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Generelle Frage zum Thema "schlechte" Mitarbeiter

yoshi

Mitglied seit
07.12.2005
Beiträge: 119
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Das Problem ist doch, dass viele Vorgesetze lange Zeit die Augen zumachen und Schlechtleistungen nicht ahnden.

Würden sie sich rechtzeitig mit dem Mitarbeiter auseinandersetzen, könnten manche Entwicklungen vermieden werden. Hier ist auch die Verantwortung des Arbeitgebers gefragt. Ich bin für klare Ansagen, wenn jemand dauernd zu spät kommt, Zeiterfassung missbraucht, ständige Kurzfehlzeiten hat, dann muss man reden, gegebenenfalls abmahnen und im schllimmsten Fall auch die endgültigen Konsequenzen ziehen.

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Y1

Mitglied seit
28.02.2002
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Hallo zusammen,

ich weiß, das ist ein heikles Thema am frühen Morgen.
Mein Chef hat mich gestern drauf gebracht. Wir haben natürlich auch - wie wahrscheinlich überall - an dem einen oder anderen Mitarbeiter keine große Freude. Ich will jetzt gar keine Beispiele nennen, die gibt´s ja zu Hauf.
Wie geht ihr damit um bzw. wie wird in euren Firmen damit umgegangen? Bei uns wird in Mitarbeitergesprächen dann zwar gesagt, dies / jenes muss bitte verbessert werden. Andererseits weiß der Mitarbeiter ja, dass er nicht gekündigt werden kann. Problematisch ist ja nicht nur die schlechte Arbeitsleistung eines solchen Mitarbeiters, sondern auch die Wirkung auf die anderen Kollegen. Oder anders ausgedrückt: die anderen Kollegen setzen sich ein und machen ihren Job wirklich gut und sehen dann auf der anderen Seite solche Mitarbeiter, die sich eben so durchmogeln, einfach faul sind, ständig ein/zwei Tage (ohne Krankenschein fehlen) usw. Das demotiviert natürlich.
LG
Y1

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Hazett

Mitglied seit
17.05.2005
Beiträge: 1164
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Wenn der Anteil der "unmotivierten" Mitarbeiter ansteigt ist dies oft ein Problem das in der Führungsschwäche der jeweiligen Vorgesetzten begründet ist. Diese wollen sich damit aber nicht auseinandersetzen - sonst müsste man ja womöglich das eigene Verhalten reflektieren und - völlig unvorstellbar für sie - Fehler eingestehen.

Herzlichst, Hazett

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Y1

Mitglied seit
28.02.2002
Beiträge: 685
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Ich danke euch für eure Meinungen. Offenbar ist es ja so, dass diese Problematik durchaus erkannt wird.
Ich kann nur von unserer Firma hier ausgehen. Ein Großteil der Mitarbeiter ist wirklich sehr engagiert. Aber es gibt es auch bei uns "schwarze Schafe". Hier versucht man, mit einem Vorgesetztenwechsel Änderungen herbei zu führen. Die Strukturen hier sind sehr offen und der Managementbereich ist sehr flach, insofern ist ein solcher Wechsel eher unproblematisch.
Ich finde es einfach schlimm, da die Folgen gar nicht abzuschätzen sind. Wir Deutschen mögen ja festgehaltene Pläne, Prozesse und Leitfäden - für dieses Problem scheinen die wenigsten Firmen zumindest eine Art Hilfestellung "in der Schublade" zu haben. Das ist sehr schade.
LG
Y1

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dulcinea

Mitglied seit
21.09.2005
Beiträge: 36
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Oh ja, so was kenne ich auch. Ich frage mich immer wieder warum man solche Leute nicht kündigen kann! Nicht erbrachte Leistung/Schlechte Leistung sind doch Kündigungsgründe, oder irre ich mich da???

Bei uns weiss jeder über solche MA bescheid, jeder regt sich über die "schlechten" MA auf, sogar die GL!!! aber es wird nichts unternommen gegen die MA. Und das ist für mich unverständlich.
Wenn jemand tagein tagaus 5-10Minuten zu spät kommt ist das doch ein Kündigungsgrund! Und das ist nur ein klitzekleines Beispiel, da gibt es noch sooo viel mehr! Bei uns beschweren sich auch schon die Kunden über manche MA. Dann gibt es halt ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, eine Woche lang wird alles besser, bis der MA wieder in seinen alten Trott verfällt... und so geht das schon jahrelang. :?

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Desperado

Mitglied seit
10.01.2004
Beiträge: 317
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Y1:

Du triffst den Nagel auf den Kopf, wenn Du die Rolle der Personalabteilungen ansprichst. Sie KÖNNEN nicht nur unterstützend tätig werden, sie SOLLTEN es auch - sofern sie von den Umständen überhaupt Kenntnis haben. Ich definiere einen wesentlichen Teil meiner Aufgabe dadurch, daß ich "meinen" Betriebsleitern in solchen Fällen nicht nur beratend, sondern auch unterstützend aktiv zur Seite stehe.

