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Das Image der Sekretärin

imke2509

Mitglied seit
20.02.2008
Beiträge: 103
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Hallo @all,

meine Kollegin "Z" hat mich letztens angesprochen, weil sie mit einer jüngeren Kollegin "X" (keine Sekretärin) etwas erlebte:

Sie unterhielten sich. Es wurde eine neue Sekretärin eingestellt, die vorher 20 Jahre in einer anderen Firma arbeitete und nach diesen Jahren eine neue Herausforderung suchte, und so hat sie sich bei uns beworben und wurde eingestellt. Dies beeindruckte meine Kollegin "Z", weil sie den Mut aufbrachte, sich einer neuen Karriere zu stellen.

Daraufhin meinte Sachbearbeiterin "X", dass man doch als Sekre eh keine Herausforderungen hätte und man könne keine Karriere machen, man sei schließlich nur Vorzimmerdame und arbeite immer unter dem Chef, treffe keine eigenen Entscheidungen... Danach war Kollegin "Z" ziemlich erstaunt und auch enttäuscht, was "X" von Sekretärinnen hielt, scheinbar nur Tippse und mehr nicht.

Jetzt frage ich mich: warum hat man manchmal als Sekre solch ein Image? Und vor allem: was kann man dagegen tun oder was kann die Firma tun, umd dies zu verbessern? [/b]

Ich persönlich denke, in meiner eigenen Abteilung stellt sich nicht die Frage, da alle wissen, dass ich hier "die Zügel ind er Hand halte" und zu schätzen wissen, was ich alles mache. Das liegt vielleicht auch am Chef, der sehr hinter mir steht. [b]Aber wie sieht das bei euch/in euren Firmen aus und was habt ihr schon für Erfahrungen gemacht?

Vielen Dank für eure Meinungen!!!

PS: Ich hoffe, ihr steigt durch mein X und Z geschreibe durch, wusste grad nicht, wie ich es anders anonym schreiben sollte

Liebe Grüße, Imke

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Antje1

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23.10.2003
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Ich habe in meiner Firma nicht das Gefühl, nur die Tippse zu sein, sondern die Mitarbeiter und auch der Chef sind froh, wenn ich ihnen diverse Dinge abnehme bzw. Sachen vorbereite, ohne, dass der Chef sagt "Sie müssen aber noch dies und jenes ...".

Ich merke allerdings immer wieder im Bekanntenkreis, dass die Arbeit der Sekretärin sehr abgewertet wird, so nach dem Motto, nur Kaffee kochen, Chef umgarnen, Nägel lackieren, Telefondienst usw. Auch die Bezeichnung Assistentin, die ja einige unter uns zwischenzeitlich führen dürfen, wirft Fragen auf.

Ich wurde z. B. in den letzten Wochen nicht nur einmal gefragt, Assistentin eher in Richtung Sekretärin oder in Richtung Manager. Schon die Frage allein sagt auch einiges aus Auf die Antwort "Sekretärin" kamen dann eben solche Kommentare mit Kaffee kochen ...

Dann gibt es ja auch solche "netten" Leute, die einen das wirklich ins Gesicht sagen "Sie sind ja nur die Sekretärin". Das finde ich unter aller Kanone.

Ich sage doch auch nicht zur Putzfrau "Sie sind ja nur...". Denn die Putzfrau ist sehr wichtig - und ich finde auch die Sekki ist wichtig, das haben aber die Leute, die so negativ über den Beruf denken, nur noch nicht kapiert

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Pinkie

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15.09.2007
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Und kaum ein Job ist so vielseitig wie der einer Sekretärin...wir müssen einfach multi-tasking fähig sein, dazu Nerven wie Drahtseile haben, ganz zu schweigen davon, mehrere Sprachen beherrschen zu können usw. usf.

Allerdings ist es schon so, dass man oft genug abhängig von nur einem Chef ist, steigt er auf, steigt man in bestem Falle mit auf, geht er, steht ggf. auch die eigene Position infrage - und da kann man noch so gut sein (habe ich schon selbst so erlebt). Was man eigenverantwortlich entscheiden kann und darf hängt m. E. ebenfalls sehr vom jeweiligen Chef ab....

