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Die Mitarbeiter über die Krankheit vom Chef informieren?

ladysilvi

Mitglied seit
28.12.2005
Beiträge: 5
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hallo

ich bilde in unserem kleinen unternehmen nun seit gut einem jahr die typische schnittstelle zwischen chef und mitarbeiter. es gibt neben mir noch zwei mitarbeiterinnen.

jetzt hab ich ein echtes gewissensproblem. ich weiß als einzige, dass unser chef sehr nierenkrank ist. er muss zwei mal die woche zur dialyse. das heißt also dass er an diesen tagen komplett ausfällt. und sonst auch oft krank aussieht.

bei den kolleginnen besteht schon lange deshalb eine falsche meinung. sie wissen es ja nicht. sie beschweren sich dass er nie da ist, sich nie kümmert und er sich einen "bunten" macht. ich versuche natürlich immer zu schlichten. habe auch schon erwähnt, dass es ihm nicht gut geht. jetzt kommen natürlich immer fragen was er denn hat.

was meint ihr? soll ich den beiden reinen wein einschenken oder soll ich das besser lassen. ich könnte mir vorstellen, dass er seine gründe hat, weshalb nur ich es weiß.... aber irgendwie zehrt das an meinen nerven. da sie so schlecht über ihn reden und ich weiß was er hat. versteht ihr mich?

liebe grüße
silvi

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bramble

Mitglied seit
27.02.2006
Beiträge: 2075
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Hast du deinen Chef mal drauf angesprochen, ob es ihm Recht waere, wenn die Kolleginnen von seiner Krankheit wuessten?

Ohne Ruecksprache wuerde ich nichts sagen, ausser, wie du ja schon gemacht hat, dass es ihm nicht gut geht. Die Kollegen muessen doch auch sehen, wenn er schlecht/krank aussieht, und dass er nicht einfach blau macht, wenn er nicht da ist.

Liebe Gruesse
Bramble [img:c4b134337d]http://www.move2nz.com/member/forum/images/emotions/hehe.gif[/img:c4b134337d]

[color=green]Just relax and have fun... it's amazing what you can achieve![/color]

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miss84

Mitglied seit
27.02.2006
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Für mich würden an erster Stelle die Interessen meines Chefs stehen. Wie du schon sagst: er wird seine Gründe dafür haben, dass er es nur dir gesagt hat. Ich würde mich ggü. Dritten darüber auf keinen Fall äußern. Ich würde ein Gespräch mit deinem Chef suchen und ihm schonend beibringen, dass über seine Abwesenheit getuschelt und spekuliert wird. Du musst ja weder Namen noch konkrete Inhalte nennen. Und er soll dann selber entscheiden, in welcher Form er über seine Krankheit informiert. Vielleicht lässt sich ja ein Kompromiss finden, der richtig stellt, dass er nicht "blau macht", sondern krank ist, ohne dabei genau auf die Krankheit einzugehen.
Wie gesagt: Ich würde mich auf keinen Fall ggü Dritten äußern. Bin in dieser Hinsicht sehr sensibel. Habe hier tagtäglich mit vertraulichen Infos umzugehen, von denen ich weiß, dass diese auch für andere wichtig wären. Aber ich musste eine Geheimhaltungserklärung unterschreiben und an die halte ich mich strikt!!

[size=9:de4ae00fcc][color=darkred:de4ae00fcc][i:de4ae00fcc][b:de4ae00fcc]Der Glatzkopf, der die Glatze föhnt, hat mit dem Schicksal sich versöhnt. [/b:de4ae00fcc][/i:de4ae00fcc][/color:de4ae00fcc][/size:de4ae00fcc]

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Fanny-Sweet

Mitglied seit
07.04.2005
Beiträge: 394
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Liebe Ladysilvi,

ich kann Dich da verstehen. Aber eigentlich geht die Beiden das ja nichts an. Schliesslich hat Dein Chef Dir von seiner Krankheit im Vertrauen erzählt und möchte sicher nicht, dass Du damit "hausieren" gehst.
Ich würde das ganze neutral halten und den Damen klar machen, dass er seine triftigen Gründe hat, wenn er nicht im Hause ist und ganz sicher keinen "bunt" macht. Ich denke, zu gegebener Zeit wird er es offiziell machen, denn irgendwann kann er das nicht mehr verheimlichen.

Vielleicht kannst Du Ihnen ja auch raten, ihn direkt anzusprechen -was sie sich sicher nicht trauen, wie üblich-.

Ich an Deiner Stelle hätte kein schlechtes Gewissen Deinen Kolleginnen gegenüber. Du kannst ja in einer ruhigen Minute mal Deinen Chef darauf ansprechen, dass die Kollegen sich Gedanken um ihn und seine Gesundheit machen und schauen, wie er darauf reagiert.

Liebe Grüsse

Fanny-sweet

Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es!

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BusinessBabe

Mitglied seit
09.03.2006
Beiträge: 22
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Ich sehe das genauso wie meine Vorrednerinnen:

Solidarität gegenüber deinem Chef!!

Das ist meiner Meinung nach unheimlich wichtig in unserem Job!

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Tulipa

Mitglied seit
03.05.2004
Beiträge: 358
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Ich würde ganz offen mit meinem Chef sprechen und ihm sagen, dass Gerüchte in der Firma kursieren, dass er so oft nicht da ist und ob es ihm Recht wäre, wenn du etwas dazu sagst.

Tulipa [img:1363310f42]http://www.zwergen-entertainment.de/zs/Tiere/tiere/057.gif[/img:1363310f42]

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Nukke

Mitglied seit
01.04.2005
Beiträge: 128
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Hallo Lady,

genau das gleiche hatte ich auch mal mit dem Scheffe. (Ist jetzt in Rente und es geht im sehr gut, dank Transplantation). Nur dass ich eine der Fragenden war.