Kurz:
Schlecht- oder Minderleistungen können nach vorhergegangenen Abmahnungen zu einer verhaltensbedingten Kündigung führen. Als Arbeitgeber ist man - entgegen einer weitverbreiteten Auffassung - nicht dazu verdammt, sich so etwas untätig gefallen zu lassen.

Bei häufigen Fehlzeiten wird der Medizinische Dienst der Krankenkassen praktisch nie gegen die Diagnose des behandelnden Arztes votieren, denn sonst übernimmt er die Verantwortung für evt. gesundheitliche Folgen. Allerdings hat man als Arbeitgeber auch div. Möglichkeiten, hier einzugreifen (Stichwort "Eingliederungsmanagement", § 84 SGB IX).

Wir konnten hier beispielsweise unter Federführung der Personalabteilung durch das enge Zusammenwirken von Krankenkasse, Betriebsarzt, betrieblichen Vorgesetzten, Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung die Arbeitsfähigkeit einer zuvor von ständigen Krankheiten erschütterten Abteilung wiederherstellen und die Anzahl der Krankheitstage auf 20%, verglichen mit dem Vorjahr, reduzieren. Das ist zwar ein Ausnahmeerfolg, aber immerhin, er zeigt, daß es funktionieren kann.

Liebe Grüße

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Mischa80

Mitglied seit
01.02.2006
Beiträge: 44
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[quote:4fca845da6="dulcinea"]Oh ja, so was kenne ich auch. Ich frage mich immer wieder warum man solche Leute nicht kündigen kann! Nicht erbrachte Leistung/Schlechte Leistung sind doch Kündigungsgründe, oder irre ich mich da???

Bei uns weiss jeder über solche MA bescheid, jeder regt sich über die "schlechten" MA auf, sogar die GL!!! aber es wird nichts unternommen gegen die MA. Und das ist für mich unverständlich.
Wenn jemand tagein tagaus 5-10Minuten zu spät kommt ist das doch ein Kündigungsgrund! Und das ist nur ein klitzekleines Beispiel, da gibt es noch sooo viel mehr! Bei uns beschweren sich auch schon die Kunden über manche MA. Dann gibt es halt ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, eine Woche lang wird alles besser, bis der MA wieder in seinen alten Trott verfällt... und so geht das schon jahrelang. :?[/quote:4fca845da6]

Wieso kenn ich das irgendwo her??? Mir ging es in der letzten Firma genaus so...nur war ich die gute und meine Kollegin war diejenige, über die sich die Kunden / Gl beschwert haben..naja ich musste dann doch gehen und sie durfte bleiben...so isses halt.

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TiniM

Mitglied seit
07.03.2006
Beiträge: 61
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Prinzipiell kann man gegen solche MA schon was tun, aber das muss natürlich vom Vorgesetzten oder der GL kommen. Dauerndes ZUspätkommen kann man zunächst mal mit einer Abmahnung ahnden. Passiert das dann innerhalb eines halben Jahres wieder, so kann der MA gekündigt werden.
MA die dauernd ihre 1-2-Tage-Krankheiten haben kann man zum Amtsarzt schicken, wenn der nicht feststellt ggf. auch abmahnen und bei wiederholung kündigen.
Das Problem ist nur, dass das mit Unannehmlichkeiten verbunden ist und die tut man sich einfach ungern an.
Am besten sagt man sich einfach "ich kann eh nix ändern und das liegt nicht in meiner Verantwortung" und ignoriert das ganze einfach. So mach ich es jedenfalls, denn alles andere deprimiert mich nur.

Ciao
Tini

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andrea1

Mitglied seit
21.02.2006
Beiträge: 168
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andauernde Schlechtleistung, häufiges Zuspätkommen, häufiges Fehlen, schlechte Zusammenarbeit sind Gründe für so genannte verhaltensbedingte Kündigungen. Voraussetzung dafür ist, dass es zeitnah Gespräche und Abmahnungen (mind. 2) gibt, dann kann fristgerecht gekündigt werden.
Wenn es gravierende Vorfälle gibt, wie Diebstahl, körperliche Angriffe kann fristlos ohne vorherige Abmahnung gekündigt werden.

LG A

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Y1

Mitglied seit
28.02.2002
Beiträge: 685
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Mhh, ich frage mich aber, warum wir denn so wenig unternommen? Ist es wirklich die "Angst" der Unternehmen, dass der Mitarbeiter einen Anwalt einschaltet?
Das Problem sind, denke ich, auch eher die nicht greifbaren bzw. dokumentierbare "Vergehen". Also eben nicht das Zuspätkommen, was ja dokumentiert werden kann. Sondern eher Unlust, Demotivation bzw. eine offen gelebte "Scheiß-egal-Einstellung".
Ich frage mich halt, wie kann man so etwas lösen? Liegt es wirklich am jeweiligen Vorgesetzten, dass negative Dinge ungern angesprochen werden oder dass es dem Vorgesetzten zu unbequem ist, den Mitarbeiter zu kritisieren? Oder sollte da (ab einer bestimmten Firmengröße) nicht doch die Personalabteilung unterstützend mit dem Vorgesetzten und dem Mitarbeiter zusammen, nach einer Verbesserung suchen.
LG
Y1

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