Es liegt allerdings auch an uns, das Image aufzupolieren, indem wir uns kompetent und professionell zeigen. Diese abwertenden Bemerkungen, wie "die kocht ja nur Kaffee etc." finde ich übrigens unter aller Kanone, damit qualifiziert sich derjenige, der soetwas sagt, selbst ab. Ich finde generell, dass eine Stelle nicht besser ist als die andere, die Sachbearbeiterin trägt genauso ihren Teil zum Unternehmenserfolg bei wie die Rezeptionistin, der Projektmanager oder eben auch die Sekretärin....

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Allsdruff

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07.10.2005
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Ja, diese Sichtweise ist sehr schade, aber ich vermute, das liegt daran, dass es kaum einen Beruf gibt, der sich in den letzten 50 Jahren so gewandelt hat wie der der Sekretärin. Früher waren die Sekretärinnen wirklich fast nur fürs Schreiben, Kaffeekochen und den Gästeempfang zuständig. Das Bild hat sich aber stark verändert, zumal die Chefgeneration sich auch gewandelt hat: Sie haben gelernt zu vertrauen, zu delegieren und den Computer - und manche sogar die Kaffeemaschine - selbst zu bedienen.

Das veraltete Bild der Sekretärin hängt vielen aber noch in den Köpfen; viel schlimmer noch: Wir Sekretärinnen sind männerfressende Vamps in sexy Strumpfhosen und kurzen Röcken, die für die Karriere mit dem Vorgesetzten nach dem Dikat den Schreibtisch auf obszöne Weise unsicher machen (Männerphantasien, sag ich da nur...).

Es liegt also an uns allen, dieses Bild durch professionellen Umgang, kompetente Arbeit und ein sich nicht auf Tippen und Kaffeekochen Reduzierenlassen umzukehren. Auch ein hartes Stück Arbeit - aber das sind wir ja gewohnt...!

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imke2509

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20.02.2008
Beiträge: 103
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Vielen Dank erst einmal für die ersten Antworten, freut mich, dass ihr so schnell reagiert habt - wer fühlt sich da auch nicht angesprochen?

[quote="Allsdruff"]

Es liegt also an uns allen, dieses Bild durch professionellen Umgang, kompetente Arbeit und ein sich nicht auf Tippen und Kaffeekochen Reduzierenlassen umzukehren. Auch ein hartes Stück Arbeit - aber das sind wir ja gewohnt...!
[/quote]

Da kann ich Allsdruff nur zustimmen, die Arbeit bleibt mal wieder bei uns, wir ziehen die Fäden im Hintergrund. Bzw. sollten wir sie hier eher im Vordergrund ziehen, damit auch alle sehen, was "frau" so alles kann!

Im Übrigen ist das scheinbar in anderen Kulturen etwas anders mit der Annerkennung der Sekretärin. Denke ich doch an den Secretary Day - oder - nach Umbenennung "Administrative Professionals' Day".
[url=]http://en.wikipedia.org/wiki/Administrative_Professionals'_Day[/url]

Habt ihr davon auch schon gehört? Schade, dass es sowas nicht in Deutschland gibt! Oder weiß jemand mehr als ich?

Liebe Grüße, Imke

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Flockine

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18.05.2006
Beiträge: 137
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Hallo,

scheint wohl überall so zu sein mit dem Sekretärinnen Image - auch in Österreich.

Bei uns in der Firma gehts sogar so weit, dass es seit kurzem keine Sekretärinnen mehr gibt, die heißen kaufmännische Fachkräfte oder Assistentinnen - "wir wollen sie doch nicht mit Sekretärin abwerten" war die Begründung. So was find ich echt fürchterlich - nur weil sich die Bezeichnung ändert ändert sich doch nicht der Tätigkeitsbereich.

Ich finde soviel Abwechslung wie im Sekretariat gibts selten. Du muss da einfach „alles“ können - Gästebewirtung gehört halt auch dazu und ich freue mich immer, wenn Gäste meinen Kaffee loben und sich wohl fühlen.

