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Besuch bei Muttern

Zicke

Mitglied seit
11.08.2002
Beiträge: 1132
Hilfreich: 0

Guten Morgen,

ich habe am WE meine Mutter besucht. Ich telefoniere regelmaessig mit ihr - im Durchscnitt alle 2 Wochen und meine Frage nach ihrem Befinden beantwortet sie immer mit "Gut....". Sie ist aktiv, treibt Sport, hat die fuer ihre Altersgruppe ueblichen Gebrechen (Diabetes Typ II, Bluthochdruck). Mein Eindruck war, dass ihre Krankheiten alle gut unter Kontrolle sind, da sie regelmaessig zum Arzt geht.

Als ich da so auf dem Sofa sitze erzaehlt sie mir im Nebensatz, dass sie lange Zeit so muede war, im Gehen eingeschlafen ist (!), mit dem Gesicht zuerst auf dem Buergersteig aufkam ....sie ist dann zum Arzt gegangen, Blutbild ist abnormal, Verdacht auf Leukaemie. Ausserdem erfahre ich dann noch, das sie inkontinent geworden ist.

All das ist seit Jahresanfang passiert und ich wusste von nichts.

Ich bin jetzt etwas verwirrt, will sie ja nicht bevormunden - aber ich kann es doch jetzt nicht mehr glauben, wenn sie mir am Telefon sagt dass es ihr gut geht.

Habe noch einen Bruder mit Frau - aber die sehen sie auch nicht haeufiger als ich. Soll ich mit ihr sprechen und mehr Ehrlichkeit verlangen? Was kann ich sonst noch tun?

Verwirrte Gruesse aus London

Gruss aus London
Zicke

~ Change is the spice of life ~

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weltmeisterin1

Mitglied seit
26.09.2007
Beiträge: 217
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Hallo Zicke,

ich denke zum einen hat sie selbst Angst was da mit ihr passiert - und sie will Dich bestimmt auch "verschonen", deshalb erzählt sie nichts.

Du solltest am besten einen Termin mit dem Hausarzt Deiner Mutter vereinbaren und mit ihm ein Gespräch führen wie es weitergehen soll.

LG von der Weltmeisterin

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Zicke

Mitglied seit
11.08.2002
Beiträge: 1132
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Ich kann das nicht einfach so machen - erstens bin ich in London und zweitens brauche ich ja ihre Erlaubnis dazu. Ich befuerchte, dass sie das als Bevormundung empfindet (das wuerde ich auch!). Sie ist nicht senil, kann eigene Entscheidungen treffen etc.

Ich bin mir auch nicht sicher, dass ich die richtige Person bin, eben weil ich nicht in D lebe...

Gruss aus London
Zicke

~ Change is the spice of life ~

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saintangel

Mitglied seit
07.03.2008
Beiträge: 415
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Hallo Zicke,

ich kann dir ein wenig nachfühlen,was du bei deiner Mom enpfindest...
Meine Mama lebt im Ausland und hat (um es freundlich auszusprechen) ziemliche Gesundheitsprobleme. Und davon ist Osteoporose im Endstadium noch das "freundlichste". Als ich sie vorletztes Jahr besuchte, war ich geschockt wie sehr sie sich innerhalb von 12 Monaten verändert hatte. Sie war immer quierlick, konnte praktisch nie stillstehen, hat sich praktisch überall betätigt und heute... ist sie froh, wenn an guten Tagen die Arthrithis ihr zu schaffen macht.
Ich habe mir dann Mama geschnappt und sie gefragt, wie sie sich fühlen würde, wenn es anders herum gewesen wäre. Ich so krank, aber immer behauptend mir ginge es gut?
Das hatte sie zum einen gerne eingesehen, denn wir haben auch ein freundschaftliches Verhältnis zueinander und zum anderen war sie erleichtert. Ich habe ihr gesagt, dass es keine Belastung für mich ist, mit ihr durch dick und dünn zu gehen, sondern dass es eine wahnsinnig große seelische Belastung für sei, nicht zu wissen wie es ihr wirklich ginge.
Dann habe ich zu ihr gesagt:
Mama, wollen wir beide nicht zusammen zum Arzt um zu gucken was wir da machen können?
Ich habe mich ihr gegenüber wie die ehrliche besorgte Tochter verhalten (was ja auch stimmt).

Wir waren gemeinsam beim Arzt und sie hat sich auch nicht bevormundet gefühlt, denn wir haben als Familie zusammen gehalten (der familienzusammenhalt ist bei uns sehr stark ausgeprägt). Eine Freundin von mir fährt bei meiner Mama immer vorbei und sie gehen gemeinsam Einkaufen und die Nachbarn achten ebenfalls auf meine Mama.
Besteht diese Möglichkeit für dich?

Liebe Grüße, saint

Herr, lass das Gras wachsen.
Die Anzahl der Rindviecher wird jeden Tag größer

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Kuemmerliese

Mitglied seit
14.03.2007
Beiträge: 3715
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Hi Zicke!
Ich finde auch, dass es nur recht und billig ist, wenn du dich kümmerst. Das hat doch auch nichts mit Bevormunden zu tun.
Ich habe Glück, dass meine Mutter in der gleichen Wohneinheit wohnt. Es gibt Wochen, da sehen wir uns einmal die Woche und Zeiten, da haben wir jeden Tag Kontakt. Wenn sie Hilfe braucht, bekommt sie sie und wenn nicht - haben wir unsere Ruhe.
Bei Krankheit (und vor allem einer solch schweren) ist es für deine Mutter bestimmt auch eher angenehm, zu wissen, dass du im Bilde bist und zur Not etwas "managen" kannst.

