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Internet und Email-Nutzung im Büro

Desperado

Mitglied seit
10.01.2004
Beiträge: 317
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Ganz einfach:

Wenn Du nicht unterschreibst, kann Dein Chef Dir den Hahn zum Internet abdrehen, soll heißen: Du bekommst keine e-mail-Adresse und keinen Zugang zum Internet mehr.

Eine solch restriktive Vorgehensweise ist - leider - das wirklich einzige Mittel, daß die deutschen Arbeitsgerichte den Arbeitgebern gelassen haben, privates Surfen und Mailen am Arbeitsplatz zu verbieten. Ein Verstoß gegen diese ganz klare Anordnung kann eine Abmahnung oder im schwerwiegenden Fall (Pornoseiten) eine fristlose Kündigung zur Folge haben. Die weniger restriktiven Arbeitsanweisungen hatten vor den Gerichten bei den Kündigungsschutzklagen keinen Bestand, weil sie "nicht eindeutig formuliert" waren.

Und damit wissen auch die anderen, die angeblich nur zwei mails im Monat bekommen oder versenden, daß sie das nicht dürfen und dafür abgemahnt oder im Wiederholungsfalle gekündigt werden können.

Viele Grüße

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Lale

Mitglied seit
28.09.2001
Beiträge: 16
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Hallo Andrea,
ich werde später mal "Liebling" (der kurze Jurist im Forum) eine Info geben das er sich mal bei dir meldet.

Er ist in unserer Firma für solche Themen zuständig und kann dir dann natürlich auch sagen wie der rechtliche Hintergrund aussieht.

Gruß
--
Lale

"You can`t stop the waves but you can learn to surf"

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Andrea68

Mitglied seit
29.01.2004
Beiträge: 594
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Ich kann den Hintergrund auch verstehen, keine Frage. Wahrscheinlich haben viel hier das schamlos ausgenutzt. Dazu habe ich gar keine Zeit, außer Chef ist im Urlaub.

Aber: Wenn mein Schatz mir (wie gestern) eine kurze Email schreibt, wann ich denn zum Essen komme und ob ich lieber dies oder das essen möchte und ich mit 3 Sätzen antworte, dann ist das ja schon verboten. Und das kann es in meinen Augen nicht sein!

Oder die Kollegin in der Buchhaltung, die superfleißig und korrekt ist, kam nach dem Lesen dieser Vereinbarung zu mir und fragte, ob sie die 2 (!!!) privaten Mails im Monat nun nicht mehr bekommen darf.... beides Newsletter, einmal ein Wollversand, einmal Tupper.... Also da schüttel ich dann meinen Kopf...

Wie gesagt, die große Frage ist, was passiert oder passieren kann, wenn ich eben nicht unterschreibe...

Danke Euch schon mal - her mit weiteren Tipps
--
Liebe Grüße
Andrea

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

Liebe Grüße
Andrea

Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

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EE

Mitglied seit
21.09.2004
Beiträge: 465
Hilfreich: 0

Hallo Andrea,

ich verstehe dich nicht so ganz. Wenn dein Chef es euch (über das WIE kann man streiten, anderes wäre bestimmt besser gewesen) untersagt, auf Firmenkosten zu surfen (auch das Lesen und Beantworten von Mails kostet Zeit) oder euch anderweitig vom Arbeiten abzuhalten, dann ist es doch sein gutes Recht.

Ich glaube, wenn du da jetzt anfängst mit nem RA zu sprechen, und dich "verweigerst" was die Unterschrift betrifft, wird das Verhältnis nicht besser dadurch.

Wenn du im täglichen Geschäft viel auf das Internet bzw. E-Mails angewiesen bist, wird er es doch wissen und dir nicht die Leitung abklemmen. Vielleicht solltest du mit ihm das Gespräch suchen.

--
[red]liebe Grüße Emily-Erdbeer[/red]

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Bela

Mitglied seit
03.02.2005
Beiträge: 54
Hilfreich: 0

Hallo zusammen,

bei uns hatte bis letzte Jahr auch noch jeder einzelne MA einen Internet-Zugang auf seinem Rechner. Nachdem jedoch einige MA dies "schamlos" ausgenutzt haben und mehr Zeit am Tag mit surfen und dem Senden von priv. E-Mails verbracht haben, hat unser Chef folgende Regelung eingeführt:

1. Alle eingehenden E-Mail landen in sog. "Sammelpostfächern" der jeweiligen Abteilungen. Schreibt jemand also eine Mail an "vorname.nachname@firma.de", so landet diese Beispielsweise im öffentlich zugänglichen Postfach "info@firma.de". Alle MA wurden informiert, dass dies ab dem Tage X gilt, und siehe da, es hat funktioniert...

2. Jeder MA (ausser Führungskräfte) haben nur noch eingeschränkten Zugang ins Internet (z.B. Telefonbuch.de...) Benötigt man weitere Seiten, muss dies beim Admin angemeldet und entsprechend eingerichtet werden.

3. Im Gegenzug dazu sponsort die Firma ihren MA private Internetzugänge für zu Hause, d.h. jeder MA kann sich auf Firmenkosten zu Hause einen privaten Internetzugang einrichten, Rechnungsstellung erfolgt über die Firma, diese übernimmt einen Betrag bis zu 25 Euro monatlich für Verbindungsentgelte. Damit hat mein Chef die "Vielsurferei" einfach in die Freizeit der MA verlegt.