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Stephie

Mitglied seit
03.08.2001
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Als ich mein Abi in der Tasche hatte, ist schon eine Weile her, wurde ich von meinen Mitschülern gefragt, was ich denn machen würde. Als ich dann gesagt habe, dass ich Fremdsprachensekretärin werden möchte, kam nur die Frage: "Und dann?" Ich fand das damals schon ziemlich heftig, zumal ich in meiner Zeit als Vollzeit-Sekretärin besser verdient habe als viele dieser damals sehr hochnäsigen Bankkaufleite, Versicherungskaufleute ...

Ich empfinde das Chef-Sekretärinnen-Verhältnis - wenn es denn passt - als absolut angenehm. Wenn der Chef die Arbeit seiner Sekretärin zu schätzen weiß, dann hat man doch eine sehr wichtige und auch angesehene Rolle.

Ich bin lieber Sekretärin, die heute ja auch zunehmend Sachbearbeitungaufgaben bewältigen muss/darf, als irgendeine auswechselbare Sachbearbeiterin mit recht eingeschränktem Aufgabengebiet. Das mag jetzt auch ein Vorurteil sein, aber um die Aufgaben, die meine Bekannten als Sachbearbeiter tagtäglich zu erledigen haben, würde ich mich nicht reißen.

Ändern? Keine Ahnung. Selbstbewusst damit umgehen vielleicht, verstecken brauchen wir uns nicht.

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Lea302

Mitglied seit
21.06.2017
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Ich erlebe dieses Verhalten auch recht regelmäßig, versuche mich dadurch jedoch nicht mehr irritieren zu lassen.

So lange wir uns vermutlich tatsächlich noch durch dieses Gelabere angesprochen fühlen, desto weniger wird sich das Image verändern.

Ich antworte bei solchen Gesprächen immer: "Ja, ja - so ist das! Das coole daran ist nur, dass es genügend Manager gibt, die dafür ein Gehalt bezahlen, das das eines Abteilungsleiters übersteigt. Und Sie glauben wirklich, dass das alles ist, was eine Sekretärin arbeitet???"

Meist herrscht dann Ruhe.

Gruß,
Lea

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joanasv

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26.09.2007
Beiträge: 2845
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Lea, wenn du so kontern kannst, hast du echt Glück. Ich müsste mich dabei selbst auslachen, da mein Gehalt ein absoluter Witz ist.

Bin auch mehr so der Fußabtreter hier in dem Laden. Keiner hat ne Ahnung, was ich alles mache und daher denken sie immer, ich würde ja nichts tun. Meine Chefs wissen mich schon zu schätzen, tragen nur leider sehr wenig nach außen. Somit auch nichts zu der Verbesserung meiner Situation im Betrieb bei. Die anderen behandeln mich hier echt so, als wäre ich lediglich dafür da, die Dinge zu tun, auf die sie selbst keine Lust haben. Und so bekomme ich auch von manchen Mitarbeitern Aufgaben zugedacht, da greife ich mir an den Kopf. In der Zeit, in der sie diese mir auftragen, hätten sie sie 10x selbst erledigt. Aber so sieht das hier leider aus...

Ich überlege oft, was eigentlich los ist, wenn ich nicht da bin. Die verdursten (können nicht mal Kaffeebohnen auffüllen), Kopierer leer, Fax leer, usw. Aber bekomme dann, wenn ich mich mal erdreiste einen Tag frei zu nehmen, gesagt "Das können Sie sich gar nicht vorstellen, was gestern hier los war, ich wußte ja gar nicht, wo mir der Kopf steht" *lach* Hallloooo das habe ich jeden Tag. Verstehen sie aber nicht, wollen sie auch nicht begreifen... Kommen auch nicht auf die Idee, dass es einen Grund haben könnte, warum mein Chef mir keinen Urlaub gibt (habe noch alle Tage von diesem Jahr).

Im Freundes- und Bekanntenkreis sieht es leider ähnlich aus. Da kommt auch immer nur Tippse als Berufsbezeichnung heraus und das man ja eh nichts tun würde. Ich gebe dem nur entgegen, dass wir gerne mal eine Woche tauschen könnten, sie würde das nie wieder behaupten...

