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Von der Meinungsverschiedenheit über zur echten Beleidigung (etwas ausführlicher)

AssiMaus

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27.12.2007
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Hallo Ihr Lieben,

die meisten von euch haben Urlaub - das sei hiermit allen Sekretärinnen und nicht Sekretärrinen gegönnt. Ich bin hier - zwar mit Halsweh - aber es ist nix los im Office.

Ich habe ein Problem, das mich seit über einer Woche beschäftigt und mich auch nach dem STreit mit einem Kollegen/Vorgesetzten an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gebracht hat. Zu erwähnen ist, daß ich mental derzeit aufgrund von privaten Problemen sowieso ziemlich verletzlich und angreifbar bin. Ich werde schnell ungeduldig, aber auch ein leicht falscher Ton meinerseits, kann doch hinterfragt und entschuldigt werden - anstatt mit gemeinen persönlichen Beleidigungen entgegnet zu werden, oder? Zumindest erwartet man von einer Führungskraft (Gruppenleiter) mehr Rückrat und Niveau - MA (auch mich) geschickt runterzubringen - nicht runterzuputzen.

Fakt ist, der besagte Kollege ist nicht mein Vorgesetzter, aber von der Position her als GL natürlich ein mir übergeordneter Kollege. Er und ich hatten schon mal eine Reiberei, bei der mein Ton ihm negativ aufgefallen ist (ich hatte ihn angerufen und eine längst fällige Datei erbeten, dabei fiel von mir ein Satz mit der Aussage "...schon wieder zu spät..." wofür ich mich jedoch sofort noch im Gespräch mit einer entsprechend, passenden Begründung entschuldigte.

Jedenfalls habe ich letzte Woche etwas erstellt und entsprechend weiterverteilt, als von diesem Herrn ein Anfruf kam. Sonst hatte übrigens keiner weder Lob noch Vorbehalte für oder gegen die von mir erarbeitete Datei - somit neutral und alles gut.

Dieser Herr meinte zu Beginn noch, er sehe nicht den Sinn darin, diese Datei weiter zu pflegen, dann wiederrum meinte er von der Datei gar nichts zu wissen, da sie aus der Arbeitsroutine einer vorangegangenen Bereichsstruktur stamme. Hierzu sei gesagt, die neue Struktur gibts seit 01/2007 = seit 1 Jahr = seit 1 Jahr hat er sie ignoriert - nicht wissen zählt nicht, E-Mails sind bereichsübergreifend versandt worden und jeder GL wußte, wo die Infos abgelegt liegen. Das der zuständige Chef hier nicht nachgehalten hat, ist auch möglich. Jedenfalls meinte der Kollege noch, da sich ja in 2008 wieder alles verändert, stimmen dann Teile nicht mehr und er sehe keinen Sinn darin, hier noch etwas einzutragen. (es besteht übrigens noch kein konkreter Zeitrahmen, wann die Veränderung genau eintreten wird, d.h. im Januar und sicher auch im Februar wird es Kollegen geben, die diese Datei noch immer verwenden werden)

Da selbst hier schon jede dafür sprechende Argumentation von ihm abgewehrt wurde, wollte ich das Telefonat schließlich damit beenden, daß ich ihm sagte, es sei mir "scheißegal, ob Sie dort was eintragen oder nicht, ich habe dem Wunsch der Kollegen entsprochen, die Datei zu aktualisieren - mehr nicht. Wenn er meint, etwas anderes machen zu wollen, bitte, seine Entscheidung.

Darauf hin tickte er aus und begann erneut meinen Ton zu kritisieren. Gut - ich war frech, aber mittlerweile auch super genervt. Nein, es war nichts persönliches, die Arbeit die ich da rein gesteckt habe, war reine Auftragsarbeit und nicht von persönlicher oder gar künstlerischer Natur. Nur seine nicht enden wollenden negativ Argumente für oder gegen diese Datei waren bei mir fehl am Platz, damit hätte er sich an seinen Vorgesetzten wenden sollen, der mir u.a. diese Arbeit aufgegeben hatte.

Ihm das zu sagen, wurde mir erneut verwehrt (=er redete ununterbrochen und ließ mich nicht zu wort kommen).