Liebe Grüße von der
Kümmerliese

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Frauen sind Engel. Wenn man ihnen die Flügel bricht, fliegen sie weiter.... auf einem Besen!

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Hallo Zicke,

also ich kann mich auch nur anschließen, es hat echt nichts mit Bevormunden zu tun, wenn Du Dich kümmerst oder mit dem Arzt sprichst, weil Du Dir Sorgen um Deine Mutter machst. Klar, es ist natürlich aufgrund der Entfernung schwierig. Vielleicht kannst Du Dir ja mal paar Tage frei nehmen und mal einen Termin mit dem Arzt vereinbaren. Deine Mutter könnte ja dabei sein, dann fühlt sie sich nicht übergangen oder so.
Ich denke, danach geht es DIR auch besser, weil er Dir vielleicht die Angst und Unruhe etwas nehmen kann.

Ich wünsche Dir alles Gute dafür und halt uns auf dem Laufenden!

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Zicke

Mitglied seit
11.08.2002
Beiträge: 1132
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Hallo,

danke fuer euer Feedback - ich kann nichts managen, denn ich bin in London. Ich kann doch nicht jedes Mal, wenn meine Mutter einen Arzttermin hat nach D jetten.

Ich weiss auch nicht, ob ich ihr eine Hilfe sein wuerde, denn ich habe ganz andere Vorstellungen davon, was eine gute Behandlung ist. Wir sind ziemlich aneinadergeraten, als das losging mir ihren ganzen Erkrankungen - sie hat jede Pille ohne Fragen geschluckt und ich fand halt, dass sie ihren Blutzucker, Bluthochdruck und Cholesterinwerte ohne Tabletten senken kann durch Aenderungen im Lebensstil. Sie wollte aber keine Veraenderungen, wollte es nicht einmal versuchen und Begleitung durch einen Heilkpraktiker (fuer den ich gezahlt haette) wollte sie auch nicht.

Das ganze ist also sehr mit Emotionen behaftet...

Kuemmerliese - ich finde es nicht fair zu sagen " es ist nur recht und billig, dass du dich kuemmerst...."

Saintangel - meine Mutter hat nicht so ein Netzwerk um sich herum - es sei denn, mein Bruder und seine Frau uebernehmen einen Teil. Sie lebt zwar schon 20 Jahre im gleichen Haus, hat aber keinen Kontakt zu den Nachbarn...ich werde wohl mit meinem Bruder sprechen muessen...

Gruss aus London
Zicke

~ Change is the spice of life ~

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Kuemmerliese

Mitglied seit
14.03.2007
Beiträge: 3715
Hilfreich: 0

Da habe ich mich vielleicht schlecht ausgedrückt, Zicke! Ich wollte dich auf keinen Fall angreifen!
Ich meinte das so im Hinblick auf "sich bevormunden" fühlen.
Es ist doch irgendwie überall so: unsere Eltern tun alles für uns, solange wir klein/jung/unerfahren/ungebildet usw. sind. Wenn man dann alt wird, sind die Eltern wieder auf uns angewiesen und man kann ein Stück von dem, was man erhalten hat, auch zurückgeben.

Wenn es allerdings so ist, dass ihr "verschiedener Ansichten" und Lebenseinstellungen seid, wird es schon bißchen schwieriger. Vielleicht schluckt deine Mutter diese Pillen und alles nur deshalb, weil sie a) erst mal selbst geschockt war von der Diagnose und sich b) eine schnelle Linderung/Heilung ersehnte und c) weil sie ihrem Arzt vertraut und der Meinung ist, dass er das Richtige tut.

Sicherlich hast du auch mit deiner Ansicht Recht, dass man durch Umstellung der Gewohnheiten, auch viel zur Senkung des Bluthochdruckes etc. unternehmen kann. Vielleicht wäre das für deine Mutter aber erst der zweite Schritt!?

Im Augenblick ist für alle Beteiligten die Situation neu und jeder muss sich jetzt seinen "Platz" damit suchen. Ein Gespräch mit deinem Bruder und der Schwägerin ist mit Sicherheit nicht der falsche Weg. Man kann auch vieles telefonisch erledigen/nachfragen/managen. Das meinte ich damit!

Liebe Grüße von der
Kümmerliese

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Frauen sind Engel. Wenn man ihnen die Flügel bricht, fliegen sie weiter.... auf einem Besen!

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Pussi

Mitglied seit
16.08.2007
Beiträge: 77
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Hallo Zicke,

ich denke das sie dich einfach nicht beunruhigen wollte, da sie selber noch nicht weiß was sie hat.. da du ja auch nicht in der nähe bist wird sie sich auch unsicher sein. ich würde sie weiterhin regelmäßig anrufen und mich erkundigen. aber sonst würde ich abwarten, wenn sie dann die diagnose hat kannst du immer noch zu ihr fahren und dich um sie kümmern!

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Zicke

Mitglied seit
11.08.2002
Beiträge: 1132
Hilfreich: 0

ich habe meine Schwaegerin angerufen. Meine Mutter hatte ihr das alles auch erzaehlt, aber mit weniger Detail so dass es fuer meine Schwaegerin nicht so schlimm klang... und sie hat natuerlich nicht gewusst, dass meine Mutter mir gegenueber nichts gesagt hat.

Vielen Dank fuer eure Meinungen.

Gruss aus London
Zicke

~ Change is the spice of life ~

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