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Zwei Chefs - einer ist schwierig, der andere total nett...

Entiputz

Mitglied seit
01.11.2005
Beiträge: 97
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Liebes Forum, heute benötige ich auch einmal Eure Einschätzung.

Seit 6 Jahren arbeite ich (34) schon für meinen Chef (GF) und das klappt soweit auch sehr gut (auch wenn es wie überall ab und zu Hochs und Tiefs gibt).

Alles wäre wunderbar, wenn nicht im Zuge von Umstrukturierungen vor einem halben Jahr noch ein Chef dazugekommen wäre.

Irgendwie stimmt da so gar nicht die Chemie (er hat auch schon vier Damen vor mir entsorgt!), nichts kann ich richtig machen, Arbeitsanweisungen kommen entweder gar nicht oder wenn doch, dann so detailliert mit der genauen Anzahl der Servietten, die seiner Ansicht nach bei Meetings auszuliegen haben. Zwischendurch dann noch schnell die Meinung geändert, und auf mir herumgehackt, wenn irgendwas nicht so ist, wie er sich das wünscht. Nicht, dass es dann schiefgeht oder falsch wäre, im Gegenteil, er hat organisatorisch überhaupt keine Ahnung und ich muss seine Vorgaben fast immer ändern, da die Arbeit sonst nicht praktikabel wäre. Das findet er dann ätzend, ist aber für Kritik absolut nicht zugänglich und wird auch noch unangenehm im Umgang (motzt, hält Vorträge etc.). Die Tatsache, dass ich die doppelte Arbeit in der gleichen Zeit wie vor einem halben Jahr erledigen muss, und das auch könnte, wenn ich mich nicht dauernd wegen Nichtigkeiten rechtfertigen müsste, kann oder will er nicht begreifen. Auf seine e-mails und sonstigen Interna habe ich gar keinen Zugriff, bin also nicht involviert. Das sei Privatsache...

Nachdem ich schon fast 15 Jahre im GF-Assi-Bereich tätig bin, und eigentlich weiß, wie man arbeitet, geht mir das ziemlich auf den Nerv, das überträgt sich auch auf die Arbeit und mein ganzes Befinden. Ich möchte ihn am liebsten gar nicht sehen; wenn er anruft, werde ich schon panisch. Ich gehe schon mit Bauchschmerzen zur Arbeit.

Würdet Ihr es für sinnvoll halten, ein Gespräch mit Obercheffe zu führen? Ich bin da irgendwie im Moment ein bißchen hilflos, möchte ja auch nicht als Querulantin dastehen. Allerdings sehe ich keine dauerhafte Perspektive in dieser Konstellation. Ganz weg möchte ich eigentlich nicht, ich fühle mich bei dem anderen Chef ja mega-wohl.

Ich bin gespannt auf Eure Antworten. Danke!

?Niemals war mehr Anfang als jetzt. (There was never any more inception than there is now.)?

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Sabrina2101

Mitglied seit
20.03.2006
Beiträge: 220
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Hi,

kannst du eventuell versuchen mit dem netten Chef zu reden? Vielleicht kann er dir ja Rückendeckung geben.

Hast du schon mal versucht ein Gespräch mit ihm zu führen?

LG und halt die Ohren steif

Sabrina

Das, was vor uns liegt und das was hinter uns liegt, ist nichts, verglichen mit dem, was in uns liegt.

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KarinS

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17.09.2001
Beiträge: 376
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Ist der nette Cheffe auch der Oberchef?

Ich würde mich erst einmal mit dem netten Cheffe unterhalten und ihn fragen, ob er eine Lösungsmöglichkeit sieht? Erzähl ihm ruhig auch die Bauchschmerzen. Vielleicht kann er ja die Initiative ergreifen und ein Gespräch zu dritt organisieren, in dem ihr auf möglichst sachlicher Ebene die Probleme in der Zusammenarbeit ansprecht. Ich denke, wenn eine dritte Person dabei ist, kann der nicht so nette Cheffe nicht total auf dir herumhacken. Schließlich musst du ja für beide Chefs arbeiten.

Gruß
karin

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teamtesse

Mitglied seit
14.01.2005
Beiträge: 311
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mich würde auch interessieren ob du dem neuen das schon mal so gesagt hast?