Denn jetzt war er "warm gelaufen" und meinte (ich habe später erfahren, daß das sein letzter Tag vor dem Weihnachtsurlaub war - er hatte also vielleicht STreß alles rechtzeitig fertig zu kriegen) "....ihn würde es sowieso "ankotzen", mich morgens schon anrufen zu müssen und sich mit mir rumärgern zu müssen.." / "...meine Kollegen ginge das genauso. Die haben solche Angst vor Ihnen, die trauen sich schon gar nicht mehr hoch zu Ihnen..." / "...und was oder ob ich etwas in Farbe ausdrucke, geht Sie einen SCheißdreck an!!!!..." (ich bin auch dafür verantwortlich, daß eben nicht jeder den super teuren Farbdrucker benutzt, der dem Chef gehört. Ich habe lediglich gefragt, ob er eine Präsentation vermisst, die noch im Drucker lag (der Drucker steht bei mir im Büro - ganz anderes STockwerk - als der Kollege - )und ob er diese tatsächlich in Farbe benötige.... und das nett und freundlich.

Mein Kommentar darauf: "Sie haben recht, dieser Zustand ist nicht akzeptabel, dies wird sich ab dem 31.01. ändern." (ich fange am 1. FEb. einen neuen Job an - fern von ihm - das weiß er wohl nicht)

Ich war so fertig - während er all das sagte, blieb mir das Herz im Halse stecken. Ich bin hier Sekretärin und werde von 5 bestehenden (+ 1 Chef) Bereichen in 2 bzw. 3 manchmal auch 4 Bereichen (MA gesamt - ca. 500!!!)eingesetzt und werde außerdem immer höchstpersönlich vom großen Chef eingesetzt, wenn seine Assi im Urlaub ist. Ich bin bekannt und bei den meisten beliebt in der Firma, helfe jedem und immer und sage selten nein, bekomme täglich Komplimente und Dankeshymnen von Kollegen, was mich immer sehr freut und mich immer darin bestätigt hat, wie toll der Beruf der Sekretärinn sein kann, weil ich es liebe anderen zu helfen )

Nun komme ich nicht darüber hinweg. Nein, ich habe keine Angst, daß er zum BR rennt - auch nicht zu meiner Vorgesetzten, die mich übrigens nicht leiden kann. Er hatte übrigens aufgelegt und gleich danach versucht meine Vorgesetzte zu erreichen. Sie war in einem Termin und hatte auf mich umgeleitet. Ich ging dran und der Kollege schreit ins Telefon "ich wollte nicht Frau Meier, ich wollte Frau Müüüüüüüüüülller!!!!" - ich nur: "Tschuldigung, sie hat ein Gespräch und auf mich umgeleitet" - den Satz kaum ausgesprochen, knallte er erneut den Hörer zuerst auf.

Nun zurück zu meiner Reaktion. Die Angst, daß er irgendwo petzen geht, verflog schnell, nachdem ich die Situation 100 mal in meinem Kopf nachgespielt hatte, mich auch mit 2 sehr engen Freundinnen besprochen hatte, eine, auch eine Kollegin mir noch erzählte, ihm eile ein Ruf voraus, der sein Verhalten bestätigt - ich solle es mir also nicht zu Herzen nehmen.

Aber je mehr ich darüber nachdachte, je mehr fühlte ich mich ehrlich verletzt. Für mich hatte dieser Mann eine Grenze übertreten, die ich bezogen auf Büro-Zickenkrieg, Kollegen-Kleinkrieg der allseits bekannten und verhassten Bürokratie oder gar bezogen auf cholerische Chefs etc. pp. nicht mal annähernd in die selbe Schublade tun könnte, weil ich ernsthaft verletzt und gekränkt bin. Ich fühle mich zum Teil im Recht und weiß nicht, wie ich und ob überhaupt eine Klärung, zumindest jedoch ein Gespräch zwischen ihm und mir stattfinden soll. Ich habe mir sogar ein Buch zum Thema Konfliktmanagement gekauft, das jedoch meist zu allgemeine Bsp. und keine für mich passenden Vorschläge macht.

Ich habe nicht vor zum BR oder zu seinem Vorgesetzten zu laufen. Ich stelle mir eher vor, die Sache zwischen ihm und mir zu regeln. Ich wünsche mir natrürlich ein Zeichen der Reue oder der Entschuldigung bei ihm, da ich wie gesagt, hier echt beleidigt wurde und mir wirklich schlimme Gedanken gemacht habe. Es nagte sehr an meinem Selbstbewußtsein und zerstört ganz viel gutes und schönes, daß man die Zeit über von anderen erfahren hat. Eine echte Glaubenskrise kam über mich und ich habe auch viel geweint. Oder sollte ich es "einfach" ruhen lassen. Da ich nur den Bereich, nicht aber die Firma wechsle und er zumindest auf Betriebsfeiern mir über den Weg laufen könnte, will ich eine solche Sache prinzipiell nicht zwischen uns stehen haben, eher würde die Zeit helfen, die Sache zu "vergessen".