Die einzige, die es mittlerweile versteht ist meine beste Freundin, aber auch erst richtig, seit sie seit einem Jahr im Sekretariat arbeitet. Der Rest reißt weiter seine Witze und ich versuche darüberzustehen.

Manchmal denke ich mir, wärst du auch lieber eine "blöse" Sachbearbeiterin geworden. Da wüßte jeder, was du tust, weil sie das gleiche machen und da kannst du wirklich gammeln und keiner sagt was, weil sie es alle so machen...

Aber nun gut, wir Sekkis sind stark und meistern doch jede Krise, oder?!!

Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben!

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imke2509

Mitglied seit
20.02.2008
Beiträge: 103
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Hallo ihr Lieben, ich wollte mich nochmal zu dem Thema melden.

Interessant was Flocke geschrieben hat:
>> Bei uns in der Firma gehts sogar so weit, dass es seit kurzem keine Sekretärinnen mehr gibt, die heißen kaufmännische Fachkräfte oder Assistentinnen - "wir wollen sie doch nicht mit Sekretärin abwerten" war die Begründung. So was find ich echt fürchterlich - nur weil sich die Bezeichnung ändert ändert sich doch nicht der Tätigkeitsbereich. <<

So eine Aussage ist ja auch SEHR interessant! ...wir wollen Sie nicht abwerten" - damit hat er es ja schon getan! Sowas ist doch wirklich eine Unverschämtheit!

Du hattest auch das Thema Gehalt angesprochen. Bei mir in der Firma ist es so, dass für Sekretariate der Ebene O1 eine bestimmte Tarifgruppe festgelegt ist. So bin ich jetzt mit meinen 28 Jahren schon in meiner Endstufe, wenn ich nicht mal das Glück haben sollte, Geschäftsführungs- oder gar Vorstandssekretärin zu werden. Das muss man sich mal vorstellen: Endstufe mit 28! Kann mich also so höchstens mit Leistungszulagen hocharbeiten, was mein Gehalt angeht, aber irgendwo wird da auch Schluss sein...

Als ich den Beitrag von Joana gelesen habe, ist mir ja ganz anders geworden. Scheinbar wirst du weder auf der Arbeit noch von deinem Freundeskreis anerkannt? Das finde ich schon sehr schade und gerade deine Freunde sollten sich doch sehr schämen! Wie schon gesagt wurde, jeder Job ist wichtig, auch der Fensterputzer, die Hotelfachfrau, die Küchenhilfe oder/und vor allem die Sekretärin!

Zur Arbeit würde ich dir vielleicht den Tipp geben, doch nicht immer alles zu machen, was nebenher von dir erledigt wird.
>> Ich überlege oft, was eigentlich los ist, wenn ich nicht da bin. Die verdursten (können nicht mal Kaffeebohnen auffüllen), Kopierer leer, Fax leer, usw. Aber bekomme dann, wenn ich mich mal erdreiste einen Tag frei zu nehmen, gesagt "Das können Sie sich gar nicht vorstellen, was gestern hier los war, ich wußte ja gar nicht, wo mir der Kopf steht" <<

Ich neige auch immer dazu, mich um alles zu kümmern und wundere mich, wenn ich aus dem Urlaub komme, dass auch einiges nicht erledigt wurde. Deshalb sollte man auch mal einfach abwarten, was passiert und den Kopierer mal nicht mit Papier auffüllen. Und falls dann jemand danach fragen sollt, kannst du ja sagen, dass du im Moment eine andere Aufgabe mit höherer Priorität hast, um die du dich kümmern sollst.

Zum Thema Urlaub: ich weiß nicht, wie es gesetzlich geregelt ist, aber es kann doch nicht sein, dass du dieses Jahr noch gar keinen Urlaub genommen hast und wir schon Oktober haben! Macht ihr keine Urlaubsplanung fürs kommende Jahr? Hast du dann jetzt noch 25 Tage oder mehr? vielleicht solltest du das mal gesetzlich nachlesen und es dann deinem Chef unter die Nase halten, warum du noch keinen Urlaub machen durftest? Zu Not könntst du ihm mit Anwalt drohen oder so, falls es da eine Regelung gibt? Das solltest du dir auf jeden Fall nicht gefallen lassen!

Liebe Grüße, Imke

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