[img:69890581b7]http://www.cosgan.de/images/midi/haushalt/e030.gif[/img:69890581b7]
das war´s

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Y1

Mitglied seit
28.02.2002
Beiträge: 685
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Hallo FallenDarkling,

mmh, schwierige Situation. Was ich nicht verstanden habe, ist, ob der neue Chef Deinem bisherigen Chef untergeordnet oder gleichgestellt ist.
Davon unabhängig würde ich zunächst das Gespräch mit dem neuen Chef suchen. Bereite Dich darauf vor und bitte ihn auch darum, dass er sich dafür Zeit nimmt. Ihr beide habt ein Kommunikationsproblem und er hat ein Problem mit dem Delegieren von Aufgaben. Kündige dieses Gespräch aber positiv an; a la "Verbesserungsvorschläge für die Zusammenarbeit."
Und dann mach´ auch wirklich Vorschläge, aber versuche dabei, ihm nicht "über den Mund zu fahren" - ohne jedoch zu sehr duckmäsuerisch zu sein. Finde die goldene Mitte! Beispiel: wenn es um die Anzahl Servietten in einem Meeting geht... Sag´ ihm, Herr soundso, über sowas brauchen Sie sich keine Gedanken machen, das Empfangen und Bewirten von Gästen gehört zu meinem Job und den mache ich sehr gut. Bringe weitere Beispiele an; wenn eine Präsentation auszuarbeiten ist; benötigst Du die Zahlen xyz - die Darstellung als Diagramm kannst Du machen.
Ich habe im Übrigen auch keinen Zugriff auf die Mails meines Chefs und die Kommunikation klappt trotzdem wunderbar.
Hör´ auf, Dich zu rechtfertigen! Wenn etwas schief geht und er sagt Dir das, entschuldige Dich und bitte ihn um Vorschläge, wie aus seiner Sicht künftig solche Missverständnisse / Fehler vermieden werden können.
Wichtig ist, dass Du versuchst, aus ihm nicht einen zweiten "alten" Chef zu machen. Menschlich könnt ihr wohl nicht so miteinander - von diesem Anspruch musst Du Dich lösen. Um so professioneller ist es, wenn man trotzdem gut miteinander arbeitet.
LG
Y1

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Auwei das kenne ich - mein Chef super nett, der andere ein ... Nichts machte ich ihm recht und wenn ich nach näheren Infos fragte oder etwas genauer wissen wollte, dann kamen Ansagen wie: Das brauchst Du nicht verstehen ...
Wenn ich ihn auf einen Tippfehler aufmerksam gemacht habe, wurde er patzig - ob ich denn meine es besser zu können; Habe ich es schweigend ausgebessert (und er es dann in seinen Unterlagen gemerkt), dann war er beleidigt - ob ich ihn denn bewußt nicht darauf hingewiesen habe ...

(Als der nette Chef ging, ging ich mit und war nur froh den anderen los zu sein). Wüßte ich nicht, dass er noch immer dort ist, ich würde annehmen, Du hast meinen Ex-Chef/Kollegen erwischt!

Wichtig: Führe mit Deinem Chef ein Gespräch und schildere ihm den Status Quo. Du entwickelst ja solche Aversionen gegen den anderen Chef und Deine Arbeit allgemein, dass Deine Arbeitsleistung darunter leidet - und das kann nicht im Interesse von Deinem Chef sein!
Vielleicht ist es ja möglich eine Halbtagskraft für ihn einzustellen.

Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass es sinnlos ist/war mit dem Kerl zu reden. Da nimmt ein Blatt Papier mehr Vernunft an als der. Zumal ich selbst nicht mehr in der Lage war, ein Gespräch auf sachlicher Ebene zu führen - Du wahrscheinlich auch nicht mehr.

Dokumentiere für Dich (und in langer Sicht auf für ihn) was wann vorfällt - welche Infos hast Du bekommen, was wann erhalten ....
Versuche für Dich ein Muster herauszufinden, wann er wie worauf reagiert. Man registriert dann dadurch gewisse "Trigger" (Auslöser) und kann einige Klippen leichter umschiffen.

Sollte er bleiben und Du auch, dann wäre eventuell ein Mediationsgespräch hilfreich - Voraussetzung dafür ist, dass auch er daran mitarbeiten will.

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Y1

Mitglied seit
28.02.2002
Beiträge: 685
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Jetzt muss ich nochmal etwas dazu sagen.

Man geht ja immer ein bisschen von den eigenen Erfahrungen aus. Wäre ich in so einer Situation und würde zu "meinem, dem netten" Chef gehen, wäre seine 1. Frage garantiert: Hast Du schon mit ihm geredet?