Ich sollte noch erwähnen, ich bin 30 - er Ende Vierzig - vielleicht schon Mitte/Ende Fünfzig?? Und ja, sonst kann ich damit leben, was andere über mich sagen, aber nicht immer und dann auch nicht besonders gut. Ich bin sehr fleißig und verstehe nicht, wie er mich nur so persönlich und menschlich angreifen kann, wenn ich nur meine Arbeit mache.

ICh habe euch hier das Ohr blutig gelabert und die Augen vom lesen verdorben, aber vielleicht habt ihr ja eine Meinung dazu, die ihr hier teilen möchtet. Würde mich sehr freuen)

Dickes Bussi,
eure Kim

P.s. Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen - bin doch krank und der Schädel brummt mir soooo

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Tillekat

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Hey, wünsche erstmal fröhliche Weihnachten gehabt zu haben
Zu Deinem Problem: Also ehrlich gesagt weiß ich garnicht, wo das Problem üerhaupt liegt? Kann Dir doch links oder rechts am Hintern vorbeigehen, was der Typ denkt und sagt??? Also mir wär's total egal, ist doch sein Problem, wenn er nichts in die Datei einträgt - er muß sich doch dann ggf. vor seinen Vorgesetzten verantworten und nicht Du. Du hast Deinen Job erledigt und damit fertig. Also für mich wär der Drops gelutscht, denn das Leben ist ja schon ohne so Heinis anstrengend genug. Pell Dir ein Ei drauf und laß Dir nicht Silvester versauen . Also: Guten Rutsch und trink nen Schampus extra auf den Typ

Streßfreie Grüße
Tillekat

Nette Grüße
von dat Tillekat

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Die Stunde des Siegers kommt für jeden irgendwann!

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AssiMaus

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27.12.2007
Beiträge: 4
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Tillekat,
klasse, deine Antwort....habe herzlich gelacht) Es ist zwar nicht die Antwort, die ich erwartet hatte, etwas mehr hätte ich mir gewünscht, wie z.B. Meinungen zu den Sprüchen von dem Typen zu bekommen, weil ich sowas echt noch nie gehört hab. Klar kann ich auch mal ne Zicke sein, aber da wird anders mit umgegangen...und das legt sich dann meist wieder....aber der Heinzelmann hat mich schon ziemlich angegriffen...aber wie gesagt - deine Antwort - "pell dir ein Ei drauf" - finde ich so endgeil lustig, daß ich das mal so versuchen werde)

lg,
Kim

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Tillekat

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Jenau, SO is dat richtich! Lach den Typen einfach aus das nächste Mal, sag ihm: "Ihr Problem, nich meins" und - klickdüüüüt- Hörer auflegen.

Mach Dir das Leben so schön, wie es nur irgendwie geht und laß dich auf keinen Fall von Schwachmaten wie "Mr. Ich-will-aber-nix-inne-Datei-schreiben" nerven. Der hat einfach keine Manieren, Ende, Aus, lach drüber

Nette Grüße
von dat Tillekat

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Gemini

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10.08.2004
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Hallo Kim,

ich hoffe, Du hast Dich wieder „beruhigt“ und es geht Dir besser.

Ich überlege grad, was da passiert ist.

Da ist auf der einen Seite ein Kollege, der „nicht einfach“ ist. Man muss ihn vorsichtig anfassen, und er hat Stress, weil er am letzten Arbeitstag noch irgendwas fertig machen muss.
Auf der anderen Seite die Kollegin, die „mental derzeit aufgrund von privaten Problemen sowieso ziemlich verletzlich und angreifbar“ ist. Sie wird schnell ungeduldig, und erwartet, dass ein leicht falscher Ton ihrerseits, erstmal entschuldigt werden sollte.
Das ist das Pulverfass, bei dem ein Funke genügt….

