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Neuer französ. Chef - mein Thread vom 11.10.2004

Patti

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30.07.2003
Beiträge: 186
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Hallo Holiana,

schade, dass Du so schlechte Erfahrungen machen musstest. Aber ich finde es gut, dass Du sehr erfolgreich die Konsequenzen gezogen hast und wünsche Dir viel Spaß und Erfolg bei Deiner neuen Aufgabe.

LG
Patti

Niemand ist den Frauen gegenüber aggressiver oder herablassender als ein Mann, der sich seiner Männlichkeit nicht ganz sicher ist. - Simone de Beauvoir

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Sabinchen

Mitglied seit
07.01.2003
Beiträge: 855
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Holiana, schön, dass du noch Rückmeldung gegeben hast, hat mich nämlich sehr interessiert, weil ich bis vor kurzem auch einen französischen Chef hatte. Ich hoffe ebenfalls, dass man diese Verhalten nicht verallgemeinern kann, wobei ich in Ansätzen meinen Chef wiedererkenne

Herzlichen Glückwunsch aber zum neuen Job und viel Erfolg, dass es dort besser wird!!!
--

... hat sich ausge-cheert!
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Holiana

Mitglied seit
19.03.2003
Beiträge: 4
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Hallo,

leider kann ich den Thread von damals nicht mehr hochholen, habe hier also kurz herauskopiert, was ich damals geschrieben habe:

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11.10.2004, 15:09 Uhr

Holiana

Hallo liebe Alle,

ich bekomme demnächst einen französischen Chef, also wirklich französisch, er sitzt eigentlich in Paris, kommt aber jetzt wöchentlich für 1-2 Tage in unser Büro. Habt Ihr positive/negative Erfahrungen mit französischen Chefs? Gibt es etwas, was ich unbedingt beachten sollte?

Vielen Dank

Holi
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So, und nun erst mal (wenn auch verspätet) vielen Dank für Eure Antworten von damals.

Ich wollte Euch eine Zusammenfassung der vergangenen 5 Monate nicht vorenthalten.

Nun, der französische Chef (kurz: FC) kam, sah und ... kündigte erst mal einen Kollegen. Ich habe dann einen Ersatz gesucht, gefunden und er hat ihn eingestellt. So weit, so gut.

FC ließ sich dann ca. alle zwei Wochen mal einen Tag lang blicken und rief ungefähr ein- bis zweimal pro Woche bei uns an. Jedes Mal, wenn er auftauchte, gab er jedem irgendwelche Aufgaben, die unbedingt erledigt werden müssen, die aber nicht Hand und nicht Fuß hatten. Eine Strategie für den Vertrieb oder das Marketing hatte er nicht. Das gab er offen zu.

Irgendwann Ende November wurde noch ein Kollege für den Vertrieb eingestellt und dafür ein anderer entlassen, genau in dieser Reihenfolge. Für die Vertriebsposition hat er u. a. eine junge Dame eingeladen, bei der sich herausstellte, dass sie nur Erfahrung im Telefonvertrieb (Vertriebszyklus: 90 Sekunden) hatte. Da haben sich meine Kollegen aufgebäumt, denn wir brauchten jemanden, der Erfahrung mit langen Vertriebszyklen hat. Antwort FC: ?She?s good as long as she can blow my ...!?

Im November habe ich fast völlig allein und doch erfolgreich unseren Messeauftritt vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet. Ich war jeden Tag mindestens 10 Stunden im Büro, was für mich wirklich kein Problem ist, schließlich hat es mir Spaß gemacht und ich war hoch motiviert. Ich habe sogar jedes WE Arbeit mit nach Hause genommen.

Und im Dezember sagte FC mir, meine Leistung wäre nicht ausreichend. Ich bat um Details, was ich verbessern könnte, wo er meine Schwächen sieht, woran ich unbedingt arbeiten müsse. Antwort: ?Ich habe jetzt keine Lust darüber zu reden. Wir sprechen nächste Woche.?

Als er dann zwei Wochen später wieder bei uns war, habe ich einen Termin mit ihm vereinbart. Ich habe ihm gesagt, was ich in diesen zwei Wochen geändert habe, z. B. habe ich die Kommunikation mit meinen Kollegen sehr verstärkt (ich bin eigentlich sehr ruhig, rede nicht so viel). Abwesendes Kopfnicken mit der Antwort: ?Ich habe keine Lust jetzt darüber zu reden.? habe ich geerntet.

Allmählich sickerte durch, dass die finanzielle Situation des Unternehmens mehr als schlecht ist. Allerdings erst seit Mitte 2004. Also genau ab dem Zeitpunkt, seit FC die Verantwortung für den weltweiten Vertrieb hat. Leider lässt sich das nicht mehr ändern; die deutsche Niederlassung sollte schon Ende 2004 geschlossen werden. Noch ist nichts passiert, aber es kann sich nur um Wochen handeln.

Im Januar habe ich angefangen, mich zu bewerben, und habe Gott sei Dank ab dem 1. April einen neuen Job.

Ich habe hier angefangen, weil ich die französische Sprache und die Franzosen sehr gerne mochte. Die Sprache und die Franzosen, die ich privat kenne, mag ich auch immer noch, daran hat sich nichts geändert. Aber ich habe für mich beschlossen, dass ich in den nächsten Jahren nicht wieder für einen französischen Vorgesetzten arbeiten werde.

Ich habe mich für ein deutsches, jedoch international ausgerichtetes Unternehmen entschieden. Und ich freue mich sehr darauf.