Was also wäre denn die Erwartungshaltung an den netten Chef, ohne vorher wenigstens versucht zu haben, mit dem anderen Chef ein Gespräch zu führen; ein richtiges Gespräch, nicht so zwischen Tür und Angel. Der nette Chef kann dann nur zu dem anderen gehen und ihm sagen, Du die Ass. kommt nicht mit Dir klar, weil.... Ich denke, das wäre sogar kontraproduktiv und würde die Gemüter nur noch mehr hochschaukeln.
Ich finde: erst mit dem neuen Chef sprechen, wenn sich daraus nichts ergibt und keine Besserung in Sicht ist; erst dann mit dem alten Chef sprechen.
LG
Y1

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Entiputz

Mitglied seit
01.11.2005
Beiträge: 97
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Danke erstmal für die netten Antworten. Vielleicht noch etwas zur Erläuterung: Mit dem netten Chef habe ich heute ausführlich gesprochen (und fing natürlich prompt an zu heulen, na klasse... ops: ), er meinte, der andere Chef sei menschlich sehr schwierig, hat mir aber genau zugehört und will das Ganze wohl weiter beobachten. Die kennen sich auch schon seit mehreren Jahren und wie gesagt, ich bin ja nicht die Erste, bei der die Probleme auftreten.

Mit dem "doofen" Chef hatte ich schon Ende November ein Gespräch geführt, in dem ich die Situation schilderte (ich arbeite schon seit Juli auch für ihn), er will es aber nicht begreifen - wie GuteSeele schon schrieb. Im Januar sprachen wir auch noch mal. Ich werde mir auch Notizen machen, wo was nicht läuft, aber es ist frustrierend, wenn von da aus überhaupt nichts kommt - und vom menschlichen her hatten wir uns vorher recht gut verstanden, er ist ja schon länger im Haus, wir sind sogar per Du. Nur die Zusammenarbeit will nicht funktionieren.

Die beiden sind sich übrigens gleichgestellt. Und der Oberchefe ist unser aller Chef, den beiden auch übergeordnet. Beide Chefs sind GFs, nur für verschiedene Bereiche.

?Niemals war mehr Anfang als jetzt. (There was never any more inception than there is now.)?

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Kio

Mitglied seit
03.11.2005
Beiträge: 52
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Solche Leute haben zunächst ein Problem mit sich selbst, das sie auf andere, in der Regel schwächere, übertragen. Nimm es nicht persönlich. Gib dein Bestes, dann hast du dir nichts vorzuwerfen.

Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. (Adenauer)

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Ich weiß noch wie ich ihn am liebsten angebrüllt hätte - aber nicht durfte.

Unserer Abteilung hatte dann mal gemeinsam mit der Abteilung von unserem anderen Standort ein Teamseminar. Dort sind wir sehr gut miteinander ausgekommen - menschlich kein Problem. Haben uns sogar sehr gut verstanden!

Aber keine 4 Wochen später hätte ihn seinen Kaffee mit Rizinusöl strecken können

Menschlich sind diese Typ auch recht umgänglich - ev. ein wenig laut von der Art her. Aber fachlich sind sie mit Minderwertigkeitskomplexen gespickt ohne Ende - und Kontrollfreaks.
Meiner hatte die "schöne" Angewohnheit "nach oben kriechen, nach unten treten". Der Typ hat sich neben mir aufgebaut und mir beim Spiralisieren der Verkaufsunterlagen zugesehen - ob ich es eh richtig mache ... inkl. Anmerkungen. Dann pfuschte er mir drein "Schau, so geht das doch viel einfacher" - und scheiterte kläglich. Ich habe ihn dann mit dem Hinweis auf einen nahenden Kundentermin in sein Büro geschickt und seine Idee/sein Scheitern nicht weiter kommentiert.
Bei seinem Kundentermin war er die Unterwürfigkeit in Person ...

Um ihn einzuwickeln appelliere an seine Fachkenntnisse, seine Autorität, seine Erfolge. Er wäre bestimmt gerne das Alphamännchen - ist es aber nicht.

Wenn er Dir reinpfuschen will, verweise ihn elegant darauf, dass er sich nicht durch solchen Kleinkram in seiner Arbeit stören lassen soll, dass diese Aufgaben für ihn zu minder sind. Damit magst Du Deine wichtige Arbeit eventuell etwas herabsetzen - aber dafür hast Du Deine Ruhe.

Da er sehr detailverbissen ist, kannst Du ihm Aufgaben zuwerfen, in denen er sich verbeissen kann. Grafiken, Aufstellungen, Recherchen - das beschäftigt diese Menschen recht lange *g*

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