Er hatte das damals extra gedeckelt, weil er nicht drauf angesprochen werden wollte, ehe er selbst damit klarkam. War ihm lieber, dass wir dachten, er wär auf Lustreise oder so.

Irgendwann hatte er es verarbeitet und es uns gesagt. Ich würde nix sagen, weil irgendein Rindvieh kommt immer und frißt das Gras ab, das gerade über eine Sache gewachsen ist. Und wär doch schade, wenn die Arbeit ihn mal so ablenkt, dass er nicht mehr dran denkt und dann haut wieder einer mit der Saubolle rein.

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Viele Grüße
NUKKE

(Die größten Clowns sind oft die ernsthaftesten Menschen, weil sie das Leben ernst, aber sich selber nicht so wichtig nehmen)

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Schdoffl

Mitglied seit
11.07.2003
Beiträge: 129
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Hallo!
Blöde Situation für Dich, hast mein volles Verständnis.

Ich bin allerdings auch der Meinung, dass Du von Dir aus zu dem Thema schon genug gesagt hast. Von mir gäbe es den beiden Damen gegenüber lediglich nur noch den Satz: "Es ist garantiert nicht so wie ihr denkt und "blau" macht er auch nicht!" Ende der Durchsage!

Allerdings würde ich auch versuchen meinem Chef den Hinweis zu geben, dass bereits Gerüchte über ihn im Umlauf sind, ich dazu aber nichts sage. Er sollte es aber wissen und sich überlegen können, was er tut bzw. sagt.

Grüßle
Schdoffl

Viele Menschen sind nur deshalb einsam, weil sie Dämme bauen statt Brücken.
(Maurice Chevalier (1888-1972) )

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Evil_Princess

Mitglied seit
20.12.2005
Beiträge: 93
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Hallo Silvi,

auch wenn die Zunge juckt: [b]Klappe halten![/b:cb61cd1916] Er will nicht, daß sich alle in der Firma das Maul zerreißen. Punktum.

Zugegeben, blöde Situation; sowohl für Dich als auch für Deinen Chef. Aaaaaaaber... Ein polnisches Sprichwort sagt 'Nie ma takiego złego, co by na dobre nie wyszło' (= 'Es gibt nichts so Schlechtes, daß da nix Gutes dabei rauskäme'). Im Klartext: gerade in einer solch blöden Situation hast Du die Möglichkeit, Deine Qualitäten als Assistentin zu beweisen und Deine Kompetenzen auszubauen.

Versuch erst einmal zu klären, worin das [b]eigentliche[/b:cb61cd1916] Problem Deiner Kolleginnen besteht. 'Er ist nie da' (lies: 'na, wenn er nicht da ist, kann Silvi 'ne ruhige Kugel schieben') und 'kümmert sich nie' (Ja, Himmelherrschaftszeiten! Sind die Weiber fünf Jahre alt und brauchen jemanden, der für sie den Alleinunterhalter macht???) sind in meinen Augen keine Probleme, eher Nörgeleien auf Kindergartenniveau.

Mein Chef (Direktor einer Klinik) ist auch kaum da, weil wir mehrere Standorte haben und er zudem ständig im Dienste der Wissenschaft in der Weltgeschichte unterwegs ist. Manchmal sehe ich ihn wochenlang nicht oder gerade einmal für zehn Minuten. Na und? Er muß nicht da sein und sich um jeden Scheiß kümmern - ich bin schließlich nicht zum Nägellackieren hier, sondern um ihm den Rücken freizuhalten.

Es stellen sich also drei grundsätzliche Fragen im Zusammenhang mit Deinen Kolleginnen:

? [b]Worum[/b:cb61cd1916] soll er sich ihrer Meinung nach kümmern?
? [b]Warum[/b:cb61cd1916] muß er da sein?
? [b]Was[/b:cb61cd1916] ist so wichtig, daß es nicht mit Dir geklärt werden könnte?

Das solltest Du kritisch hinterfragen und Deinem Chef eine Lösungsstrategie vorschlagen, schließlich bist [b]Du[/b:cb61cd1916] die Schnittstelle. Wenn die Kompetenzen (Unterschriftvollmacht, Entscheidungsbefugnis, evtl. sogar Handlungsvollmacht in einem gewissen Rahmen, etc.) geklärt sind, kannst Du den Laden auch eine Weile allein schmeißen, so daß sich Dein Chef ganz auf seine Therapie konzentrieren kann. An seinen - ohnehin schon strapazierten - Nerven zehrt dieses Theater noch mehr als an Deinen.

Viele Grüße
Renee

It's better to reign in Hell than to serve in Heaven...

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Teerose

Mitglied seit
13.05.2005
Beiträge: 933
Hilfreich: 0

Bestimmte Dinge sollte man immer dem Betroffenen selbst überlassen.
Krankheiten gehören definitiv dazu.

Und dreh doch einfach mal den Spieß um:
Wärst du sehr krank, würdest du deinem Chef die Situation auch erklären. Das heißt aber noch lange nicht, dass du möchtest, dass JEDER davon weiß, oder?
Und wäre es DIR recht, wenn er es einfach jedem erzählt, ohne dich zu fragen?
Stell dir vor, du kommst dann zur Arbeit und keiner spricht mehr mit dir, alle schenken dir nur noch mitleidige Blicke, man behandelt dich wie eine Todgeweihte ....

Ich schätze mal, das ist genau das, was dein Chef nicht haben will.

[img:47bae127bc]http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/k055.gif[/img:47bae127bc]
Man ist stets gerne zu Diensten.

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