4. Mein Chef hat einen eigenen "Internet-Arbeitsplatz" einrichten lassen, der allen MA z.B. während der Mittagspause oder nach Feierabend zur Verfügung steht.

Zum Glück bin ich davon nicht betroffen, habe weiterhin mein priv. Postfach und freien Internet-Zugang, aber was haltet ihr generell von so einer Lösung?

Ich fand´s erst gar nicht gut, aber auf der einen Seite kann ich meinen Chef schon verstehen....U

LG, Bela

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Andrea68

Mitglied seit
29.01.2004
Beiträge: 594
Hilfreich: 0

Ihr Lieben,

wir haben KEINEN Betriebsrat. Dann wäre es ja so gewesen, dass dieser die Vereinbarung für die MA unterschreibt. Ich kenne solche Verinbarungen von Bekannten, da ist dann normalerweise eine private Nutzung dahingehend gestattet, wenn es die Arbeit nicht beeinträchtigt. Damit könnte ich ja auch leben.

Frage: Was kann der AG machen, wenn ich nicht unterschreibe? Weiß das vielleicht Jemand?

Danke Euch!
--
Liebe Grüße
Andrea

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

Liebe Grüße
Andrea

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Andrea68

Mitglied seit
29.01.2004
Beiträge: 594
Hilfreich: 0

Kann.... aber dann kann ich nicht mehr arbeiten, vor allem nicht ohne Email, weil das der hauptsächliche Kontakt zu unseren ausländischen Partnern ist.

Das war auch nur ein Beispiel mit der Kollegin, in dem Fall finde ich das besonders hart...

Es ist ja auch die Art und Weise, den MA einfach so eine Vereinbarung zur Unterschrift auf dem Schreibtisch zu legen, kein Kommentar dazu, das fördert nicht gerade den Firmenfrieden.

Ich denke, ich werde mich bei einem Anwalt erkundigen müssen.... schade, das wollte ich eigentlich nicht.
--
Liebe Grüße
Andrea

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Liebe Grüße
Andrea

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Hi!
Das fällt eher in den Bereich "Weisungsbefugnis des Arbeitgebers". Klar kann der Dir die Nutzung von Betriebsgütern, Einrichtungen und Eigentum vorschreiben.
Wichtig ist das vor allen Dingen, um die Eingriffsbegungnisse zu regeln. Wie Du schon schreibst, ist da das BDSG entscheidend, regelt aber dann nur euren Mailverkehr innerhalb der Firma. Wie sieht es aus, wenn Du eine Mail von einem Forumsteilnehmer bekommst. Da ist eure Firma doch überhaupt nicht dispositionsbefugt, in diese Mail reinzugucken, wenn Sie auf Eurem Exchangeserver liegt.

Hierzu mal folgenden Link. Einfach genial. Das sprengt jede Vereinbarung. Guck mal nach, ob eure GF sich daran hält...

http://www.heise.de/newsticker/meldung/55201

Grüße aus dem hohen Norden...

Liebling

--
Alles ist gut!

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esmeralda

Mitglied seit
13.02.2005
Beiträge: 64
Hilfreich: 0

Hallo Andrea,
leider hat dein Chef das Recht dir privates Surfen und eMails zu verbieten - allerdings, (s. u.) ist die Grenze zwischen privat und dienstlich nicht immer leicht erkennbar (das Forum hier ist ja durchaus auch dienstlich, oder ). Habe dir einen Auszug von einem Gerichtsurteil beigefügt, dass dieses leider auch bestätigt...

Arbeitsgericht Wesel: ... der Arbeitgeber einer Buchhalterin fristlos gekündigt hatte, weil sie angeblich innerhalb eines Jahres 80 bis 100 Stunden privat gesurft hatte. Das Gericht hielt die Kündigung für unzulässig, weil der Arbeitgeber kein klares Verbot ausgesprochen hatte. Ebenso wie beim privaten Telefonieren sei es Sache des Arbeitgebers, die Regeln der Nutzung von Betriebseinrichtungen für den persönlichen Gebrauch seiner Angestellten klar zu definieren.

Liebe Grüße
Esme

--
Der Hahn kräht ... aber das Ei legt die Henne!

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nonem

Mitglied seit
18.01.2005
Beiträge: 161
Hilfreich: 0

Betriebe können einen dazu "nötigen", alles mögliche zu unterschreiben. Sobald das, was Du unterschreibst, gesetzwidrig ist, ist der ganze Schmonz sowieso hinfällig. Soweit ich mich erinnere, ist ein Teil privates Emailing genauso erlaubt, wie Telefonieren und darf nicht abgehört/gelesen werden. Aber wer solle das auch tun? Solange Du nichts Schlimmes über die Firma und Kollegen schreibst oder andere Firmeninterna nach außen dringen lässt - wer sollte Dir da schon was anhängen? Frag` doch mal bei der Gewerkschaft nach, inwieweit solche Dinge überhaupt zulässig sind. Mein Beileid zu Eurem Betriebsrat, habe festgestellt, dass die Betriebsräte inzwischen auch nicht mehr das sind, was sie mal waren und ihr Fähnchen immer schön nach dem Wind drehen.
--
nonem

Die Wurzel allen Übels liegt im Schwachsinn, während die Wurzel des Schwachsinns nicht unterschätzt sein sollte! (Brösel)

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