Dein „scheißegal“ war dann – im Zusammenhang mit „Altlasten“ aus vergangenen Reibereien - wohl der Funke. Es hat kräftig geknallt, das ist nicht mehr zu ändern. Wer jetzt wann und wo mehr „Schuld“ hat, ist wahrscheinlich egal, Ihr solltet da alle Beide erstmal vor der eigenen Tür kehren. Wenn Du sowieso bald den Bereich wechselst, würde ich versuchen Gras über die Sache wachsen zu lassen, möglicherweise renkt es sich so wieder ein, oder Du hast nur noch minimale Berührungspunkte mit dem Kollegen, dass Du mit der Situation klar kommst. Alles andere wäre nur „Öl ins Feuer gießen“.

LG
G.

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Alleinzuhaus1

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Ihr habt wohl beide keinen so guten Tag gehabt. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass auch als 'schwierig' verrufene Kollegen für einen selber sehr gefährlich werden können. Mit ihm dürfte die Situation nicht zu klären sein, weil zwischen Euch ganz einfach die Chemie nicht stimmt. Offiziell würde ich auch nichts mehr unternehmen. Ich sehe Deine Probleme auch darin, dass Deine direkte Vorgesetzte Dich nicht mag und Du daher von ihr auch keine Unterstützung zu erwarten hast. Da haben sich schon zwei aus der GF-Ebene gefunden, bei denen Du kein Stein im Brett hast. Selbst wenn Du jetzt auch den Bereich wechselt, würde ich überlegen, ob ich die Sache dem Betriebsrat vertraulich erzählen würde - nur damit er informiert ist. Wer weiß, wie es sich in der Firma entwickelt und Du evtl. in einiger Zeit doch wieder Berührungspunkte mit dem Kollegen/Deiner Vorgesetzten hast und es dann zum offenen Krieg kommt und man Deinen Kopf fordert. Dann ist es ganz gut, wenn der Betriebsrat weiß, was vorher wirklich gelaufen ist.

Leider ist die Arbeitswelt heute ein Löwenkäfig. Ich kann irgendwie schon nachvollziehen, dass Du so reagiert hast. Wahrscheinlich brauchst Du den Namen von dem Kollegen nur hören bzw. ihn sehen und schon bist Du auf 200, weil der liebe Kollege keine Möglichkeit auslässt, Dir zu zeigen, was er von Dir denkt bzw. hält. Da er weiß, dass Deine Vorgesetzte auch nicht hinter Dir steht, hat er freies Tanzen. Schaff Dir für die letzten 4 Wochen ein dickes Fell an und informiere den Betriebsrat sicherheitshalber (wenn Du ein gutes Verhältnis zu den Mitgliedern hast). Man trifft sich im Leben immer zweimal ...

Alles Gute im Neuen Jahr.

LG
Alleinzuhaus

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AssiMaus

Mitglied seit
27.12.2007
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Hallo an alle, die geantwortet haben und ein frohes Neues wünsche ich in die Runde)

Ich habe definitiv ein paar gute Tips hiervon mitgenommen, danke euch dafür.

Eine Sache möchte ich noch aufklären, betreffend dem Beitrag von Alleinzuhaus1.

Was eben nicht ist, ist daß ich wenn ich nur seinen Namen höre auf 200 bin. Ich hatte nie irgendetwas gegen diesen Kollegen, auch schien er mir nie ein Problemfall (nicht mal, daß er einer werden könnte) weil die Berührungspunkte mit dem Kollegen sonst immer freundlich und sachlich waren. Alleine bei Diskussionen über die Sinnhaftigkeit meiner Mails samt Aufforderung an die GL's war er immer ein Querschläger und ja - ich bin auch oft stur - wenn es um meine Arbeit geht. Sonst haben wir ein höflichen und von meiner Seite als Assi sowieso einen stets freundlichen (ja - bitte, ja gerne doch...kein Problem...) Umgangston gehalten. Selbst nach den ersten beiden "unfällen" mit ihm, bin ich danach cool geblieben und stets freundlich. Eben deshalb ist es noch mehr irritierend, daß wenn es gekracht hat, es so schmutzig wurde. Und wie gesagt - beruhigt habe ich mich immer.

Das letzte mal hat mir einfach nur einen persönlich Tiefschlag eingebracht, den ich so in meiner beruflichen Laufbahn noch nie - selbst wenn ich offensichtlichen Mist gebaut habe - erlebt habe. Seine Beleidigungen haben mich tief gekränkt. Ich werde jedoch in gewohnter Weise höflich und freundlich sein und bei der nächsten nahenden Krise sofort meine Zunge verschlucken und das TElefonat schnellstens beenden um nicht evtl. erneut provoziert (oder gar beleidigt) zu werden. Wie heißt es so schön... der Klügere .... so! Basta!

eure Kim

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