe ich früher auch oft gemacht. Ich lebe auch noch zu sehr in der Vergangenheit und kann irgendwie nicht begreifen, dass jetzt schon alles aus sein soll!?

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cora

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13.11.2006
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Hallo Lotta,

tut mir leid, aber ich kann das nicht richtig nachvollziehen. Andere wären sicherlich froh, an deiner Stelle zu stehen. OK Stress mit dem Vorgesetzten ist nicht gerade super. Allerdings kann dir niemand garantieren, dass du bei einem Jobwechsel einen Chef bekommst, mit dem du besser klar kommst. Evtl. geht gar der Schuss nach hinten los und du kommst in eine Firma, wo ein absolut schlechtes Betriebsklima herrscht. Im Vorstellungsgespräch wird dir das sicherlich niemand auf die Nase binden. Dann hättest du noch mehr Frust, weil du evtl. auch noch Abstriche beim Geld gemacht hast.

Konzentriert sich eventuell bei dir alles nur auf den Beruf? Du schreibst, dass du Single bist. Vielleicht bist du an einem Punkt angelangt, wo dich das nicht mehr richtig glücklich macht. Ich will das nicht behaupten, es ist nur so ein Gedanke.
Meine beste Freundin ist z.Z. auch unerträglich unzufrieden, obwohl Außenstehende sagen, sei froh, wie du lebst. Du hast einen Job, hast dein Geld nur für dich, kein Mann, der rumnörgelt, keine Kinder, die ständig deine Aufmerksamkeit fordern und deine Freizeit beanspruchen, du kannst die kaufen was du willst, brauchst nie auf jemanden Rücksicht zu nehmen und und und.
Sie war jahrelang überzeugter Single. Nur seit seit ihrem letzten Geburtstag (35) hat sie eine absolute Kriese bekommen. Sie ist sich gar nicht mehr sicher, ob sie wirklich alleine bleiben möchte. All ihre Bekannte und Freunde sind zwischenzeitlich verheiratet oder in festen Lebensgemeinschaften, Kinder sind bereits da oder mindestens in Planung.
Sie hat jetzt Angst, dass ihr die Zeit wegläuft, da ja auch ihre biol. Uhr abläuft und in sie bald keine Chance mehr hat, eine eigene Familie zu gründen. Seit dieser Zeit ist mit einmal auch ihr Job total blöd und den hat sie früher innigst geliebt, hat zig Überstunden gemacht und alles private hinten angestellt, Job war immer wichtiger und jetzt? Wie gesagt, sie ist absolut in einer Lebenskriese und das Gemeckere Scheißjob, Schweißchef und Scheißkollegen ist reines Ablenkungsmanöver. In Wirklichkeit ist sie mit ihrem Privatleben total unzufrieden und das wirkt sich auf ihren Job aus.
Wie ist das bei dir? Wirklich privat alles top und nur beruflich unzufrieden?

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Zausel

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08.11.2006
Beiträge: 249
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Hallo Lotta,

in einem großen Konzern sollte doch auch ein innerbetrieblicher Wechsel möglich sein. Bei uns gibt es sogar ein innerbetriebliches Arbeitsamt.

Gruß
Zausel

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Brigitte

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09.11.2006
Beiträge: 367
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Hallo Lotta,
ich habe das Gefühl, dass du im Moment so ein bischen Gefahr läufst, dich nur um dich selbst zu drehen. Und wenn du schon so frustriert und deprimiert bist, wird's damit höchstens schlimmer. Vielleicht kannst du den scheinbar gegenteiligen Weg gehen: such dir (ehrenamtlich oder wie auch immer) eine Neben-Aufgabe, wo du dich um andere kümmern musst. Ich möchte dir fast garantieren: in dem Moment, wo du intensiv was für andere tust, wird's dir besser gehen.
Brigitte

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Tina

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08.11.2006
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Hallo Zausel!

Das klingt ja interessant. Kannst du das ein wenig näher erklären?

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skwerl

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 1054
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Lotta, mir scheint du bist in deinem jetzigen Beruf am Ende der Möglichkeiten angekommen. Ein Jobwechsel im gleichen Beruf/in der gleichen Position würde wahrscheinlich auch nur vorübergehend deinen Frust niederkochen, da du nach einiger Zeit aufgrund der immer gleichen Routinen wieder die gleichen Probleme finden würdest. Falls du nicht durch starken Ausgleich im privaten Bereich (wie schon genannt intensives Hobby oder ehrenamtliche Tätigkeit) dem Frust Paroli bieten kannst, solltest du ernsthaft über einen echten Wechsel nachdenken. Es gibt so viele Fortbildungen. Mach dir doch mal ein paar Gedanken, was dich besonders interessiert und welche Möglichkeiten der Fortbildung und Einstiegsmöglichkeiten in andere Jobs es gibt. Man ist übrigens NIE zu alt, um noch einmal etwas Neues anzufangen, schon gar nicht mit 38. Nur Mut!

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Turni

Mitglied seit
10.11.2006
Beiträge: 321
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Du schreibst, Du bist erst seit 4 1/2 Jahren bei der Firma. Da warst du also auch schon 33 als Du dort anfingst.
Wer heute mit 33 einen neuen Job findet, findet ihn auch mit 38!
Also nur Mut!

Aber vielleicht hilft schon ein Gespräch mit Cheffe um Dir neuen Spaß am Job zu geben.

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Zausel

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 249
Hilfreich: 0

das geht so:

bei uns werden freie Stellen zuerst intern ausgeschrieben, so dass Leute, die wechslen möchten, sich dafür bewerben können. Die Ausschreibungen sind im Intranet veröffentlicht.

Außerdem kann man sich bei Wechsel-Wunsch und wenn man sich nicht gleich zu erkennen geben möchte an das interne Arbeitsamt wenden und kund tun, dass man etwas anderes sucht und was man sucht. Die Anfrage wird dann zunächst anonym an Abteilungen gegeben, die eine Stelle zu vergeben haben. Das Profil wird überprüft und bei beiderseitigem Interesse wird der Gesprächstermin vereinbart. Jedenfalls so in der Art läuft das ab. Ich weiß es nicht ganz genau, da ich es noch nicht probiert habe. Ich bin gottlob mit meinem Job höchst zufrieden. Bei mir passt alles.

Gruß
Zausel

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