Jetzt ist es doch recht lang geworden, aber ich wollte schon seit langer Zeit Feedback geben, wie es bei mir gelaufen ist.

Liebe Grüße
Holiana

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Tortuga

Mitglied seit
30.09.2002
Beiträge: 177
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Hallo Holiana,
na, das sind ja tolle Erfahrungen mit Deinem FC, wobei ich hoffe, dass dieses Beispiel nicht repräsentativ für FCs ist.

Auf jeden Fall kannst Du froh sein, dass Du da weg kommst. Herzlichen Glückwunsch, dass es so schnell geklappt hat mit einem neuen Job - ist ja auch nicht selbstverständlich heutzutage.

Du hast hoffentlich noch ein paar Urlaubstage vorher bzw. kannst die vielen Überstunden abbauen, damit Du den alten Kram abschütteln und Kraft für die neue Aufgabe sammeln kannst.

Viel Glück im neuen Job!

Tortuga

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Olivia

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23.08.2001
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Oh mein Gott, du machst mir ja Mut! Ich bin ja auch in einem frz Unternehmen, und böse Zungen behaupten schon jetzt, der nächste Oberboss wird ein FC. Na Bravo, lang halte die Gesundheit des jetzigen!!!

Danke und dir alles Gute im neuen Job!

LG
Olivia

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Holiana

Mitglied seit
19.03.2003
Beiträge: 4
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Vielen Dank für die lieben Wünsche.

Tortuga, ich glaube nicht, dass mein Noch-Vorgesetzter repräsentativ ist und man von ihm auf alle französischen Chefs/Chefinnen schließen darf. Er ist einfach ein Chaot. So habe ich ihn anfangs liebevoll genannt, weil er sich zuviel zumutet, nicht delegiert, auch nicht an die Vertriebler; er ist vollkommen zugeschüttet mit Arbeit, nicht zuletzt deswegen, weil er es anderen nicht zutraut.

Tulipa, ja, an den Napoleon habe ich auch so manches Mal gedacht. Allerdings hat er noch den CEO hinter sich, während der Vertrieb nicht klarkommt mit ihm.

Ich war zu Anfang seine absolute Vertrauensperson. Selbst der CEO hatte mich nach einem Messetag um ein persönliches Gespräch gebeten, in dem er mich bat, während der Abwesenheit meines Chefs ein Auge auf die Kollegen zu haben, wegen der Pünktlichkeit, Raucherpausen und ähnliches.

Da ich sowieso liebevoll mit meinen (leider nur männlichen) Kollegen umgehe, ihnen ganz selbstverständlich Tee koche, wenn sie erkältet sind, gab es auch keine Probleme damit.

Erst als Ende November der neue Vertriebskollege dazugekommen ist, wurde ?aufgemischt?. Er hat bereits am 2. Arbeitstag versucht, bei mir über den anderen Vertriebskollegen abzulästern. Ich habe ihn gebeten, sich noch einige Tage einzuarbeiten, um sich ein besseres Urteil bilden zu können.

Allerdings will er sich offensichtlich kein Urteil bilden; er lästert jeweils bei anderen Kollegen über nicht Anwesende ab. Sätze wie: ?Was macht der eigentlich den ganzen Tag?? ?Also ich brauche seinen Support nicht, der kann ja gar nichts.?

Urlaub habe ich noch 14 Tage, die nehme ich auf jeden Fall im März. Überstunden abarbeiten geht nicht, denn die werden hier nicht gerechnet. Macht auch nichts. Ich habe um Freistellung gebeten. Die Kündigung habe ich schon per Einschreiben am Montag zum Headquarter geschickt, und hoffe, dass sie bald dort ankommt. Bis jetzt habe ich noch keine Antwort.

Mein neuer Arbeitgeber hat mich gestern Abend angerufen und mich zu einem eintägigen Workshop eingeladen, wo ich meine neuen Kolleginnen und Kollegen kennen lernen kann und einen ersten Einblick in das Unternehmen bekomme.

Ja, dann bin ich wohl ein Aprilscherz im neuen Job ) ich bin wirklich froh und dankbar, dass es so schnell ging.

LG
Holiana

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Holiana

Mitglied seit
19.03.2003
Beiträge: 4
Hilfreich: 0

Ach herrje, Olivia, ich wollte Dir wirklich keine Angst machen! Wie gesagt, dass es bei mir der französische Chef war, sollte nicht verallgemeinert werden.

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Tulipa

Mitglied seit
03.05.2004
Beiträge: 358
Hilfreich: 0

Holiana,

es war sehr interessant, noch mal von dir zu hören, was aus der Sache geworden ist. Ich habe dir damals wahrscheinlich schon geantwortet, dass ich auch vorübergehend einen französischen Chef hatte (Vorstandsebene), der sich aufführte wie ein kleiner Napoleon und in kürzester Zeit die komplette Geschäftsführung sowie den Vertrieb gegen sich hatte. Er ist ja später gefeuert worden.

Trotzdem mag auch ich die Sprache und das Land und seine Menschen nach wie vor sehr. Vive la France! )

In deiner neuen Firma fängst du ja quasi als "april-Scherz" an. Ich sehe es für dich als gutes Omen. Ich habe hier damals auch am 1. April angefangen und fühle mich (meistens) sauwohl.

Alles Gute für dich!
Tulipa
--

Tulipa [img:1363310f42]http://www.zwergen-entertainment.de/zs/Tiere/tiere/057.gif[/img:1363310f42]

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